„Das Ganze hat eine Wendung genommen“

Einzigartiger „Höhle der Löwen“-Deal ohne Gewinnbeteiligung: Investoren lassen ihn nach TV-Show platzen

Zum ersten Mal in der Geschichte von „Die Höhle der Löwen“ wurde eine Investition ohne Gewinnbeteiligung angeboten. Nach der TV-Show platzte der Deal allerdings.

Köln - Die aktuelle Staffel der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ endete mit einem noch nie in dieser Weise ausgehandelten Deal. Die beiden „Löwen“ Judith Williams und Carsten Maschmeyer wollten 75.000 Euro in die Firma von Chris Kaiser beteiligen - und zwar ohne Gewinnbeteiligung! Nach seinem erfolgreichen Pitch wurde die Zusammenarbeit vereinbart. Doch der Deal platzte schließlich nach der Aufnahme für die TV-Show.

„Die Höhle der Löwen“ (Vox): Einzigartiger Deal platzt nach TV-Show

Gründer Chris Kaiser aus Radolfzell möchte mit seinem Start-Up „Click A Tree“ gegen den Klimawandel ankämpfen. Dabei handelt es sich um eine Plattform, die mit unterschiedlichen Anbietern für Reisebuchungen zusammenarbeitet. Für jeden Klick und jede Buchung über Kaisers Webseite bei den entsprechenden Plattformen wird ein Baum gepflanzt. Im Gegensatz zu seiner Mitbewerbern handelt es sich allerdings bei seiner Firma um keine Non-Profit-Organisation. „Wir gehen das kommerziell an“, so der 33-jährige Sohn eines Tropenarztes, der bereits auf fünf Kontinenten lebte.

Sein Ziel ist es eine ganz neue Form des Wirtschaftens zu kreieren: „Wir wollen karitative Arbeit mit dem kapitalistischen System vereinen.“ Einen Namen für seine Vision hat er auch schon: Er will den „Caritalismus“ gründen. Damit möchte er nicht weiter auf freiwillige Arbeit setzen, sondern die Beteiligten bezahlen. Die Pflanzung eines Baumes kostet 3,50 Euro. In seinem Konzept erhält „Click A Tree“ bei jeder Buchung über seine Webseite im Durchschnitt 4 Euro von seinen Partnern. Sein Vorschlag an die „Löwen“ lautete nun: 75.000 Euro Investition, dafür zehn Prozent der Firmenanteile.

Höhle der Löwen (Vox): Gründer überzeugt mit sensationeller Idee

Carsten Maschmeyer und Judith Williams überzeugte Kaisers Arbeit. „Sensationell, was Sie tun. Ich habe selbst ein schlechtes CO2-Gewissen. Das muss ich auch haben: Da ich sehr viel in Europa und Amerika investiere, fliege ich sehr viel und habe mich schon mal ein bisschen damit beschäftigt“, erklärte Maschmeyer. Nachdem sich die beiden „Löwen“ kurz beraten hatten, machten sie dem Jungunternehmer ein fulminantes Angebot, das es so noch nie in der Show vorher gab. Die 75.000 Euro sollte er erhalten, dafür verlangten sie allerdings 25,1 Prozent der Firmenanteile - allerdings ohne am Gewinn beteiligt zu werden. „Wir möchten aber keinen Gewinn mit dem Investment machen“, so Maschmeyer. Die einzige Bedingung: „Wir wollen nur irgendwann später, wenn es toll läuft, unser Investment zurück – aber keinen Gewinn.“

Schließlich entschied sich Kaiser für dieses Angebot und gegen das von Nils Glagau und Georg Kofler. Die beiden Investoren boten ihm 100.000 Euro und verlangten dafür 20 Prozent Firmenanteile inklusive Gewinnbeteiligung. Doch nach der Ausstrahlung der letzten Folge am Dienstagabend (7. Juni) meldeten sich Maschmeyer und Williams auf ihren Social Media-Kanälen und erklärten, dass der Deal wieder geplatzt sei.

Höhle der Löwen (Vox): Williams und Maschmeyer lassen Deal platzen

„Carsten und ich hätten ja beinahe einen grünen Daumen gehabt mit ‚Click A Tree‘“, erklärt Williams in einem Video der beiden. „Aber das Ganze hat dann eine Wendung genommen.“ Die beiden hätten dem Gründer dabei geholfen, Schwächen in seinem System zu finden. „Da es ja andere Organisationen gibt, die größer sind, die schon älter sind und das viel länger machen, waren uns Gütesiegel, Belege und Qualitätsnachweise ganz wichtig.“ Ein gefaxte Quittung über Pflanzung von 1000 Bäumen reichte für sie deshalb nicht aus. Sie seien jedoch weiterhin mit Kaiser in Kontakt und würden ihn unterstützen. „Diese Sachen, die wir den Menschen und Konzernen, die wir ansprechen wollten, garantieren hätte müssen, die konnte er damals noch nicht erfüllen.“

„Bäume zu pflanzen als Ausgleich zum Reisen ist eine gute und nachhaltige Lebensraumschaffung“, bekräftigt Maschmeyer jedoch nochmals unter dem Video. Der Deal sei vor der Corona-Pandemie zustande gekommen. Die Voraussetzungen für den Deal seien durch die dadurch entstandenen Veränderungen in der Reisebranche jedoch nicht mehr gegeben gewesen. Dabei war es nicht das erste Mal, dass eine Zusammenarbeit nach einer Show nicht realisiert wurde. Ein anderes Mal traf es Reality-Star Giulia Siegel. (jbr)

Rubriklistenbild: © Screenshot/RTL

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