Die tz war bei der Premiere der Sat.1-Satire

So viel Uli Hoeneß steckt in Udo Honig

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Die Meisterfeier: Udo Honig (M., Uwe Ochsenknecht), Franz Kaiser (Hannes Jaenicke, l.) und Paul Greitner (Wolfgang Fierek).

Berlin - Die tz war bei der Premiere der Sat.1-Satire "Udo Honig" dabei und verrät, wie die Macher die Steueraffäre um den ehemaligen Präsidenten des FC Bayern, Uli Hoeneß, verarbeitet haben. So viel Hoeneß steckt in Honig!

Ausgerechnet im hohen Norden drehte sich am Freitag alles um Bayern. Der Schauplatz: Hamburg, unweit von der Reeperbahn. Dort stellten Sat.1 und die Produktionsfirma Ufa Fiction den Satire-Streifen Die Udo Honig Story vor, der am 8. September um 20.15 Uhr ausgestrahlt wird. Die tz war bei der Premiere dabei und verrät, wie die Macher um Regisseur Uwe Janson die Steueraffäre um den ehemaligen Präsidenten des FC Bayern, Uli Hoeneß, verarbeitet haben. So viel Hoeneß steckt in Honig!

Udo Honig & ­seine Frau Marion (Gisela Schneeberger).

Erste Übereinstimmungen zwischen Realität und Satire zeigen sich gleich zu Beginn des Films. Vor dem Eingang der JVA Bergland – in Anlehnung an das Gefängnis in Landsberg – verabschiedet sich Film-Uli Udo Honig (Uwe Ochsenknecht) von seiner Frau Marion (Gisela Schneeberger) und einem Journalisten mit den kämpferischen Worten: „Das war’s noch nicht!“ Uli Hoeneß hatte dieselben Worte unmittelbar vor seiner Inhaftierung gebraucht. Doch was passierte danach, was hat sich hinter den Gefängnismauern zugetragen? Was die Öffentlichkeit bis heute nicht erfahren hat, versucht der Film in satirischer Form darzustellen. Und als Zuschauer hat man an einigen Stellen den Eindruck, als könnte es sich auch genauso zugetragen haben.

Im Gefängnis: Udo Honig (M.) und seine Mitinsassen.

Wie in Hoeneß’ echtem Leben, schafft es Honig mit viel Taktik und Menschenkenntnis, das Vertrauen von Gefängnisdirektor Ludwig Moser (Heiner Lauterbach) zu gewinnen. Sein Ziel: Der schnellstmögliche Freigang und die Rückkehr zu seinem FC Rot-Weiß Oberbayern. Während Lichtgestalt Franz Kaiser (Hannes Jaenike) und Spieler-Legende Paul Greitner (Wolfgang Fierek) seine Fürsprecher sind, versucht Vorstandsvorsitzender Guido (Peter Kremer) sich seinen Posten unter den Nagel zu reißen.

Ministerpräsident Horst Hofersee ­(Wolfgang Krebs, r.) und Udo Honig.

Die JVA Bergland schreibt rote Zahlen, die interne Metzgerei wirft keine Gewinne ab. Honig springt ein, verhilft der Einrichtung zum finanziellen Aufstieg. Genau wie der echte Uli Hoeneß, als er 1979 mit dem FC Bayern München einen Verein übernimmt, der nicht an der Spitze steht, und ihn nach ganz oben führt. Einen Satz spricht Honig in der Satire immer wieder: „Ich bin kein schlechter Mensch.“ Der Gefängnispsychologin (Shadi Hedayati) gaukelt er den einsichtigen Insassen vor. Tief im Innersten macht er andere für seine Lage verantwortlich. Wie zum Beispiel den Bundestag, der das Steuerabkommen mit der Schweiz nicht zustande brachte.

Udo Honig ist ein Mann, der nicht nur auf Sport und Wirtschaft Einfluss hat. Auch seine Nähe zur Politik kommt zum Ausdruck. So findet ein Treffen mit Bayerns Ministerpräsident Horst Hofersee (Wolfgang Krebs) statt. In Rekordzeit kämpft sich Honig ins Freigängerhaus. Er kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück, dort wo er ja als Jugendkoordinator tatsächlich schon wieder ist. Ein rot-weißes Happy-End!

Johannes Heininger

Fakten

Von der Idee bis zum fertigen Film verging nicht einmal ein Jahr. Noch beeindruckender ist der Zeitraum, in dem die Szenen eingefangen wurden. Die 90-minütige Satire war innerhalb von fünf Wochen (24. Februar 2015 bis 31. März 2015) im Kasten. Insgesamt enthält die Udo-Honig-Story 45 Sprechrollen. An den einzelnen Szenen waren 500 Komparsen beteiligt. Kurios: In ganz Bayern erhielt Regisseur Uwe Janson keine Drehgenehmigung in Gefängnissen. Um die JVA Landsberg wurde sogar eine Bannmeile über zwei Kilometer eingerichtet. Deshalb entstanden die Gefängnis-Szenen in Berlin. Auch im Hofbräuhaus und in der Allianz Arena durfte nicht gefilmt werden.

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