Seit sechs Jahren Hartz IV

Neue Vox-Show „Ich, einfach unvermittelbar“: Dieser Hochbegabte findet keinen Job

Wolfgang aus Bayern leidet an Autismus.

Seit sechs Jahren ist Wolfgang aus Bayern bereits auf Arbeitssuche. Wegen seiner Autismus-Störung will ihn niemand anstellen. Die neue Vox-Show „Ich, einfach unvermittelbar“ begleitet ihn.

München - Wer sein Master-Studium in Biologie mit der Note 1,9 abschließt, dem sollte das Leben eigentlich offen stehen. Doch bei Wolfgang aus Bayern ist es anders. Der heute 45-Jährige ist nun seit dem Ende seiner Studienzeit arbeitslos, bezieht Hartz IV. Sechs Jahre geht das inzwischen schon so.

„Ich, einfach unvermittelbar“: Ob Tourette oder Asperger - wer „anders“ ist, hat es schwer

In der Sozial-Dokumentation „Ich, einfach unvermittelbar“, die seit Dienstag auf dem Privatsender Vox ausgestrahlt wird, versuchen Menschen, die von neurologischen Leiden betroffen sind, einen Arbeitsvertrag zu bekommen. Asperger-Syndrom oder Tourette, wer der sozialen Norm nicht entspricht, der hat es schwer. Besonders Autisten haben aber oft sogenannte Inselbegabungen, das heißt, dass sie in bestimmten Bereichen überdurchschnittlich begabt sind. Doch bei Bewerbungsgesprächen wissen sie oft nicht, wie sie sich richtig präsentieren sollen, so bleiben diese Talente häufig ungenutzt - und das Leid der Betroffenen wird oft noch größer.

„Für was bin ich denn auf der Welt, wenn ich da eh nicht gewollt werde?“

So geht es auch Wolfgang. Er leidet an Autismus. 75 Bewerbungen hat er in letzter Zeit verschickt, stets wurde ihm abgesagt. „Ich will mir meinen Lebensunterhalt wirklich verdienen können. Mit meinen Sozialbezügen komme ich nicht über die Runden“, beklagt sich Wolfgang. Noch schlimmer als die finanzielle Situation sei aber das Gefühl, nicht gebraucht zu werden: „Für was bin ich denn auf der Welt, wenn ich da eh nicht gewollt werde und man meine Begabung und meine Talente nicht brauchen kann?”, meint er todtraurig.

Vox will nun ihm und anderen Leidensgenossen helfen, ihren Weg in das „normale“ Leben zu finden - indem sie beispielsweise ihre Begabungen erkennen und einzusetzen lernen. Wer diesen emotionalen Weg mitverfolgen will, kann das jeden Dienstag um 20:15 machen.

Körper außer Kontrolle: Leben mit Tics

Bei Fabiene Wengert begann das Tourette-Syndrom mit einem Schütteln der linken Hand. Ein besonderes Anzeichen der Krankheit sind Tics, Zuckungen und ungewollte Ausrufe.

Fabiene Wengert (M) wird von ihrer Familie unterstützt: Bruder Yves (l-r), Vater Peter, Schwester Renee, Mutter Susen und die Brüder Joel und Maurice.

Fabiene Wengert hat das Tourette-Syndrom. Darüber schreibt sie in ihrem Blog.

Verschiedene Therapieversuche blieben bei Fabiene Wengert erfolglos. Eine entscheidende Verbesserung kam für sie mit einer Cannabis-basierten Therapie. Sie erhält es auf Rezept.

Hinter der Narbe von Fabiene Wengert verbirgt sich ein Schrittmacher für das Gehirn. Diese Form der Hirnstimulation wird nur in schweren Fällen des Tourette-Syndroms eingesetzt.

bah

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Vox
Kommentare zu diesem Artikel