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Jörg Kachelmann moderiert wieder Talkshow Riverboat: „Ich kriege mein Leben zurück!“

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Jörg Kachelmann moderiert wieder die MDR-Talkshow «Riverboat»
Jörg Kachelmann und Kim Fisher bei Proben zur Talkshow Riverboat. Beide moderieren Riverboat künftig wöchentlich, die erste gemeinsame Sendung wird am 4. Januar 2019 ausgestrahlt. © dpa / Sebastian Willnow

TV-Comeback für Jörg Kachelmann: Der MDR lässt den Ex-ARD-Wetterfrosch mit Kim Fisher (49) ab ­heute die Talkshow Riverboat moderieren. Lesen Sie ein Interview mit dem Duo.

In der Talkshow Riverboat sind heute zum Beispiel der Kabarettist Rüdiger Hoffmann sowie die Schauspielerinnen Stefanie Stappenbeck und Adele Neuhauser zu Gast. Über sein neues TV-Engagement sagt Jörg Kachelmann, der 2011 vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen wurde: „Ich kriege mein Leben zurück“. Im Interview sprechen er und Fisher über ihre Ziele und die Angst vor der „Altersguillotine“.

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Herr Kachelmann, welches unwiderstehliche Angebot hat Ihnen der MDR gemacht, dass Sie nach zehn Jahren wieder beim „Riverboat“ anheuern?

Jörg Kachelmann: Warum muss das Angebot unwiderstehlich sein? Ich habe das ­Riverboat schon in verschiedenen Phasen meines Lebens moderiert und jetzt zum vierten Mal. Das Angebot war einfach schön. Ich habe mich darüber gefreut und es gerne angenommen. 

Das „Riverboat“ ist ja schon ein alter Tanker. Was haben Sie sich beide für die Moderation vorgenommen? 

Kim Fisher: Ich habe mir in der Tat gar nichts vorgenommen. Ich denke, das ist auch besser. Ich wünsche mir, dass es unaufgeregt und echt ist.

Kachelmann: Mein Ziel ist es, dass man möglichst nicht merkt, dass ich zehn Jahre älter geworden bin. Vor der ersten Sendung bin ich erst mal voller Sorgen und Ängste. 

Das heißt, Sie haben ernsthaft noch Lampenfieber? 

Kachelmann: Früher hatte ich das zugegebenermaßen praktisch nicht. Aber ohne diese Routine habe ich es natürlich. 

Was schätzen Sie an Jörg ­Kachelmann, Frau Fisher? 

Fisher: Jörg hat Fragen gestellt, die mir damals fast unangenehm waren. Aber sie waren so wahnsinnig effektiv in der Antwort. Das hatte ich nie, und das mag ich. 

Kachelmann: Mir hat sehr geholfen, dass Kim kluge Fragen stellt. Sie ist eine gewissenhafte und ausführliche Vorbereiterin. Dadurch hat sie mir auch gezeigt, wie es wieder geht. Das ist wie in der Schule, wenn man nebenan abguckt, wie es die kluge Mitschülerin macht. In den zehn Jahren vergisst man viel. Ich habe die Mechanismen nicht mehr. Und ich habe natürlich auch das Selbstbewusstsein von damals nicht mehr. Ich habe im wahrsten Sinne des Wortes Dinge überlebt, die ein paar Sicherheiten genommen haben. 

Haben Sie noch weitere Fernsehpläne? 

Kachelmann: Nein, eine wöchentliche Riverboat-Sendung ist ja nichts, was man an einem Tag mal schnell macht. Es wird eher so sein, dass ich die Sachen, die ich für Kachelmannwetter mache, auf mehrere Schultern werde verteilen müssen. 

Auf dem „Riverboat“ hat die Besetzung zuletzt oft gewechselt, es wurde viel experimentiert. Wie lange wollen Sie das Schiff jetzt durch ruhigeres Fahrwasser steuern? 

Kachelmann: Das ist nicht unsere Entscheidung. Ich weiß nicht, wann die Altersguillotine kommt. Es hängt davon ab, wie gut ich das mache. Kim wird das noch 30 Jahre machen. 

Fisher: Jörg hat früher immer zu mir gesagt: Du wirst schon sehen. Wenn Du 40 bist, dann kommt die unsichtbare Hand und nimmt Dich vom Monitor. Nun werde ich im April 50 und kann sagen: Es ist so gut, wie es noch nie war. Gerade im Talk ist es einfacher für einen Gast, sich auf ein Gespräch einzulassen, wenn er das Gefühl hat, dass der Partner nicht nur einfach einen Katalog mit Fragen runter­rasselt. 

Kachelmann: Es ist auch ein neuer MDR. Vor gut zehn Jahren war es schwer, als alter Mensch im Fernsehen moderieren zu dürfen. Das wird in den letzten Jahren allgemein etwas lockerer gesehen auf Frauen- und auf Männerseite. Ich bin natürlich dankbar, dass ich davon und vom neuen MDR jetzt auch profitiere. 

Das Interview führte Birgit Zimmermann.

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„Riverboat“, heute (4. Januar 2019), 22 Uhr, MDR

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