„Spieglein, Spieglein“

Kritik um ARD-“Tatort“ am Sonntag: Mord im Doppelpack

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Traut seinen Augen kaum: Gerichtsmediziner Boerne (Jan Josef Liefers) trifft im Münsteraner „Tatort“ (Regie: Matthias Tiefenbacher) seinen Doppelgänger.

Wer Axel Prahl und Jan Josef Liefers im „Tatort“ liebt, wird diese Folge eventuell besonders mögen. Denn die beiden Schauspieler treten hier – wenn auch nur kurz – in Doppelrollen auf.

Liefers ist auch als flippiger Musiker zu sehen, Prahl auch als Mann mit Aktentasche und lustigem Hut. Benjamin Hesslers Drehbuch will es, dass es für jede Person aus dem fünfköpfigen Stammteam einen Doppelgänger gibt. Und auf den hat es die Täterin, die dem Zuschauer früh bekannt ist, abgesehen. Die Konfrontation mit dem eigenen Tod ist der blutrote Faden, der sich durch diesen Krimi zieht, drei der Hauptfiguren schauen Leichen ins Gesicht, die ihnen zum Verwechseln ähnlich sehen. Und fragen sich, ob es nicht reines Glück ist, dass sie nicht selbst da liegen. Ausgenommen Assistent Mirko Schrader (Björn Meyer), der als Vertretung von Nadeshda (Friederike Kempter war während des Drehs schwanger) als Einziger nicht im Visier der Killerin ist.

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„Spieglein, Spieglein“ ist überraschend wenig klamaukig, die Suche nach der Unbekannten, die aus bis zuletzt mysteriösen Motiven „Stellvertretermorde“ begeht, sorgt für Spannung. Man fragt sich zwar, ob eine so verhuschte Verwaltungsangestellte (Kathrin Angerer) in der Lage ist, kaltblütig ihre Taten zu planen und auszuführen, aber Realitätsnähe wird in Münster ja nie so großgeschrieben – und dann ist da auch noch der Mann, der aus dem Knast heraus die Aktion steuert (stark: Arnd Klawitter). Zum Lachen gibt es weniger als sonst (was die Qualität nicht mindert), dafür vergießt Thiel sogar Tränen der Erleichterung, als er erfährt, dass der totgeglaubte Vater lebt. Und ist die Tatsache, dass Prahl und Liefers die Einzigen sind, für die keine Doppelgänger gefunden werden konnten, nicht überhaupt die beste Pointe?

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