3. Staffel der etwas anderen Interviewreihe

"Kessler ist ..." einfach großartig

Michael Kessler Gregor Gysi
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Zum Auftakt trifft Michael Kessler Gregor Gysi.

Berlin - Mein Name ist Michael Kessler. Ich werde eintauchen in das Leben eines Prominenten und ein Interview führen, das es so noch nie gegeben hat.“ So beginnt am Donnerstag Abend die neue Ausgabe von "Kessler ist …", die Michael Kessler in den Deutschen Bundestag nach Berlin führt.

Dort will er der Frage nachgehen, ob Politik wirklich ein schmutziges Geschäft ist und ob sie die Politiker verbiegt. Keiner von ihnen war bereit, sich auf ein ganz spezielles Interview einzulassen, bei dem der Interviewte sich sozusagen selbst begegnet – außer Gregor Gysi (68), der langjährige Fraktionsvorsitzende der Linken. Er scheint etwas übrig zu haben für das originelle Format, das 2014 für ZDFneo entwickelt wurde und nun – völlig zu Recht – im Hauptprogramm des Mainzer Senders zu sehen ist. Der Clou daran: Gastgeber Kessler, ein begnadeter Paro­dist (man denke nur an Switch!), verwandelt sich für das Gespräch in seinen jeweiligen Gast.

Nun also Gregor Gysi. Er behauptet im Film von sich, nicht zu oft in den Spiegel zu schauen und also nicht eitler zu sein als andere, sich um Gerechtigkeit zu bemühen und die Mischung von Ironie und Selbstironie hinzubekommen. „Gysi redet viel und weiß genau, was er sagt“, meint Kessler und spricht vorab erst mal mit Menschen, die den Politiker sehr gut kennen wie seine Jugendfreundin oder die ältere Schwester. Später sitzen Gysi und Kessler an einem idyllisch gelegenen See und philosophieren über die Arbeit und das Leben an sich.

Bis dahin ist der Film also ein fast normales Porträt wie viele andere auch – nur eine Spur atmosphärischer und dichter dran am Porträtierten. Doch dann, nach etwas 25 Minuten, kommt der besondere Moment, als Kessler in einer ziemlich guten Maske als Gregor Gysi erscheint und sich dem echten Mann gegenübersetzt.

Der Medienprofi Gysi reagiert mit einem leichten Kopfschütteln: „Es ist schon etwas unheimlich, sich selbst zu begegnen, weil es mir noch nie passiert ist.“ Später wird er verraten, dass es ihm schwerfalle, Freizeit gestalten und Stille ertragen zu können. Es folgt ein spannendes Zwiegespräch über innere und äußere Brüche, gescheiterte Beziehungen und Harmoniesucht. Kessler ist in seiner Maske wahnsinnig überzeugend und verrät in zehn Minuten als Gregor Gysi mehr über ihn, als er selber je hätte sagen können. Zu sehen, wie der Politprofi während dieses einzigartigen Interviews immer weicher und erstaunter über sich selber wird, ist für den Zuschauer lehrreich und unterhaltsam zugleich.

„Kessler ist …“,

Donnerstag, 23.15 Uhr, ZDF

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