Streifen in der ARD

"Meister des Todes": Brisanter Film über Waffenlieferungen

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Waffenexperte Peter Zierler (Hanno Koffler) gerät in Mexiko in einen Straßenkamp.

Am Mittwoch zeigt die ARD "Meider des Todes". Die tz hat sich den Film bereits angeschaut. Die TV-Kritik.

Aufgrund laufender Ermittlungsverfahren wurden Namen und berufliche Positionen im folgenden Film verfremdet.“ Wenn vor Beginn eines Films so ein Hinweis eingeblendet wird, wird es in den folgenden 90 Minuten meist brisant. Und so ist es auch in dem Drama Meister des Todes, heute Abend im Ersten. Es geht um illegale Waffenlieferungen nach Mexiko, Mauscheleien in Ministerien und die Frage, was mit einem Menschen passiert, der aus diesem tödlichen Geschäft aussteigen will. Alles fiktiv – aber eben basierend auf realen Geschichten.

Gedreht hat diesen fesselnden Spielfilm ein Mann, der sich mit brisanten Stoffen auskennt: der Münchner Daniel Harrich. Nachdem sein Film Der blinde Fleck über das Oktoberfest­attentat Anfang des Jahres ausgestrahlt wurde, nahm der Generalbundesanwalt die Ermittlungen zum Wiesn-Attentat wieder auf. „Damit haben wir Justizgeschichte geschrieben“, sagt Harrich, der nun in die so undurchsichtige und geheime Welt der Waffenhändler eingetaucht ist.

Im Mittelpunkt von Meister des Todes steht Peter Zierler, ein Familienvater von zwei Kindern, der in einem beschaulichen württembergischen Städtchen lebt und – wie schon der Vater und Großvater – beim (fiktiven) Waffenhersteller HSW arbeitet. Zierler, großartig gespielt von Hanno Koffler, und sein Chef und Ziehvater Alexander Stengele (ebenso überzeugend: Heiner Lauterbach) sollen Militär und Polizei in Mexiko von der neuesten Generation der HSW-Waffen überzeugen. Ein Millionengeschäft. Im Laufe der Verhandlungen bekommt Zierler nicht nur mit, dass bei den Exportgenehmigungen übelst getrickst wird. Er muss auch vor Ort in Mexiko mit ansehen, wie ein paar oppositionelle Demonstranten mit den Gewehren „seiner“ Firma auf offener Straße erschossen werden. Er gerät in einen Gewissenskonflikt, steigt schließlich aus und verbündet sich mit Gegnern der Rüstungsindustrie – der Beginn eines Albtraums für ihn und seine Familie …

„Wenn man mir so ein Drehbuch mit der Anmerkung ,Das ist Fiktion‘ vorgelegt hätte, hätte ich es möglicherweise als spekulativ und völlig übertrieben zur Seite gelegt“, sagt Daniel Harrich. Aber die Realität sei bisweilen sogar noch brutaler, korrupter und schmutziger als im Spielfilm dargestellt. „Die Firma und deren Vertreter agieren ohne Rücksicht auf Verluste und – schockierenderweise – mit aktiver Unterstützung der für die Kriegswaffenexportkontrolle zuständigen Ministerien und Behörden.“ Diese Personen gehören für Harrich auf die Anklagebank.

Die Recherchen für den Film gestalteten sich naturgemäß schwierig. Harrich, der das Drehbuch gemeinsam mit Gert Heidenreich geschrieben hat, traf sich mit zahlreichen Informanten. „Whistleblower – moderne Helden –, die es ermöglichen, diese schmutzigen Geschäfte endlich aufzudecken“, so Harrich. Wer sie sind und woher sie kommen? Dazu sagt er nichts. Die Treffen seien „wie in einem klassischen Agententhriller“ abgelaufen: geheim, an Flughäfen und in Hotelhinterzimmern. Und: Die Recherche läuft bis heute weiter und wird auch nicht aufhören. „Man darf gespannt sein“, so Harrich, „was noch alles kommen wird“.

thy

„Meister des Todes“, Mittwoch , 20.15 Uhr, ARD

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