Polizisten-Thriller "Zum Sterben zu früh"

Saustark! ZDF zeigt Nervenkitzel made in Germany

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Zwischen Gut und Böse: die Polizisten Diller (Nicholas ­Ofczarek, l.) und ­Kessel (Fritz Karl).

München - Regisseur Lars Becker präsentiert am Montagabend im ZDF einen Thriller um Drogen, Freundschaft und die Grenzen zwischen Gut und Böse, der die Zuschauer atemlos mitfiebern lässt.

Es ist nur ein klitzekleiner Moment. Eine schwache Sekunde, in der sich Drogenfahnder Erich Kessel (Fritz Karl) entscheidet, die Seiten zu wechseln. Mit 30 Kilo Koks aus dem Kofferraum eines verunfallten Gangsterautos hofft der Polizist seine privaten Probleme lösen zu können. Dabei zieht er nicht nur seinen Freund und Kollegen Mario Diller (Nicholas Ofczarek) mit ins Schlamassel, er setzt auch seine Familie aufs Spiel. Zum Sterben zu früh ist der Titel des düsteren Großstadtthrillers von Regisseur Lars Becker, mit dem das ZDF am Montag beweist, wie gut Nervenkitzel made in Germany sein kann.

„Zum Sterben zu früh“,

Montag, 20.15 Uhr, ZDF

Vielleicht kommen Ihnen die Kommissare Diller und Kessel ja bekannt vor. Die beiden Cops feierten bereits 2013 als Duo in Lars Beckers Krimi Unter Feinden Premiere. Schon damals spielte Fritz Karl den Drogenfahnder, der immer tiefer abrutscht. Nicholas Ofczarek gab den ewig loyalen Partner, der auszubügeln versuchte, was der andere verbockt hat. Beckers aktueller Polizistenthriller erzählt nun die Vorgeschichte zu diesem Grimmepreis-nominierten Krimi. Prequel nennt man diese ungewöhnliche Erzählform, die der ­Regisseur fulminant in Bilder umsetzt.

Atemlos verfolgt man die Geschichte von Kessel, der aus dem Gut-Böse-Schema ausbricht und in gnadenloser Selbstüberschätzung glaubt, die Gesetze der Straße aushebeln zu können. Er braucht das Geld, das er für die unterschlagenen Drogen haben will. Die Tochter benötigt eine kostspielige Epilepsiebehandlung und zu oft schon hat er seine Frau (Jessica Schwarz) mit leerem Geschwätz vertröstet. Doch so leicht lässt sich die Hamburger Unterwelt nicht abzocken. Großganove Novak (Jürgen Maurer) ist zu allem bereit und auch sein Handlanger Jamel (genial gespielt von Edin Hasanovic) heizt dem Fahnder Kessel ordentlich ein.

Keine Frage, Lars Becker ist mit Zum Sterben zu früh erneut ein Geniestreich gelungen. Virtuos spinnt er die Handlung, erzeugt atemlose Spannung und zwischenmenschliche Tiefe. Und wann immer die Geschichte zu schwer zu werden droht, würzt er sie mit skurrilen Alltagsbeobachtungen und unterhaltsamen Dialogen, etwa wenn sich Kleinganove Jamel mit seinem Schwager über die Finanzierung von Hochzeit und Nasen-OP der Schwester streitet.

Bis in die kleinste Nebenrolle sind die Figuren stimmig besetzt und mittendrin glänzen Fritz Karl und – mehr noch – Nicholas Ofczarek als Drogenfahnder. Unaufgeregt regelt letzterer die heikle Gemengelage. Man glaubt ihm ­jedes Wort, jede Geste und wünscht sich am Ende eigentlich nur eines: ­eine Fortsetzung.

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