„Manche Kollegen nehmen Namensschilder ab“

„Im Ernst?“ Markus Lanz geschockt von Schilderungen dieses Feuerwehrmanns

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Feuerwehrmann Philipp Baumann bei Markus Lanz zu Gast.

Bei „Markus Lanz“ ging es am Mittwoch im ZDF um Gewalt gegen Einsatzkräfte. Der Feuerwehrbeamte Philipp Baumann berichtete Erschreckendes aus seinem Dienstalltag.

Hamburg - Immer häufiger passieren verbale und körperliche Übergriffe auf Einsatzkräfte. Erst in der Silvesternacht gab es zahlreiche Vorfälle, bei denen Polizisten, Feuerwehrmänner und Notärzte verletzt wurden, indem sie mit Waffen bedroht oder mit Raketen und Böllern beschossen worden sind. In der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ ging es am Mittwochabend auch um das Thema Gewalt gegen Einsatzkräfte. Zu Gast war unter anderem der Feuerwehrbeamte Philipp Baumann, der von erschreckenden Ereignissen berichtete, die sogar den Moderator kurz stocken ließen.

Mehrfach bespuckt und bedroht

Nach 15 Jahren im Amt sagt Baumann, dass es in den letzten Jahren einen deutlichen Anstieg an Überfällen auf Rettungskräfte gegeben habe. Dabei sei kein Unterschied zwischen der Großstadt und ländlichen Gebieten zu machen. 

Der Feuerwehrmann war jahrelang in Hamburg im Einsatz und arbeitet jetzt in einer Kleinstadt in Baden-Württemberg. Er kennt sich also aus und sagt: „Das, was man fast täglich erlebt, ist eine Verrohung der Gesellschaft.“ Seine erste bedrohliche Situation habe er bereits 2005 erlebt, bei dem Versuch, einem betrunkenen Mann zu helfen. Der habe während des Einsatzes zu einem Gasrevolver gegriffen und zwei Mal in die Luft geschossen. In diesem Moment konnten Baumann und seine Kollegen nicht wissen, dass es sich nur um eine Schreckschusspistole handelte.

Der Feuerwehrmann erzählt in der Sendung von mehrfachen Spuck-Attacken und Drohungen. Vor ein paar Tagen erst wurden in Berlin Einsatzkräfte bespuckt und angegriffen. Einige seiner Kollegen nehmen ihre Namensschilder bei der Arbeit aus Angst vor Racheaktionen ab.

Markus Lanz schockiert: „Im Ernst?“

Einmal muss der Moderator ungläubig nachhacken. „Im Ernst?“ fragt er, als Baumann bestätigt, dass so ziemlich jeder Kollege Gewalt im Einsatz erlebt habe. Der Feuerwehrmann gibt Schulungen zum Thema Gewalt gegen Rettungskräfte und fragt die Teilnehmer zu Beginn immer, ob sie in den letzten zwölf Monaten damit Erfahrung gemacht hätten: „Von 24 Leuten melden sich 24 und können eine Geschichte erzählen.“

Lanz will daraufhin wissen, wer diese Menschen sind, die Einsatzkräfte angreifen. Es könne laut einer Studie belegt werden, dass es sich bei den Übergriffen vor allem um alkoholisierte Männer zwischen 20 und 39 Jahren handelt, sagt Baumann. Drogen spielen dabei generell eine Rolle. Aber auch Frauen werden öfter handgreiflich oder beleidigen. Das sei meistens der Fall, wenn sie selbst Patientin sind. Bei den Männern seien es eher Außenstehende, Freunde oder Verwandte, die bei einem Einsatz gewalttätig werden.

Bereitschaft zu Brutalität steigt

Zu Gast in der Sendung war auch der Kriminologe Prof. Thomas Feltes, der sich in einer Studie mit dem Thema befasst. Er sieht in der Gesellschaft zwei allgemeine Probleme. Zum einen steige die Bereitschaft, Sachen brutaler und intensiver anzugehen. Dabei lasse die Empathie nach, womit sich Gewalttäter immer weniger Gedanken um die Konsequenzen machen. Als Ursache dafür sieht Feltes eine Spaltung in der Gesellschaft, bei der sich eine Gruppe von Menschen nicht mehr dazugehörig fühle.

Außerdem ist der Kriminologe der Meinung, dass Vorbildspersonen ihre Aufgaben verfehlen würden. Als Beispiel nennt er Trump und Erdogan, deren Handeln von der Gesellschaft wahrgenommen und nachgeahmt werde.

In Berlin rief ein Autofahrer im November vergangenen Jahres:„Mir egal, wer hier reanimiert wird!“ während Einsatzkräfte versuchten, das Leben eines Kindes zu retten.

Dieser Film der Deutschen Feuerwehr-Gesellschaft soll wachrütteln.

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