"Bedauernswert, dass Fehler gemacht werden"

Nach Hass-Attacken auf Reschke: Facebook tut es leid

München - Nach den Hass-Attacken gegen ARD-Moderatorin Anja Reschke auf Facebook äußert nun eine Sprecherin ihr Bedauern darüber. Der Umgang mit entsprechenden Posts sei sehr schwierig.

ARD-Moderatorin Anja Reschke hat mit ihrem deutlichen Kommentar in den "Tagesthemen" gegen Flüchtlingshetze und Fremdenhass überrascht. Sie polterte gegen den steigenden Fremdenhass und forderte zum Widerstand auf. "Wenn man also nicht der Meinung ist, dass alle Flüchtlinge Schmarotzer sind, die verjagt, verbrannt oder vergast werden sollten, dann sollte man das ganz deutlich kundtun", so Reschke. "Dagegen halten, Mund aufmachen. Haltung zeigen, öffentlich an den Pranger stellen."

Die Reaktionen in den sozialen Netzwerken ließen nicht lange auf sich warten, positive wie negative. Doch besonders letztere, die auf Facebook gepostet wurden, lassen die Frage aufkommen: Wie geht das soziale Netzwerk mit beleidigenden und justiziablen Meinungsäußerungen um? Das Löschen entsprechender Kommentare scheint Facebook Probleme zu bereiten - und zwar mehr, als das Verbannen von Nacktfotos. User Peter Greve griff das auf und fragte mit einem Post beim US-Unternehmen nach.

Anja Reschkes Kommentar zu Hasskommentaren in sozialen Netzwerken macht eine Riesenwelle in sozialen Netzwerken. (Gerade...

Posted by Peter Greve on Donnerstag, 6. August 2015

Tina Kulow, die deutsche Sprecherin von Facebook, antwortete auf Greves Frage. Sie schrieb folgendes:

"Lieber Peter Greve – und gern schauen wir uns den o.g. post nochmal an – danke für’s schicken – kann das so nicht sagen. In dem Bemühen, die vielen Reports von Menschen auf Facebook, die wir jeden Tag erhalten, schnell und effizient zu bearbeiten, schaut sich unser Community Operations-Team jede Woche Hunderte von Tausenden von Reports zu Inhalten an. Unsere Reporting-Systeme sind dafür entwickelt, Menschen vor Missbrauch, Hassrede und Mobbing zu schützen und es ist bedauernswert, dass gelegentlich Fehler gemacht werden, wenn solche Reports bearbeitet werden. Wir wissen, dass dies frustrierend sein kann."

Zugegeben, die Menge an Kommentaren und Posts in dem riesigen Netzwerk zu überwachen, ist ein schwieriges Unterfangen. Dennoch, Facebook täte wohl gut daran, sich noch einmal intensiver mit der Herangehensweise auseinanderzusetzen. Ein zu lascher Umgang mit Hass-Kommentaren kann zu einem ernsten Image-Schaden führen.

Facebook-User hatten in bösen Kommentaren etwa "verbrennt die Alte" und "Antifa-Nigger-Muslim-Zigeunerhure" geschrieben, sagte Reschke dem Tagesspiegel

fw

Rubriklistenbild: © Screenshot ARD auf Youtube

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