Finale am Freitag

„Let‘s Dance“-Finalistin Williams: „Das war sicher die allerhärteste Zeit meines Lebens“

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TV-Star Judith Williams zusammen mit Tanz-Partner Erich Klann. 

Seit Jahren träumte TV-Star Judith Williams davon, bei "Let's Dance" mitzutanzen. Jetzt steht sie im Finale der Show und spricht im tz-Interview über ihren Tanzpartner, ihre schwere Krankheit und den möglichen Titelgewinn. 

Sie ist die Königin des Teleshoppings, verkauft bei HSE24 ihre Kosmetik so erfolgreich wie keine Zweite in Europa. Seit 2014 ist sie zudem Teil der Gründer-Show Die Höhle der Löwen bei Vox – und seit einigen Wochen tanzt sich Judith Williams nun bei Let’s Dance die Seele aus dem Leib. Und auch das macht sie so leidenschaftlich und ­erfolgreich, dass sie am Freitag im Finale der RTL-Show steht. In der tz verrät die 46-jährige Münchnerin, was ihr die Teilnahme an dieser Sendung bedeutet und wie sie es geschafft hat, Krisenzeiten im Training und im Leben zu überstehen.

Frau Williams, wie geht’s Ihnen? „Let’s Dance“ ist schon jetzt ein großer Erfolg für Sie, oder?

Judith Williams: Also wirklich, ja!! Ich hätte nie damit gerechnet, so weit zu kommen. Mir hatten im Vorfeld so viele Leute abgeraten mitzumachen – und jetzt steh ich im Finale!

Was waren die Argumente der Zweifler?

Williams: Die meisten meinten: Dein Kerngeschäft als Unternehmerin läuft doch super, du brauchst weder Geld noch Aufmerksamkeit.

Aber darum ging es Ihnen gar nicht?

Williams: Nein, ich habe immer geantwortet: Könnt ihr Euch nicht vorstellen, dass ich das mache, weil es eine Herzensangelegenheit ist?! Aber das verstehen manche Vorstandsvorsitzende nicht.

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„Meine Reise ins Finale ist ein Beispiel dafür, dass alles möglich ist im Leben“

Was genau hat Sie so gereizt?

Ihr größter Halt: TV-Star Judith Williams mit Ehemann Alexander-Klaus Stecher und den Kindern Sophie, Angelina und Laurin. 

Williams: Ich schaue diese Sendung seit der allerersten Folge. Damals hat mich niemand gekannt, ich war eine kleine Moderatorin beim Teleshopping, was sowieso nicht viel zählte. Es war völlig utopisch für mich, je Teil von Let’s Dance zu werden. Aber es war mein Traum, schon vor elf Jahren. Meine Reise ins Finale ist ein Beispiel dafür, dass alles möglich ist im Leben. Und ich habe mit Erich Klann natürlich den besten Tanztrainer, den man sich wünschen kann (lacht).

Was mögen Sie so an ihm?

Williams: Was mir an ihm so gut gefällt: Es geht ihm ums Tanzen und um nichts anderes. Bei anderen muss es immer die große Show sein, es muss immer sexy sein. Erich sagt aber: Nicht jeder Tanz muss sexy sein. Und es stimmt: Warum muss man uns Frauen immer auf sexy ­reduzieren? Es gibt so viel mehr: Zärtlichkeit, Innigkeit, Freundschaft, Witz, Humor – das alles kann man beim Tanzen ausdrücken, übrigens auch noch in meinem Alter (lacht). Ich möchte den Frauen zeigen: Hey, Mädels: Wir können was! Man muss nicht 20 sein, um etwas auf die Beine zu stellen.

Wie viel Ehrgeiz braucht es eigentlich für die Show?

Williams: Man braucht Ehrgeiz und Durchhaltevermögen, ja. Aber Erich und ich haben uns irgendwann gesagt: Wir tanzen nicht wegen der Punkte. Wir tanzen, um die Herzen der Zuschauer zu berühren. Ab dann waren wir wie gelöst und wurden immer besser.

Sie meinen, wenn man den Druck rausnimmt, läuft’s?

Williams: Ja genau. Uns ging es nie ums Gewinnen, sondern darum, an uns zu glauben und uns treu zu bleiben. Ich werde auch im Finale nicht mein Hemd ausziehen und es durch die Gegend schleudern. Das ist nicht unser Ding. Was aber nicht heißen soll, dass wir nicht trainieren wie die Irren. Und das ist manchmal auch hart.

Inwiefern?

Williams: Dem Körper wird alles abverlangt, es schmerzt manchmal arg. Man quält sich und dann hört man: Das war nicht optimal. Das geht besser. Der Ausdruck und so weiter. Da ist man am Boden zerstört. Aber wenn ich etwas gelernt habe im Leben, ist es das: Man muss immer wieder aufstehen.

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„Ich weiß, wie es ist, am Boden zerstört zu sein“

Es lief in Ihrem Leben nicht immer alles nach Plan. Ihre Karriere als Opernsängerin mussten Sie nach schwerer Krankheit aufgeben.

Williams: Ja, ich weiß, wie es ist, am Boden zerstört zu sein. Aber ich habe gelernt, aus eigener Kraft wieder aufzustehen. Man kann mich nur runterziehen, wenn ich es zulasse.

Sie führen ein großes Unternehmen. Die vergangenen Wochen sind Sie eher durchs Leben getanzt. War das schwierig, den eigentlichen Beruf mal ein Stück weit loszulassen?

Williams: Ich kann gut loslassen. Aber unser Unternehmen musste nicht ganz auf mich verzichten. Wo es ging, habe ich beides gemacht, und mein Mann ist ja auch immer im Einsatz für mich. Das war zwar eine ganz schöne Doppelbelastung und sicher die allerhärteste Zeit meines Lebens, aber meine Familie hat mich großartig unterstützt und mir so viel Kraft gegeben. Deswegen hat es so gut funktioniert.

Und jetzt wollen Sie den Pokal schon nach Hause holen, oder?

Williams: Ja klar (lacht). Erich und ich haben nie über den Titel gesprochen. Zumal die Jury ja auch nicht immer zu hundert Prozent zufrieden war. Aber jetzt wollen wir es wissen. Es zählen ja zum Glück auch die Zuschauer, und wenn die fleißig für uns anrufen, haben wir eine Chance, denke ich. Für mich wäre es ein Traum.

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Interview: Stefanie Thyssen

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