„Bin kein Nazi“

Sat.1-Polizist hält Wutrede - jetzt sagt er: „Ich bin kein Nazi“

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Trägt sein Herz auf der Zunge: Der aus dem TV bekannte Polizist „Toto“ spricht offen an, was ihm in Deutschland nicht passt.

Bei einem öffentlichen Auftritt wählt ein Ex-TV-Polizist drastische Worte - was unliebsame Folgen für das Sat.1.-Sternchen nach sich ziehen könnte.

Breitungen/München - Es war äußerst ruhig geworden um Torsten Heim, der als Teil des Polizei-Duos „Toto und Harry“ jahrelang die TV-Gemeinde unterhielt. Doch nun hat der 56-Jährige einen Wirbel entfacht, der ihm offenbar selbst unheimlich geworden ist. Bei einem Truckerfest im thüringischen Breitungen hatte der Bochumer Polizist am vergangenen Sonntag seinem Unmut über die deutsche Politik lautstark Luft gemacht - und damit der AfD in die Karten gespielt.

„Wir bauen Synagogen, wir bauen Minarette und so weiter und so fort. Aber wer sich hier nicht benehmen kann, der hat auch kein Aufenthaltsrecht“, griff er das Migrationsthema auf. Zudem stellte „Toto“ fest: „Wir sind eigentlich zu weich, das ist leider so. Es wird nicht gleich behandelt und das fällt den meisten Menschen ja auf.“ Er selbst erlebe das in seinem Job: „Gerade ich als Polizeibeamter, der sich 30 Jahre mit linken Zecken rumärgern musste, aber das ist halb so wild. (...) Aber wenn einer mal ein bisschen Deutsch sagt, ist er rechtsradikal oder Rassist.“

„Toto“ stellt klar: „Ich mag die AfD nicht und bin kein Nazi“

Eine Videosequenz dieses Auftritts kursierte zeitweise im Internet und rief die Bochumer Abordnung der AfD auf den Plan. Diese teilte den Clip und verbreitete ihn so weiter. Das wiederum schmeckte „Toto“ gar nicht, was er im „Express“ auch klarstellte: „Ganz klar: ich gehöre zu keiner Partei, mag die AfD auch nicht. Ich bin kein Nazi - und gegen linke und rechte Extremisten gleichermaßen. Ich habe nur meine Meinung gesagt.“ In der Bild führte er weiter aus: „Ich gehe gern zum Griechen und zum Türken, habe viele Freunde und Kollegen, die ausländische Wurzeln haben. Mit denen bin ich zum Teil sogar aufgewachsen.“

Weiter sagte er dem Blatt, „dass die Politiker eine klare Linie verfolgen müssen und nicht immer nur um den heißen Brei herum reden dürfen“. Er wolle „eben genau nicht, dass die Stimmung nach rechts kippt“. Dass er den Ausdruck „linke Zecken“ genutzt habe, sei „sicher unglücklich gewesen“. Seine Essenz lautet: „Wir sollten alle gemeinsam leben und friedlich miteinander umgehen, nur darum geht‘s mir. Und wer sich nicht benimmt, muss die Härte des Gesetzes spüren. Egal woher er kommt und wo er politisch steht.“

Möglicher Verstoß gegen Mäßigungsgebot

Sein medienwirksamer Auftritt könnte für „Toto“ aber noch Folgen haben. Denn sein Arbeitgeber prüft laut „Express“ einen möglichen Verstoß gegen das Mäßigungsgebot. Denn zu den Grundpflichten von Beamten wie Polizisten zählt die Verpflichtung, bei politischer Betätigung „diejenige Mäßigung und Zurückhaltung zu wahren, die sich aus ihrer Stellung gegenüber der Allgemeinheit und aus der Rücksicht auf die Pflichten ihres Amtes ergeben“. Dieses Gebot hänge eng mit der Neutralitätspflicht zusammen, jedoch gebe es kein generelles verbot politischer Betätigung außerhalb der Amtsführung. Verstöße könnten zwar mit Entlassungen geahndet werden, realistischer erscheint aber eine Verwarnung.

2016 erfolgte nach 15 erfolgreichen Jahren erfolgte das Aus der TV-Sendung „Toto und Harry“  - damals ermittelten die „Kult-Cops“ im Ausland. Bereits in den Jahren zuvor war das Duo im echten Leben nicht mehr zusammen auf Streife gegangen.

Ein AfD-Abgeordneter sorgte jüngst wegen einer Entgleisung gegen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für einen Eklat. Derweil beschuldigt die Partei einen Pfarrer, mehrere Wahlplakate zerstört zu haben. Außerdem klagt die AfD gegen eine Strafe wegen dubioser Wahlkampfhilfen.

mg

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