„Deutschland im Lockdown“

Ärger für Marlene Lufen: Corona-Talk sorgt für Kritik - Zuschauer sehen „kollektives Gejammere“

Corona- Lockdown-Talkshow von Marlene Luven mit Ärztin, Fernsehkoch Bloggerin und Schülersprecher
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Marlene Lufen und ihre Gäste bei „Deutschland im Lockdown“

Moderatorin Marlene Lufen bekommt nach ihrem emotionalen Corona-Video einen Prime-Time-Platz zur Diskussion. Doch die Sendung stößt auf heftige Kritik.

Berlin - Ende Januar hatte die Sat.1-Moderatorin Marlene Lufen auf ihrem Instagram-Account ein emotionales Video gepostet, in dem sie unter anderem die psychischen Folgen des Lockdowns für Kinder und psychisch Erkrankte sowie die zugespitzte Gefahrensituation für Betroffene von häuslicher Gewalt anspricht. Das Video schien vielen Zuschauern aus der Seele zu sprechen, verzeichnet mittlerweile über 11 Millionen Aufrufe, wurde unzählige Male geteilt.

Kritik dazu gab es jedoch auch: Lufen stelle einige Fakten nur verkürzt dar und die teilweise emotional stark aufgeladenen Botschaften könnten auch Pandemie-Leugnern in die Hände spielen - von denen sich die Moderatorin jedoch distanziert. In einem Instagram-Livestream mit Journalistin Dunja Hayali äußert sich Lufen dann noch einmal ausführlicher zur Thematik.

Marlene Lufen moderiert Sondersendung zum Thema Lockdown-Belastung

Nach dem enormen Echo auf das gepostete Video moderierte Lufen nun eine Talk-Show mit Schülersprecher Alexander Löhr, Bloggerin Charis Krüger, die selbst an Depressionen erkrankt ist, Koch und Unternehmer Tim Raue und der Kinderärztin Dr. Karella Easwaran. Lufen möchte, so schreibt sie unter ihrem Instagram-Post mit der Sendungs-Ankündigung, „mit denen sprechen, die sich zu wenig gehört fühlen. Deren Probleme ernst genommen werden müssen.“

Marlene Lufen: Massive Kritik auf Twitter an Corona-Sendung

Doch die Sendung schlägt nicht so ein wie das vorausgegangene Video, die Einschaltquote ist gering und der Talk an sich wird teilweise stark kritisiert. Besonders auf Twitter fallen die Reaktionen nicht zugunsten der Runde aus. „Offen Besprechen also. Vor Corona ging es Menschen auch schon schlecht, nur aus anderen Gründen. Da haben die auch nicht nach gefragt, geschweige denn sich darüber ausgetauscht“, schreibt eine Nutzerin.

Marlene Lufen wird Unausgewogenheit vorgeworfen

Die Argumente der Kritiker zusammengefasst: Lufen spiele Querdenkern in die Hände, sei wenig lösungsorientiert und die Sendung insgesamt unausgewogen. Ein Kommentator gesteht der Moderatorin zu „Marlene Lufen muss keine Lösung präsentieren“, ergänzt aber auch „ich hätte mir von ihr in ihrer ‚Rolle‘ als Journalistin aber einen ausgewogeneren Blick gewünscht. Weniger emotionale ‚Anklage‘, mehr Abwägen, dass es auch gute Argumente für die aktuellen Maßnahmen gibt“.

Ähnlich sieht das auch diese Nutzerin: „Wie undifferenziert diese Sendung war. Warum kam niemand aus dem Gesundheitswesen? Jemand der an Covid erkrankt war oder Angehörige verloren hat? Jemand der die Aussagen einordnet, in Frage stellt? Kollektives Gejammere statt Solidarität, super.“

Lufen macht mit Video und Sendung durchaus auf wichtige Themen aufmerksam - die Umsetzung weist jedoch aus Sicht der Netzgemeinde deutliche Lücken auf. (eu)

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