tz beim Dreh im Westend

Friedrich von Thun dreht mit Sohn neue Krimireihe

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Geben ­Vater und Sohn: Friedrich von Thun (links) und Maximilian Brückner.

München - Es knallt, und zwar gewaltig. Wir sind in einem Hinterhof im Münchner Westend. Ein Schuss fällt. Dann Stille. Was ist passiert? Gibt es Tote? Keine Sorge – hier wird nur gespielt, im wahrsten Sinne des Wortes.

Ein Film entsteht. Gedreht wird eine Szene aus der neuen ZDF-Krimireihe mit dem Titel Schwarzach 23. Marlene Morreis spielt eine junge Kommissarin, die einen Verdächtigen verfolgt und irgendwann eben auf ihn feuert, weil der Mann, dargestellt von Thomas Schmauser, nicht anhalten will. „Danke! Sehr schön“, ruft Regisseur Matthias Tiefenbacher. Die Szene ist im Kasten.

Etwas später an diesem Tag wird Maximilian Brückner dann die Ermittlungen weiterführen, sehr viel weniger stürmisch als seine Kollegin, die zugleich seine Schwester ist. Der 35-Jährige hat nämlich die eigentliche Hauptrolle in dieser neuen Produktion: Kommissar Franz Germinger junior.

„Schwarzach 23 ist eine Krimireihe, ja, aber vor allem ist es die Geschichte einer Polizistenfamilie“, erzählt Brückner in einer Drehpause der tz. Denn nicht nur er und seine Film-Schwester Marlene Morreis sind dem Verbrechen auf der Spur, auch ihr Vater, Franz Germinger senior, war einst in München Kommissar mit Leib und Seele. Obwohl inzwischen in Pension, ermittelt er zum Leidwesen seines Sohnes munter weiter. In der ersten Folge ist er noch dazu persönlich betroffen: Das Mord­opfer war sein bester Freund …

Friedrich von Thun spielt diesen alten Kriminaler-Haudegen, der unrasiert und jovial daherkommt und insgesamt eher der lockere Typ zu sein scheint. Mit seiner Frau (Gundi Ellert) lebt Franz senior nur offiziell getrennt, und alle miteinander wohnen in einem Haus im Münchner Osten mit der Adresse Schwarzach 23 – daher auch der Titel.

Marlene Morreis spielt eine ­junge Kommissarin

„Friedrich von Thun war von Anfang an unsere Wunschbesetzung“, sagt Conradin Hagedorn von der Produktionsfirma TV60Filmproduktion, die für die Reihe verantwortlich zeichnet. „Wir fanden es spannend, ihn mal in einer ganz anderen Rolle zu sehen.“ Und tatsächlich: Dieser Franz Germinger senior ist sehr weit weg von dem Patriarchen in Tweed-Sakko, den von Thun in den vergangenen Jahren allzu oft, wenn auch überzeugend, gegeben hat.

Friedrich von Thun und Maximilian Brückner als Vater-Sohn-Gespann in einer Krimireihe – das hat was! Zumal der Senior, der gerne Fünfe gerade sein lässt, und sein Junior, bei dem alles in geordneten Bahnen laufen muss, unterschiedlicher nicht sein könnten. Kein Wunder, dass die Beziehung von vielen Konflikten geprägt ist. „Ein Sohn will dem Vater eigentlich immer etwas beweisen, oder?“, fragt Brückner und schmunzelt. Und so sei es eben auch bei seiner Figur. „Die zwei feixen allerdings nicht nur rum, sondern tun sich gegenseitig richtig weh. Da geht’s ans Eingemachte, auch wenn sie am Ende doch meist zusammenhalten. Das ist eine interessante Konstellation, finde ich.“

Maximilian Brückner mit tz-Redakteurin Stefanie Thyssen.

Es ist das erste Mal, dass Brückner und von Thun zusammenarbeiten. Verstanden haben sie sich auf Anhieb. Von Thun sei ein „ganz toller Kollege vor und hinter der Kamera“, sagt Brückner, der neben den Dreharbeiten immer noch als Boandlkramer im Brandner Kaspar auf der Bühne des Volkstheaters steht, ohne einen Anflug von Anbiederung. Und so sind die beiden nun so etwas wie das neue Krimi-Traumpaar im deutschen TV.

Zweieinhalb Jahre ist es her, dass Brückner für die ARD, besser gesagt für den Saarländischen Rundfunk schon einmal die Rolle des Ermittlers spielte – als damals jüngster Tatort-Kommissar. Nach nur sieben Folgen und vielen Querelen mit dem Sender war allerdings schon wieder Schluss. Heute ist das kein Thema mehr für den sympathischen Oberbayern, der mit seiner ganzen Familie auf einem Mehrgenerationen-Hof im Chiemgau lebt. „Es passte damals einfach nicht mehr“, sagt Brückner. „Und dann ist es besser, sich zu verabschieden.“ Man könne es doch auch positiv sehen: „Wenn ich noch Tatort-Kommissar wäre, hätte ich diese Rolle hier in Schwarzach 23 sicher nicht angeboten bekommen.“

Und das wäre tatsächlich schade. Denn die Geschichten rund um die Polizistenfamilie Germinger klingen vielversprechend. Einen Sendetermin für die erste Folge gibt es noch nicht. Januar 2015 ist angedacht, aber noch nicht bestätigt. Fest steht aber, das zweite Drehbuch ist schon in Arbeit und: Es wird knallen – sicherlich nicht nur, wenn wieder ein Schuss fällt.

Stefanie Thyssen

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