TV-Kritik

Saarland-Tatort: Devid Striesows letzter Fall - das Ende keiner Ära

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Acht Fälle hat Devid Striesow als Kommissar Jens Stellbrink gelöst. Jetzt ist Schluss. Der Schauspieler steigt aus der Krimireihe aus.

Eine Ära ist aus den Fällen des Kommissars Jens Stellbrink nun keinesfalls geworden.  

Kollegen untereinander sind in der Regel vorsichtig mit Kritik. Jochen Senf aber platzte 2014 der Kragen. Er hatte von 1988 bis 2005 als legendärer Kommissar Palü die Verbrecher und Mörder im „Tatort“ Saarland hinter Gitter gebracht. 2013 übernahm Devid Striesow alias Kommissar Jens Stellbrink. Die Premiere seines Nachfolgers ließ sich Senf, der im vergangenen Jahr verstorben ist, noch gefallen. Doch beim zweiten Fall konnte er sich nicht mehr zurückhalten. „Der schlechteste ,Tatort‘ aller Zeiten“ sei das gewesen, empörte sich Senf – und war mit seiner Meinung nicht allein.

Er gehört eigentlich zu den besten Schauspielern in Deutschland1

Striesow hat es tatsächlich nie geschafft, mit seinem Kommissar anzukommen in der großen „Tatort“-Gemeinde. Eigentlich waren alle acht Folgen, die er gedreht hat, nicht sonderlich gut. Was schon erstaunlich ist, gehört Striesow doch eigentlich zu den besten Schauspielern in Deutschland. Aber man hatte das Gefühl, dass er selbst nie so genau wusste, wo er hinwollte mit dieser Rolle. Ganz am Anfang war er der „Yoga-Kommissar“, der meditierend über die Zusammenhänge eines Falls grübelte und dabei unfreiwillig komisch wirkte. Dann war er der fahrige Typ, der auch mal aus der Haut fährt, dann wieder ein einigermaßen normaler Cop. Das war nichts Halbes und nichts Ganzes. Dass die Bücher obendrein zu wünschen übrig ließen, kam erschwerend hinzu. Striesow selbst konnte die Kritik an seinen Krimis übrigens nie richtig verstehen. „Mich hat vor allem die Emotionalität gewundert, mit der über die Filme diskutiert wurde“, sagte er einst im Gespräch mit unserer Zeitung. Sei’s drum. Zum Abschied hat er gestern Abend mit „Der Pakt“ eine Folge geliefert, die sicher zu den besseren gehört.

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Aufgeklärt werden musste der Tod an einer Schwesternschülerin. Nach einer Liebesnacht mit einem smarten Assistenzarzt liegt sie erdrosselt im Bett. Schnell ist klar: Es handelt sich um eine Verwechslung. Nicht Vanessa sollte umgebracht werden, sondern Anika, die ihr zum Verwechseln ähnlich sieht. Ein Motiv hatte zumindest der junge Ägypter Kamal (sehr überzeugend: El Mehdi Meskar). Anika hatte ihm die Pistole auf die Brust gesetzt, nachdem sie ihn als Spitzel der Ausländerbehörde enttarnt hatte. Dass es am Ende doch anders war – geschenkt. Die menschlichen Dramen um die Angst, abgeschoben zu werden, und die Frage, wie weit man gehen würde, um genau das zu verhindern, gingen unter die Haut.

Wäre es Stellbrinks erster Fall gewesen, hätte man vermutlich gesagt: Da steckt eine Menge Potenzial drin. Nun ist es aber sein letzter. Striesow verlässt die Krimireihe. Das Ende keiner Ära sozusagen. Wer folgt, ist noch nicht entschieden. 

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