„Entweder beide oder gar nicht“

„Ganz ehrlich, liebes ‚Let‘s Dance‘“: Profitänzerin von Sieger-Paar kritisiert RTL-Regel

Renata Lusin und Rúrik Gíslason
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Profitänzerin Renata Lusin und Fußball-Star Rúrik Gíslason gewannen die 14. Staffel von „Let‘s Dance“.

Bei „Let‘s Dance“ tanzen Promi und Profitänzer zusammen um den Sieg. Doch am Ende bekommt nur Einer den Pokal. Von den Tanzsprofis hagelt es deshalb Kritik.

Update vom 4. Juni: Seit Beginn der 14. Staffel besprechen „Let‘s Dance“-Profis Oana Nechiti und Erich Klann regelmäßig die Folgen der RTL-Tanzshow in ihrem Podcast „Tanz oder gar nicht“. Darin äußerten die beiden zuletzt deutliche Kritik gegenüber dem Sender. Denn es ist üblich, dass nur der Promi des Sieger-Paares den Pokal mit nach Hause nehmen darf. Der Profitänzer, der wochenlang mit dem Star trainiert und auf den Sieg hinarbeitet, geht allerdings leer aus. Für die beiden ist das eine Unverschämtheit. Und mit ihrer Meinung stehen sie nicht alleine da.

Auch Profitänzerin Renata Lusin, mit der Fußball-Star Rúrik Gíslason die aktuelle Staffel gewann, würde sich ein anderes Vorgehen wünschen. Eines, das auch die Arbeit der Profitänzer und Profitänzerinnen wertschätzt. Deshalb appellierte sie in einem Interview auf den offiziellen „Let‘s Dance“-Instagram-Account an RTL. „Ganz ehrlich, liebes ‚Let‘s Dance‘, es müssen doch zwei Pokale sein - für Profis und für Promis!“, so die sichtlich enttäuschte Profitänzerin. Schließlich einigten sich die beiden während des Interviews auf einen Kompromiss: „Du kannst den Pokal sechs Monate im Jahr haben und ich die anderen sechs Monate“, schlug Gíslason nämlich vor. Doch ob dies eine langfristige Lösung ist? Möglicherweise kann der Sender in Zukunft doch noch über seinen Schatten springen und auch die Leistung des Profis mit einem Pokal anerkennen.

Heftige Kritik von Profitänzern bei „Let‘s Dance“: Ist RTL etwa zu knausrig?

Erstmeldung vom 28. Mai 2021: Köln - Am Freitagabend ist es wieder so weit: das Finale von „Let‘s Dance“ 2021. In diesem Jahr kämpfen die drei Promis Nicolas Puschmann, Valentina Pahde und Rúrik Gíslason mit ihren Profitänzern im Finale um den Pokal, der mit dem Show-Titel einhergeht. Doch diesen Pokal bekommt nicht das Sieger-Paar, sondern lediglich der Promi. Ehemalige Tanzprofis der RTL-Show sehen das als Unverschämtheit.

Die ehemaligen „Let‘s Dance“-Profis Oana Nechiti und Erich Klann besprechen seit Beginn der 14. Staffel die Geschehnisse aus der Show in ihrem Podcast „Tanz oder gar nicht“- natürlich aus Tanzprofi-Sicht. In der Folge „Special: Backstage ‚Let‘s Dance‘“ kritisierten sie das Vorgehen mit dem Siegerpokal.

„Let‘s Dance“: Kein Pokal für Profitänzer - „Eine Unverschämtheit“

Im Finale wird meist der Eindruck vermittelt, dass sowohl der Promi als auch der dazugehörige Profitänzer einen Pokal erhalten würde. Doch letztlich erhält alleine der Promi die Trophäe. „Das kann doch nicht sein, dass man sich den Arsch aufreißt. Und dann hat man für den Tänzer keinen Pokal“, ärgert sich Erich Klann. „Das geht nicht - egal wie viel der kosten sollte. Der gehört genauso uns!“
Seine Kollegin Oana Nechiti sieht dies genauso. Auch wenn die Trophäe schätzungsweise zwischen 3500 und 5000 Euro koste, sei dies kein Grund für diese Vorgehensweise. Schließlich handele es sich bei „Let‘s Dance“ um eine Millionen-Produktion. „Eine Unverschämtheit“, finden die Beiden.

Klann erinnert sich an seine Teilnahme 2012 zurück und findet das Verhalten von RTL, keinen Pokal an die Tänzer zu geben, verletzend: „Du kommst teilweise an den Rand des Wahnsinns, weil du weißt nicht, wird die Choreografie gut, wird sie schlecht. Am Ende des Tages ist es trotzdem irgendwie dein Werk, du verantwortest das. All diese Sachen, die zusammenkommen und dann kriegt man keinen Pokal - ist arm eigentlich.“ Nechiti fügt hinzu, dass entweder keiner den Pokal oder beide einen Pokal bekommen sollten. So stelle man sich die Frage, ob die Tänzer zu wenig wert seien, um einen Pokal zu bekommen. „Was soll das?“ Liegt es tatsächlich nur an den Kosten oder hat RTL das Problem bisher einfach nicht auf dem Schirm? Den Wunsch der Profis, ebenso einen Pokal zu erhalten, ist jedoch verständlich.

Auch im Jahr 2016 war Klenn als Profitänzer mit der jetzigen „Let‘s Dance“-Moderatorin Victoria Swarovski am Start. Dabei soll es zwischen Klenn und Swarovski ganz schön gekracht haben.

„Let‘s Dance“-Trophäe nur für Promis

Die Tanzprofis von „Let‘s Dance“ arbeiten für die Show ein Vierteljahr lang, sieben Tage, 24 Stunden. Beide gestehen den Promis zu, dass diese ebenfalls viel Arbeit in den Erfolg stecken würden. „Aber die meiste Verantwortung, die meiste Arbeit haben immer die Profitänzer“, so Nechiti. Warum dies nicht honoriert werde, können beide Tänzer nicht nachvollziehen.

Ekaterina Leonava bekam die drei Sieger-Pokale von den Promis geschenkt. (Screenshot Instagram)

Die Tänzerin Ekaterina Leonava erklärte in einer Fragerunde auf Instagram, dass ihr die Promis die Pokale geschenkt haben. Leonava nahm zuletzt 2019 bei „Let‘s Dance“ teil und gewann damals das dritte Jahr in Folge die Show. Auf die Anfrage des Magazins watson, weshalb es nur einen Pokal und ob es in Zukunft auch eine Trophäe für den Profitänzer gebe, gab es von seitens RTL keine Antwort. Vielleicht überdenkt RTL zukünftig diese Herangehensweise und bessert nach. Wer weiß?

Im „Let‘s Dance“-Finale, in dem es eine Voting-Panne gab, bei der man statt Rúriks Valentinas Stimme hörte, wie extratipp.com* auch berichtet, gab es zumindest wieder nur einen Pokal. (jsch) *extratipp.com ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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