Von der Realität inspiriert

TV-Drama "In der Falle": Vorbild Susanne Klatten?

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Simone hat eigentlich alles, was man sich wünschen kann.

München - Eine milliardenschwere Unternehmerin verliebt sich in einen Hochstapler und wird schließlich von ihm mit kompromittierenden Fotos erpresst. . Wer die Schlagzeilen verfolgt hat, fühlt sich beim ARD-Drama "In der Falle" unweigerlich an den Fall Klatten erinnert.

Wie verführbar sind wir? Welche ungelebten Sehnsüchte und Träume machen uns blind für die Realität? Fragen, die sich Deutschlands reichste Frau ­Susanne Klatten 2008 stellen musste. Damals wurde die Großaktionärin des BMW-Konzerns und dreifache Mutter von ihrem Liebhaber Helg Sgarbi belogen und erpresst. Intime Fotos tauchten auf, und Klatten wagte einen Schritt, der größte Bewunderung verdient: Sie zeigte den Mann an, der ihre emotionale Schwäche ausgenutzt hatte. Sie ging an die Öffentlichkeit und wehrte sich. Wer die Schlagzeilen verfolgt hat, fühlt sich beim TV-Drama In der Falle unweigerlich an den Fall Klatten erinnert – auch wenn die Geschichte laut ARD „rein fiktiv“ ist.

„In der Falle“,

heute, 20.15 Uhr, ARD

Simone Carstensen-Kleebach (gespielt von Claudia Michelsen) hat eigentlich alles, was man sich wünschen kann: ein erfolgreiches Firmenimperium, eine intakte Familie und ein mehr als komfortables Zuhause. Während eines Kurzurlaubs an der Nordsee begegnet sie Leon (Michael Rotschopf). Ein Mann, der ihr Avancen macht, charmant flirtet und Sehnsüchte in ihr weckt. „Ich glaube, es ist das ,Sich-selbst-wieder-spüren-Wollen‘ in einem Alter, in dem man manchmal das Gefühl hat, es passiert nichts mehr“, sagt Claudia Michelsen im tz-Gespräch. Sie spielt die Unternehmerin Simone, die in ­eine leidenschaftliche Affäre schlittert, mit großer Überzeugungskraft. Mal zurückhaltend und schüchtern, dann selbstbewusst und stark. Sie wehrt sich gegen den Mann, der vom hingebungsvollen Liebhaber zum Erpresser wird und droht, an die Öffentlichkeit zu gehen.

Simone (Claudia ­Michelsen) lässt sich auf Leon(Michael Rotschopf) ein.

„Es gehört viel Mut und Kraft dazu, sich öffentlich zu wehren“, sagt Michelsen. Dass das TV-Drama, das bereits im Jahr 2014 auf dem Münchner Filmfestlief, nicht in Kitsch und Klischees abdriftet, ist vor allem Regisseurin Nina Grosse zu verdanken. Gefühlvoll, aber auch mit einer gewissen Sachlichkeit bildet sie den Gewissenskonflikt der Unternehmerin ab. Wie kann sie die Familie schützen, die sie mit ihrem Fehltritt verletzt hat? Wie rettet sie den Ruf des Unternehmens, für das sie die Verantwortung trägt, und den eigenen Stolz? Die Antworten darauf hat bereits das „echte Leben“ geliefert.

aki

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