Aus Orten wie "Entenhausen"

Viele Fakes bei Lanz-Petition?

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Hitzige Diskussion zwischen Markus Lanz und Sahra Wagenknecht

Mainz - Der Gegenwind bläst Markus Lanz kalt ins Gesicht! Die Zahl der Gegner, die in einer Online-Petition die Absetzung seiner ZDF-Talkshow fordern, wächst - doch es gibt Zweifel gegen die Aktion.

Der Protest war wie berichtet nach der Markus Lanz-Ausgabe am 16. Januar aufgeflammt, als der Gastgeber es im Gespräch mit Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht an "einem Mindestmaß an Höflichkeit" fehlen ließ, wie es Petitions-Verfasserin Maren Müller (54) aus Leipzig formulierte. Gegenüber dem Branchendienst DWDL wehrt sich der Moderator nun gegen die Vorwürfe.

Die Sendung sei "sicher an der einen oder anderen Stelle verbesserungswürdig" gewesen, sagt Lanz, fragt aber auch: "Was ist eigentlich schlimm daran, wenn man sich auch im Fernsehen leidenschaftlich streitet?"Es sei niemals persönlich gemeint gewesen, im Gegenteil: „Wir haben uns nach der Sendung noch eine ganze Weile sehr freundlich und unter vier Augen unterhalten.“ In einem längeren Telefonat  habe er Sahra Wagenknecht bereits gesagt, dass er es bedaure, „wenn das energische Nachfragen zu rustikal und sogar persönlich war“. Dennoch müsse es möglich sein, kritische Fragen zu stellen.

Immerhin, er gibt zu, er habe Wagenknecht bedrängt und kaum ausreden lassen: „Allein durch die Konstellation – also, eine Frau gegen zwei Männer – entstand zwangsläufig der Eindruck: Das ist jetzt unfair.“ Weil sich Wagenknecht aber "kraftvoll" wehrte, habe er dies in dem Moment nicht so eingeschätzt. „Mein Fehler“, sagt Lanz. „Daraus lerne ich.“

Unterdessen kommen Zweifel gegen die Online-Petition auf – vor allem weil die Anzahl der Zeichner wirklich extrem rasant anstieg. Meedia.de schrieb dazu am Freitag: "Ein Blick auf die Liste der Unterstützer zeigt, dass offenbar auch viele anonyme, mutmaßlich sogar doppelte Stimmen abgegeben  wurden. Zeichner mit den Namen Rosa Luxemburg oder Markus Lanz aus Orten wie Entenhausen verstärken diesen Eindruck."

Von 140.000 Unterzeichnern hätten nur 14 mit der eID-Funktion des neuen Personalausweises unterzeichnet. Laut dem Seitenbetreiber openpetition.de ist diese Verifizierung  allerdings keine Pflicht. Eine Legitimität werde aber erreicht, indem man prüfe, ob viele Unterschriften über die gleiche IP-Adresse gemacht wurden.

Sahra Wagenknecht nahm inzwischen die Entschuldigung  von Lanz an, so die Bild-Zeitung: „Herr Lanz hat mich angerufen und sich entschuldigt. Das akzeptiere ich.“ Von Seiten des ZDF hieß es, man müsse die Anzahl der Petitions-Unterzeichner auch in Relation zu den Millionen Zuschauern sehen, die keine Kritik geäußert haben. Andrea Stinglwagner

Andrea Stinglwagner

 

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