Unangenehmes TV-Gespräch

„Riverboat“: Zwischen Jörg Kachelmann und Studiogast kracht es gewaltig – dann schickt er Statement hinterher

Kim Fisher und Jörg Kachelmann moderieren Riverboat
+
Moderieren zusammen die MDR-Talkshow „Riverboat“: Kim Fisher und Jörg Kachelmann.

Jörg Kachelmann legt sich in der ARD-Talkshow „Riverboat“ mit einem Studiogast an. Denn dessen frauenfeindliche Aussagen kommen bei dem Moderator überhaupt nicht gut an.

Leipzig – Als in der letzten „Riverboat“-Folge Brautmoden-Experte Uwe Herrmann, bekannt vor allem aus „Zwischen Tüll und Tränen“, zu Gast ist, ahnen Moderatoren Kim Fisher und Jörg Kachelmann nichts Böses. Schließlich soll das Gespräch ja nur von den Hochzeits-Trends des Jahres und sonstigen Anekdoten aus dem romantischen und märchenhaften Beruf handeln. Es kommt jedoch ganz anders. Denn die wiederholt frauenfeindlichen Kommentare des Studiogastes verärgern seine sonst so diplomatischen Gesprächspartner zutiefst und sorgen für eine unangenehme Konfrontation.

„Riverboat“ (MDR): Brautmoden-Experte Uwe Herrmann fällt mit frauenfeindlichen Kommentaren auf

„Die Liebe ist unendlich und so sind auch die Beine mancher Frau“, lässt Uwe Herrmann zu Beginn des Interviews verlauten. Zwar erntet ihm dieser Kommentar noch einige unterdrückte Lacher von den anderen Talkshow-Gästen, die darauffolgenden Aussagen fallen jedoch immer merkwürdiger aus. „Das ist so eine Braut, die etwas Besonderes will, die dieses klassische Prinzessinnenkleid nicht will“, beschreibt er eines seiner eher unkonventionellen, seidigen Bekleidungsstücke, „Bisschen frech und sexy, die heiratet in der Scheune“. Zwar versucht er augenscheinlich, eine angemessene Formulierung zu finden, haut dann jedoch überzeugt raus: „Das sind so spezielle Frauen. Eine Ökotante mit Bummskrause, gepflegten Achselhaaren und Damenbart, die passt in so ein Kleid super rein“.

Uwe Herrmann zu Gast bei „Riverboat“ (MDR). Mit seinen frauenfeindlichen Aussagen machte sich der Brautmoden-Experte dort keine Freunde.

„Riverboat“ (MDR): Jörg Kachelmann legt sich mit Studiogast Uwe Herrmann an

Besonders unangenehm wird die Stimmung in der MDR-Gesprächsrunde dann, als Uwe Herrmann von Körperhaltung spricht. „Wenn eine Frau so zusammengesackt geht, dann sage ich immer – bitte denke dran, hinten sind drei hübsche Männer, die dich beobachten – und schon verändert sich das“, erzählt er voller Überzeugung. Jörg Kachelmann hat an dieser Stelle genug und greift ein. „Es ist egal, wie die Frau läuft. Wenn sie so laufen will, dann soll sie verdammt nochmal so laufen“, wettert der sonst beherrschte Moderator, „Und wenn die drei Macker hinter ihr das denken, dann soll es ihr sch***egal sein, was die denken“. Er wirkt sichtlich genervt von den frauenfeindlichen Aussagen seines Gastes. „Es ist vollkommen okay, wie sie läuft oder ob sie Haare hat oder dick oder dünn ist“, macht er deutlich, „Es ist ihr gutes Recht und weder Männer noch sonst irgendwas hat das Recht, das zu bewerten“.

„Riverboat“ (MDR): Dicke Luft zwischen Uwe Herrmann, Jörg Kachelmann und Kim Fisher

Zwar behauptet Uwe Herrmann, er teile Jörg Kachelmanns Meinung, in Bezug auf seine Kundschaft spricht er aber plötzlich von „Problemfällen“. „Sie möchte vielleicht so ein Kleid haben und passt gar nicht rein“, so der Brautmoden-Profi, „Dann ist es immer gut, wenn die Begleiter dabei sind, damit ich nicht der Dumme bin, der die Wahrheiten verkündet“. Diese Aussage trifft vor allem bei Kim Fisher auf Widerstand. „Du willst es unterhaltsam machen, aber ich fand das auch jetzt grad ein bisschen verletzend für alle Frauen, die vielleicht eben nicht den Traummaßen entsprechen“, kritisiert sie offen. „Du siehst doch so wie du bist schön aus“, versucht sich Uwe Herrmann zwar noch zu retten, die Stimmung im Studio ist aber bereits deutlich getrübt.

„Riverboat“ (MDR): Jörg Kachelmann postet Statement nach der Show

Die teilweise etwas missglückte Gesprächsrunde scheint an Jörg Kachelmann nicht spurlos vorübergegangen zu sein. Denn nach der „Riverboat“-Ausstrahlung teilt der TV-Meteorologe auf Twitter ein kurzes Statement. Er beschreibt die Sendung als „herausfordernd“, mitunter aufgrund der Meinungsverschiedenheit zwischen ihm und Uwe Herrmann. Seine Follower stimmen dem voll und ganz zu. „Finde ihre Beherrschung erstaunlich“, lobt ein User, „Man darf nicht mehr stumm bleiben, wenn Unwahrheiten oder abwertende Aussagen geäußert werden“, mahnt ein anderer. Besser kann man es kaum auf den Punkt bringen. (le) 

In einer aktuellen „Riverboat“-Folge unterlief Kim Fisher eine peinliche Panne.

Auch interessant

Kommentare