„Nicht egal!“

Oliver und Amira Pocher schreiben bei RTL TV-Geschichte - Seine Gedanken kreisten um eines

Nachdem Oliver Pocher in letzter Zeit gegen Promis und Influencer austeilte, zeigten er und seine Frau Amira Pocher sich plötzlich solidarisch. Er wagte etwas Neues bei RTL.

  • Oliver und Amira Pocher haben eine Sendung bei RTL.
  • Bei „Pocher - gefährlich ehrlich!“ bashen sie normalerweise andere Promis.
  • Der Tod George Floyds weckte jedoch sogar in Pocher eine andere Seite.

Update vom 6. Juni 2020, 08.39 Uhr: Acht Minuten und 46 Sekunden haben Oliver und Amira Pocher zu Beginn der letzten Folge ihrer RTL-Show „Gefährlich ehrlich“ geschwiegen. Genau die Zeitspanne, die der amerikanische Polizist auf dem Hals des Afroamerikaners George Floyd kniete und dieser um sein Leben kämpfte. Die Pochers wollten mit dieser bemerkenswerten Aktion ein klares Zeichen gegen Rassismus setzen. 

Dabei musste Olli während des grandiosen Statements, für das er und seine Ehefrau Amira große und positive Resonanz erhielten, vor allem an eine Sache denken: „Auch bei mir sind ja die Gedanken sofort gekreist um einen Teil meiner Familie, der ja in Amerika ist“, verrät Pocher gegenüber RTL nach der Sendung. Konkret meinte der TV-Entertainer damit seine drei Kinder, die mit ihrer Mutter Sandy Meyer-Wölden in Miami leben, und um die er angesichts der dort herrschenden rassistisch-motivierten Polizeigewalt in großer Sorge ist.

Oliver und Amira Pocher schreiben bei RTL plötzlich TV-Geschichte - Bemerkenswerte Aktion

Unser Artikel vom 5. Juni 2020:

Köln - Die letzte Folge der Sendung „Pocher - gefährlich ehrlich!“ starteten Oliver Pocher und seine Frau Amira anders als sonst. „Oli, wir müssen heute mal ein bisschen ernster beginnen als in den vergangenen Sendungen“, leitete Amira Pocher in die Show ein.

In letzter Zeit fiel Pocher eher wegen Auseinandersetzungen auf. Er kämpfte im TV gegen Michael Wendler und teilte so hart gegen Sarah Harrison aus, dass ihm Mobbing vorgeworfen wurde. Anne Wünsche, die aus der R TL-2-Sendung „Berlin - Tag & Tag“ bekannt ist, ging sogar gerichtlich gegen Pocher und sein Promi-Bashing vor.

RTL - „Pocher - gefährlich ehrlich!“: Pocher schweigt

Am Donnerstag (4.6.) zeigte Pocher aber plötzlich ein anderes Verhalten. „Die USA haben ein großes Problem mit rassistisch-motivierter Polizeigewalt gegen Schwarze. Der tragische Fall George Floyd macht dies ganz deutlich“, sagte Pocher zu Beginn der Sendung in ernstem Ton. Er und seine Frau Amira trugen beide ein schwarzes T-Shirt mit der Aufschrift „nicht egal!“. Vor einigen Wochen präsentierte Pocher noch ein Shirt mit dem Slogan „egal.“ und nahm damit Michael Wendler aufs Korn. In einem Instagram-Video parodierte Pocher ihn und interpretierte seinen Song „Egal“ neu.

Die Pochers schilderten den gewaltsamen Tod George Floyds, der die USA und viele Menschen weltweit gerade in Schrecken, Wut und Mitgefühl versetzt. Der weiße Polizist Derek Chauvin kniete minutenlang auf der Kehle des Afroamerikaners George Floyd. Obwohl er deutlich machte, dass er keine Luft bekam, drückte Chauvin auf seinem Nacken, bis Floyd starb.

Rassismus tötet und Rassismus ist nicht nur ein amerikanisches Problem“, stellte Amira Pocher in der Sendung klar. „Deswegen sagen wir heute: hier, auf dieser Welt ist kein Platz für Rassismus“, fuhr Oliver Pocher fort. Um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen, schwiegen die beiden acht Minuten und 46 Sekunden im Fernsehen. Im abgedunkelten Studio lief hinter den beiden ein Countdown. Fast neun Minuten Schweigen im TV, das gab es selten bis nie - ein Moment der TV-Geschichte.

RTL - „Pocher - gefährlich ehrlich!“: Oliver Pocher zeigt sich ungewohnt solidarisch

„So lange hast Du noch nie den Schnabel gehalten“, sagte Amira Pocher zu ihrem Mann Oliver, als die Zeit abgelaufen war. „Ja, ist auch ein ernstes Thema“, stimmte Pocher zu und sagte, dass es ein bedeutendes Zeichen sei, auf dem Sender RTL fast neun Minuten lang nichts zu sagen. Danach gingen die Pochers wieder ihrer Lieblingsbeschäftigung nach - gegen Promis und Influcencer zu hetzen. Dieses Mal kritisierten sie, wie die Instagram-Prominenz auf den Tod George Floyds reagierte.

Viele hatten unter dem Hashtag #blackouttuesday ein schwarzes Quadrat in ihrem Feed gepostet. Die Journalistin und Autorin Alice Hasters sagte dazu in einem Beitrag des ARD-Mittagsmagazins: „Für die einen eine große, globale, antirassistische Aktion, für die anderen heuchlerisch. Stars und Influencer*innen, die sich sonst vor allem selbst vermarkten, posten ein schwarzes Viereck und denken, damit hätten sie die Welt gerettet.“

Hasters stellt klar, dass sie niemanden dafür kritisieren wolle, aber: „Wer jetzt meint: ‚So, mein Soll ist getan‘, der irrt - aber gewaltig.“ Um gegen strukturellen Rassismus aktiv vorzugehen brauche es deutlich mehr Einsatz als nur Aktionen auf Instagram und Facebook.

Oliver Pocher wird bei der letzten Folge von „5 gegen Jauch“ in diesem Jahr wieder den Gastgeber spielen. Die Show wartet dann erneut mit einem großen Promi-Aufgebot auf:Ein DSDS-Sieger ist mit von der Partie.

Am Montag (8. Juni 2020) startet eine neue Staffel von der beliebten Auswanderer-Doku-Soap „Goodbye Deutschland“ auf VOX: Es geht um das aufegende Familienleben von Angelo Kelly im Lockdown - bis dann die Tränen fließen.

Hingegen heftig auf die Schippe genommen wurde Philipp Amthor von Oliver Pocher. Seine Parodie fiel sehr derbe aus. Trotzdem ist die Ähnlichkeit zum TV-Promi* verblüffend.

Einen ungewöhnlichen Weg wählte Pocher nun auch, um auf die Missstände in der Billigfleisch-Produktion hinzuweisen. Nach dem Corona-Ausbruch in Gütersloh tauchte er als Clemens Tönnies verkleidet vor Quarantäne-Wohnblocks auf*. Zum Unmut der Betroffenen und Kommunalpolitiker.

lb

Rubriklistenbild: © dpa / Tobias Hase

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