Kritik zu "Lu"

Jürgen Vogel rettet durchschnittlichen Flirt-Tatort

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Anziehungskraft: Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und „Lu“ Wolff (Jürgen Vogel).

München - Es scheint mittlerweile zum guten Tatort-Ton zu gehören, dass eine gewisse Anziehungskraft ­zwischen der toughen Ermittlerin und dem Verdächtigen besteht.

Was beispielsweise die Ermittlerinnen Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und Nora Dalay (Aylin Tezel) schon hinter sich haben, widerfuhr dieses Mal Ludwigshafens Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts). Sie verguckt sich in einem verworrenen Fall – ein Auftragskiller wurde ermordet, die Spur führt in die Vergangenheit – in den zunächst unbekannten Mann mit der Narbe. Blöd nur, dass Ludwig „Lu“ Wolff – gut gespielt von Jürgen Vogel – schnell zu einem der Hauptverdächtigen wird.

Odenthals Kollegen mosern über die offensichtliche Anziehungskraft zwischen den beiden, die Ermittlerin selbst übt sich im Spagat zwischen Objektivität und dem Glauben an die Unschuld ihres Flirt-Partners.

Dass sie recht behält, lässt sich allerdings nicht lang auskosten: Wolff wird erschossen – eine von mehreren blutigen Szenen. Das emotionale Ende eines Tatorts, dessen Inhalte man alle schon einmal gesehen hat… Folkerts und ihr Team spielen solide. Leider verstrickt sich Regisseur Jobst Christian Oetzmann zu sehr in einen Wust aus Vergangenheit, Gegenwart und Romanze. Ein Tatort mit Längen, nervigem Jazzgedudel im Hintergrund – und vielleicht einer Prise zu viel: Sie liebt ihn, sie liebt ihn nicht. Dank Jürgen ­Vogel war das Ganze trotzdem sehenswert.

Lena Meyer

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