Nu(h)r altes Zeug bei der Premiere

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Dieter Nuhr

München - Mehr Mühe hätte sich Dieter Nuhr als neuer Gastgeber des Satire Gipfels nun wirklich geben können: die tz-Kritik.

Ausgerechnet bei seiner Premiere wärmte der Kabarettist allerhand Lustiges auf, was er in den vergangenen Wochen schon bei anderen Auftritten im Fernsehen zum Besten gegeben hatte. Der Nachfolger von Mathias Richling hatte am vergangenen Donnerstag nicht einen originellen, hintersinnigen oder – wenigstens – neuen Gedanken auf Lager. Nu(h)r weichgespülte Themen: von Merkels Mannschaft über den künftigen Talkshow-Terror im Ersten bis hin zur Deutschen Bahn.

Er mache das hier „aus reinem Spaß“, sagte der studierte Kunstpädagoge in der ARD-Sendung. Schön, aber auf diesem Niveau auch sicher nicht mehr lange. Denn diejenigen Zuschauer (2,19 Millionen Menschen, Marktanteil: 10,8 Prozent), die neugierig darauf waren, mit welchen klugen, satirischen Seitenhieben der Nuhr als Neuer aufwartet, hat der 50-Jährige enttäuscht und bereits vergrault.

Ausgerechnet Dieter Nuhr, der so stolz darauf ist, ein Grenzgänger zwischen Kabarett und Comedy zu sein, und stets versuchte, „intelligente Relevanz mit Komik zu verbinden“, versagt auf einem Sendeplatz (ehemals Scheibenwischer), auf dem anspruchsvolle Satire vom Publikum gewünscht wird. Nuhrs müde Monologe hatten das Potenzial einer flachen Comedy.

Bleibt nur zu hoffen, dass künftig noch kabarettistische Lichtblicke wie Alfred Dorfer, der tiefsinnige Österreicher, als Gäste auftreten. Richling sei mehr der „Zweitakter, hohe Umdrehungszahl“, er „mehr der Diesel, entspanntes Wummern“, sagte Nuhr jüngst im Interview. So mancher Zuschauer mag die hohe parodistische Frequenz von Mathias Richling sogar vermisst haben.

lay

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