Batus "Tatort"-Tod: So schieden andere Kommissare aus

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Gestern lief die letzte „Tatort“-Folge mit Cenk Batu (Mehmet Kurtulus).

München - Was für ein Finale hat der NDR seinem Kommissar Cenk Batu (Mehmet Kurtulus) da am Sonntag geschenkt?! Die Tatort-Kritik und wie andere Kommissare aus dem Amt schieden.

Wenn auch an manchen Stellen etwas dick aufgetragen, war der letzte Tatort mit dem Hamburger Ermittler wirklich stark. Am Ende war Batu tot. Gestorben aus Liebe, dramatischer ging es nicht.

„Das war der spektakulärste Ausstieg eines Kommissars in der Tatort-Geschichte“, sagt auch François Werner, der die Fanseite www.tatort-fundus.de betreibt und der wohl beste Kenner der Krimireihe ist.

Aber wie sind eigentlich ­Batus Kollegen aus dem Dienst ausgeschieden? 65 Abgänge von Ermittlern hat es bisher gegeben. „In 63 Prozent der Fälle bleibt für den Zuschauer völlig offen, was mit den Ermittlern nach dem Ende ihres letzten Tatort-Falls geschieht“, erklärt Werner im Gespräch mit der tz. Einer der Gründe dafür ist, dass die Entscheidung, einen Kommissar nicht länger zu beschäftigen, manchmal fällt, wenn der dann letzte Film schon abgedreht ist. So geschah es kürzlich beim Saarländischen Rundfunk mit den Kommissaren Kappl und Deininger alias Maximilian Brückner und Gregor Weber (tz berichtete).

Im Dienst umgebracht wurden vor Cenk Batu übrigens erst zwei Hauptermittler: 1982 traf es Polizeihauptmeister Rolfs (Klaus Löwitsch), und 1998 Kommissar Zorowski (Robinson Reichel), der von einem Drogendealer angefahren wurde und später in einem Rettungshubschrauber starb.

Eine glückliche Zukunft vor Augen hatte dagegen der Münchner Assistent Carlo Menzinger (Michael Fitz), der nach einer satten Erbschaft die Kollegen Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miro Nemec) guten Gewissens alleine lassen konnte.

Die tz blickt auf weitere Abgänge zurück, die Geschichte schrieben

Melchior Veigl:Pensioniert

Regulär pensioniert wurden nur wenige Tatort-Ermittler. Der Grund

liegt auf der Hand: Die meisten hatten zum Zeitpunkt eines Ermittlerwechsels noch gar nicht das notwendige Alter erreicht. Die erste Ausnahme in dieser Hinsicht war BR-Kommissar Veigl alias Gustl Bayrhammer. In seinem letzten Fall Usambaraveilchen spricht er sogar von seiner bevorstehenden Pensionierung.

Schimanski: Scheiße,Scheiße!

So spektakulär der Ausstieg von Cenk Batu (Mehmet Kurtulus)

gestern auch war – den vielleicht schönsten Abschied legte Götz George als Schimanski hin. In Der Fall Schimanski (1991) wurde er vom Dienst suspendiert, weil man ihn – fälschlicherweise – für bestechlich hielt. Man bot ihm am Ende des Films zwar noch die vollständige Rehabilitierung an, doch Schimmi lehnte ab und flog mit dem Gleitschirm davon. Seine letzten Worte im freien Fall: „Scheiße, Scheiße!“ Wunderbar.

Stoever & Brockmöller: Abschiedsständchen

Stoever & Brockmöller alias Manfred Krug und Charles Brauer waren

das ­legendäre Tatort-Duo vom NDR. Sie ermittelten von 1984 bis 2001. Ihren Ausstieg thematisierten sie schon in einigen Folgen vor dem großen Finale in Tod vor Scharhörn. Und wie konnte es anders sein – am Ende sangen die beiden ein letztes Mal: „Mord und Totschlag sind nun aus, denn wir zwei geh’n nach Haus …“

Jan Casstorff: „Ich danke euch“

Er konnte nicht mehr, er wollte nicht mehr. Der Abgang von Jan

Casstorff alias Robert Atzorn in der Folge Und tschüss (2008) ist auch einer, der einem im Gedächtnis geblieben ist. In der Schluss­szene steht er mit Freundin Wanda (Ursula Karven) Arm in Arm an der Elbe … ­Seine letzten Worte kurz zuvor waren an Zollbeamte gerichtet. Kurz, knackig und simpel sagte er: „Ich danke euch!“

Alle Tatort-Teams ab Herbst 2012

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