Kandidat mit psychischen Problemen

Nach kuriosem DSDS-Auftritt: Wusste Bohlen von Diegos Krankheit?  

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Kandidat Diego sorgte mit seinem Auftritt bei DSDS für Aufsehen.  

Mit seinem eigentümlichen Auftritt sorgt DSDS-Kandidat Diego weiter für Diskussionen. Doch eine Frage stellt sich ganz besonders: Wusste die Jury um Pop-Titan Dieter Bohlen von der Krankheit des 25-Jährigen? 

München - Zuschauer des Casting-Formats „Deutschland sucht den Superstar“ sind gewiss einiges gewohnt, was Kuriositäten anbelangt, die sich während der RTL-Show ereignen. Der Auftritt von Diego (Name vom Sender geändert) am vergangenen Samstag dürfte jedoch auch bei den abgehärteten DSDS-Fans für Stirnrunzeln gesorgt haben. 

Neben seiner Rap-Einlage („Rake it up“ von Nicki Minaj) inklusive Rückwärtssalto vom Jury-Pult wusste der 25-Jährige auch durch Ausführungen über sein Leben zu verwirren. So behauptete er auf die Frage nach seinem familiären Hintergrund, er sei der Sohn vom legendären US-Rapper Tupac Shakur. Noch schräger wurde es, als Diego erzählte, dass er eigentlich von der Mafia entführt worden und nun in Deutschland gelandet sei. 

RTL: „Warum sollten wir jemandem das Recht auf Selbstbestimmung nehmen?“

Ob es an seinem kuriosen Auftritt oder doch an seinen Rap-Künsten lag: Mit drei von vier Jury-Stimmen wurde Diego in den Recall geschickt. Seine Einlage sorgte jedoch weiter für Diskussionen, vor allem nachdem die Bild in Erfahrung brachte, dass Diego an einer Psychose leide, die wohl durch Drogen ausgelöst worden sein soll. „Ich lebe in einem Wohnheim für psychisch Erkrankte. Ich bin seit vier Jahren dort“, erzählte er dem Blatt.

Auf die aufkommende Kritik an RTL, Menschen mit derartigen Erkrankungen nicht ausreichend zu schützen, reagierte eine Sprecherin des Senders: „Warum sollten wir jemandem das Recht auf Selbstbestimmung nehmen und ihm den Auftritt verbieten? Bei DSDS kann jeder mitmachen, egal wie er aussieht, ungeachtet des sozialen Hintergrunds, der kulturellen oder religiösen Wurzeln und unabhängig von körperlichen oder sonstigen Einschränkungen.“

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Bohlen will kein Redaktions-Briefing

Pop-Titan Dieter Bohlen. 

Dass der Kölner Sender über Diegos Hintergrund Bescheid wusste, überrascht nicht. Doch wurde auch die Jury über die Krankheit des Kandidaten in Kenntnis gesetzt? Machten Bohlen und Co. demnach auf ahnungslos, ganz nach dem Motto: Alles für die Show?   

Die Bild fragte beim 63-jährigen Musikproduzenten nach und der stellt klar: „Nein. Ich möchte ohne Vorbehalte an jeden Kandidaten gehen und verbiete mir vor den Auftritten jede Art von Redaktions-Briefing. Auf meinem Zettel stand nur der Name, sonst nichts.“

Ob auch die anderen Jury-Mitglieder nichts von der Krankheit Diegos wussten, ist nicht klar. Im März jedenfalls wird der 25-Jährige im Recall erneut auftreten. Es dürfte ähnlich unterhaltsam werden. 

kus

Video: So sah Dieter Bohlen früher aus

Video: Glomex

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