Ihre Krankheit blieb lange Zeit unentdeckt

„Ich habe sie gehasst“: TV-Hundeprofi Martin Rütter erschüttert mit Geständnis in Talkrunde

Martin Rütter
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TV-Hundeprofi Martin Rütter spricht in der „NDR-Talkshow“ ungewohnt offen über seine verstorbene Mutter.

In der „NDR-Talkshow“ sprach TV-Hundeprofi Martin Rütter nicht nur über sein Spezialgebiet. Emotional wurde es, als er vom Moment des Todes seiner Mutter erzählte.

  • TV-Hundeprofi Martin Rütter spricht in einer Talkshow offen über eine private Familiengeschichte.
  • Seine Mutter litt an einer schweren Krankheit - doch das wusste lange niemand.
  • Rütters schlechtes Verhältnis zu ihr besserte sich erst nach einer bitteren Diagnose.

Hamburg - Wenn er eines beherrscht, dann ist das der Umgang mit Vierbeinern: TV-Hundeprofi Martin Rütter ist für Hunde das, was für Kinder „Die Super Nanny“ Katharina Saalfrank bei RTL war. In der Vox-Serie „Der Hundeprofi“ hat Rütter schon etlichen Hundebesitzern bei der Erziehung ihrer Tiere geholfen. Klar, als ausgebildeter Tierpsychologe muss er es ja wissen. Dass Rütter als Privatperson allerdings mit einem schweren Schicksalsschlag zu kämpfen hatte, damit ging der 50-Jährige erst vor Kurzem an die Öffentlichkeit.

NDR-Talkshow: TV-Hundeprofi Martin Rütter offenbart Verhältnis zu Mutter - „Ich habe sie gehasst“

Anfang des Jahres zog sich das TV-Gesicht zunächst von der Bildschirmfläche und auch aus den sozialen Netzwerken zurück, wie bunte.de berichtete. 2018 hatte Rütter erstmals offen über die schwere Krankheit seiner Mutter gesprochen, an der sie letztendlich im Mai dieses Jahres verstarb. Die Diagnose wurde ihr vor sieben Jahren gestellt. An Demenz litt Mama Hanni jedoch vermutlich schon seit ihren 30ern - doch niemand wusste es. Im Nachhinein brachte diese Erkenntnis helles Licht in viele dunkle Momente seiner Jugend, wie Rütter offen und ehrlich gesteht. Denn das Verhältnis zu seiner Mutter sei wegen ihrer Krankheit immerzu belastet gewesen.

„Meine Mutter hatte eine Form der Demenz, die sehr selten ist“, informierte Rütter Gastgeberin Bettina Tietjen in der „NDR-Talkshow“ vom Freitag (27. November). Tietjen und die anderen Gäste, wie beispielsweise „Bauer sucht Frau“-Moderatorin Inka Bause, hingen sichtlich an seinen Lippen. Rütters Mutter litt seiner Schilderung zufolge an einer frontotemporalen Demenz, bei der diejenigen Stirnlappen angegriffen werden, ein Bereich des Gehirns, der für soziale Kompetenz zuständig ist. Diese Krankheit beginnt bereits bei jungen Menschen, im Alter von 30 Jahren. „Meine Mutter hat sich ihr ganzes Leben sozial unangemessen verhalten“, so Rütter weiter. „Als Kind denkst du, deine Mutter hat eine Schraube weg“. Doch zu dieser Zeit konnte niemand aus ihrer Familie ihr Verhalten adäquat einschätzen und sie mit ihrer Krankheit in Verbindung bringen.

Ich habe sie wirklich gehasst“, gesteht sich der TV-Profi heute ein. Aufgrund ihres abweichenden Sozial-Verhaltens, das wohl auf ihre damals unbemerkte Krankheit zurückzuführen ist, sei sie eine schlechte Mutter gewesen. „Meine Schwester und ich haben sehr unter dieser Mutter gelitten“, erzählt Rütter. Dank der Diagnose im hohen Alter konnte die Familie jedoch verschiedene Situationen aus der Vergangenheit reflektieren: „In dem Moment, als wir eine Diagnose bekommen haben, war das Gute an dieser Krankheit, dass ich in dieser Sekunde mit meiner Mutter Frieden schließen konnte.“

NDR-Talkshow: TV-Hundeprofi Martin Rütter spricht über emotionalen Abschiedsmoment

Im Mai diesen Jahres musste die Familie schließlich von ihr Abschied nehmen. In der Talkshow erzählte der Hundeprofi nun zum ersten Mal von dem emotionalen Moment, als seine Mutter starb. „Mein Stiefvater und ich waren im Moment des Sterbens dabei, und das ist wirklich speziell. Der Moment, wenn Du jemandem die Hand hältst und der den allerletzten Atemzug macht“, erinnert er sich. „Es war ein dramatischer Moment, aber das war auch ein Moment von Friedenschließen. Das war ganz schön eigentlich.“

Dem 50-Jährigen liegt die Krankheit wegen seiner eigenen Erfahrungen sichtlich am Herzen. „Warum es mich nicht loslässt, ist, weil wir als Familie unglaubliche Konflikte über diese Krankheit hatten. (...) Wir haben das wirklich sehr hart erlebt“, führte er weiter aus. Deshalb hat der Buchautor sich auch für die Doku „Demenz - Wenn der Mensch im Kopf verloren geht“ über seine erkrankte Mutter entschieden, die auf TVNow zu sehen ist.

Obwohl er sein Privatleben normalerweise aus der Öffentlichkeit heraushält, hat sich Rütter dazu entschieden, das Schicksal seiner Mutter öffentlich zu teilen. Als selbst Betroffener ist es ihm eine Herzensangelegenheit und er hofft, damit auch anderen Menschen helfen zu können. (jbr)

Kabarettistin Monika Gruber erzählte indessen beim „Kölner Treff“ im WDR von einer pikanten Situation während der Corona-Krise: Ihr Partner „schmuggelte“ sie aus dem Italien-Urlaub zurück.

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