Schaltet doch einfach ab!

Darum darf das ZDF Markus Lanz nicht feuern

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Wirksamer Protest gegen die Moderation von Markus Lanz: Abschalten.

Online-Petitionen wie die aktuelle gegen Markus Lanz gibt es viele. Wütende Bürger wollen auf diesem Weg mitbestimmen. Zu Recht? Im Fall von Markus Lanz ist diese Petition nicht mehr als ein pöbelnder Stammtisch, den das ZDF ignorieren sollte. Ein Kommentar.

Online-Petitionen liegen momentan voll im Trend. Bürger wollen bei Themen, die sie berühren, mitreden und -bestimmen. Mehr als 7000 Online-Petitionen sind derzeit auf openpetition.de zu finden. Dabei geht es um die Legalisierung von Cannabis, die Sitzplatzpflicht in Schulbussen, die Streichung des Themas Homosexualität vom baden-württembergischen Lehrplan oder den Rauswurf von Markus Lanz beim ZDF. Gerade das Beispiel Markus Lanz zeigt aber, dass das Mittel Online-Petition missverstanden und missbraucht wird.

Markus Lanz an den Pranger zu stellen, hat nichts mit Mitbestimmung zu tun

Man mag Markus Lanz für einen Lackaffen halten, der lieber seinen eigenen Kalauern zuhört, als intelligente Fragen zu stellen. Man mag sich sogar für ihn fremdschämen, wenn man ihn im Umgang mit Hollywood-Stars bei "Wetten, dass...?!" erlebt. Und jeder Rundfunkgebührenzahler darf auch kritisch hinterfragen, wofür das Geld nun ausgegeben wird. Doch in einer Online-Petition den Rauswurf eines Menschen zu fordern und ihn an den Pranger zu stellen, ist stillos und hat nichts mit Mitbestimmung zu tun.

Markus Lanz diskutiert während seiner ZDF-Sendung mit Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht.

Eine Online-Petition gegen den Moderator Markus Lanz zu starten, ist wie ein öffentlicher Stammtisch. Man haut in bierseeliger Laune mit der Faust auf den Tisch und gibt polemische Kommentare wie "Es ist ein Skandal, dass der so viel Geld verdient" von sich. Die anderen stimmen raunend mit "Endlich sagt's mal einer" zu. In dieser Stimmung ist es einfach, eine Petition, die das Absetzen des Moderators fordert, im Internet mit einem Klick zu unterschreiben - am besten noch anonym. 

Darum sollte das ZDF die Petition gegen Markus Lanz ignorieren

Früher tingelte man wochenlang von Haustür zu Haustür, um Unterschriften, etwa gegen das Fällen eines Baumes, zu sammeln. Heute versammeln sich die Wutbürger im Internet. In wenigen Tagen findet man tausende Unterstützer - deutschlandweit. Eigentlich eine gute Idee, doch diese Online-Petitionen entstehen zumeist auf einer emotionalen Grundlage. Hier werden keine Argumente Pro und Contra abgewogen, sondern einer schreit: "Das ist doof" und viele schreien hinterher: "Genau".

Aber ob Markus Lanz weiterhin im ZDF seine Talkrunde oder "Wetten, dass..?!" moderieren wird, ist nicht die Entscheidung eines pöbelnden Mobs, sondern liegt ganz allein bei den ZDF-Verantwortlichen. Genau aus diesem Grund, sollte die Rundfunkanstalt die Petition auch ignorieren.

Wer Markus Lanz nicht mag, der schaltet bei "Wetten, dass..?" ab

Das Protest-Mittel, das den Zuschauern bleibt, heißt Fernbedienung. Wer Markus Lanz nicht mag, seinen Interviewstil herablassend oder seine Sendungen peinlich findet, der schaltet am Samstag ab, wenn die Eurovisionsmelodie "Wetten, dass..?! einläutet. Die sinkende TV-Quote wird die ZDF-Verantwortlichen zum Handeln zwingen.

lot

Lesen Sie auch: Lanz äußerst sich zu Wagenknecht-Talk

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