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„Schlagerbooom“-Bilder entsetzten Zuschauer: Wie sicher ist 2G? Experte hätte „noch Wochen abgewartet“

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Von: Marc Dimitriu

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Tausende Zuschauer beim „Schlagerbooom“.
Tausende Zuschauer beim „Schlagerbooom“. © Christian Schroedter / imago

Bei Florian Silbereisens ARD-Show „Schlagerbooom“ waren tausende Zuschauer zu Gast. Da stellt sich die Frage wie sicher ist das trotz 2G? Ein Experte äußert sich nun.

Dortmund - Schlager-Fans mussten wegen der Corona-Pandemie lange auf dieses Mega-Event warten. Doch dieses Jahr konnte Florian Silbereisens „Schlagerbooom“ nach dem Ausfall 2020 wieder stattfinden. Bis zu 10.000 Zuschauer passen in die Dortmunder Westfalenhalle und die war bei der ARD-Sendung fast voll.

„Schlagerbooom“ (ARD): 2G bei Silbereisen Veranstaltung - Wie sicher ist das?

Dank der 2G-Regelung, also nur Einlass für Geimpfte und Genesene, konnte auch auf Masken und Abstand verzichtet werden. Wie in alten Zeiten wirkte die Veranstaltung. So konnten die Fans den Auftritt von Rock-Röhre Bonnie Tyler miterleben, bei dem sie einen skurrilen Vergleich zogen.

Es war aber nicht das einzige große Konzert in letzter Zeit und auch Fußballstadien sind wieder gefüllt. Da stellt sich die Frage, wie sicher sind solche Veranstaltungen überhaupt? Gibt es trotz 2G ein Risiko? Immer wieder gibt es Berichte über Impfdurchbrüche, also vollständig geimpfte Personen, die sich mit Corona infizieren. In der Regel ist der Verlauf der Covid-Erkrankung dann nicht so schlimm, aber manche machen sich trotzdem Sorgen.

Die Ruhrnachrichten (Inhalt hinter Bezahlschranke) sprachen deswegen mit dem Infektiologen Dr. Bernhard Schaaf vom Klinikum Dortmund. Der Mediziner gab jedoch größtenteils Entwarnung. Das Konzept 2G finde er „auf jeden Fall wesentlich besser als 3G mit Abstand und Maskenpflicht.“ Denn: „Dabei wäre das gesellschaftliche Risiko deutlich höher, weil die Ungeimpften zwar getestet auf die Veranstaltung kommen, sich aber bei den Geimpften anstecken könnten.“

Infektiologe erklärt Gefahren trotz 2G bei „Schlagerbooom“

Wie der Infektiologe erklärte, würden Ungeimpfte, die sich mit dem Coronavirus anstecken, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit erkranken als Geimpfte. Allerdings gebe es auch bei 2G-Veranstaltungen Risiken, berichtete Dr. Bernhard Schaaf weiter: „Aktuell vor allem, wenn man Risikofaktoren hat und möglicherweise noch keine Booster-Impfung bekommen hat.“ In diesem Fall könnte der Schutz nicht mehr ausreichen. Ein weiteres Problem wäre laut Schaaf, wenn sich Geimpfte bei einer 2G-Veranstaltung anstecken und später dann Kontakt zu Ungeimpften hätten. Sie würden das Virus so unbemerkt weitergeben. Dann könnte es sich in der Bevölkerung weiter ausbreiten.

Eine hohe Inzident würde auch bei 2G das Risiko erhöhen sich zu infizieren, wie der Infektiologe gegenüber den Ruhrnachrichten erklärt. Die Inzidenz sei bei Geimpften jedoch um den Faktor zehn bis zwölf geringer. In Deutschland liegt die Inzidenz (Geimpfte und Ungeimpfte) derzeit bei 118,0 (Stand 27. Oktober).

Infektiologe: Ansteckungen auch bei 2G möglich - Trotzdem beste Version

Dr. Bernhard Schaaf erläuterte am Beispiel des „Schlagerboooms“: „Wenn in der Westfalenhalle also 9000 Geimpfte waren, kann man bei der aktuellen Inzidenz davon ausgehen, dass darunter vielleicht einzelne corona-positive Personen waren, die potenziell andere anstecken konnten. Ob es zu Ansteckungen gekommen ist, wird man in den nächsten 14 Tagen sehen.“

Aber auch nur wenige Infizierte könnten bei Konzerten ohne Abstand schon für viele Ansteckungen sorgen. So seien bei einer 2G-Party in Münster im Nachhinein 85 Personen positiv getestet worden. 380 Personen waren in der Disko zugegen: „Allerdings ist eine Discothek natürlich auch ein anderer Raum als die große Westfalenhalle.“ Trotz allem sei für den Mediziner 2G die sicherste Art große Veranstaltungen durchzuführen. Das Risiko sehe eher er in den Ungeimpften: „Dass Geimpfte bei uns im Krankenhaus sind, ist dagegen Rarität.“

Er persönlich hätte mit einer Veranstaltung wie dem „Schalgerbooom“ allerdings noch vier Wochen abgewartet, um zu sehen, was nach den Herbstferien mit den Infektionszahlen passiert. Allerdings betonte er auch: „Wir können ja auch nicht eine Leben lang im Lockdown bleiben“. Die Zuschauer, die da waren, hatten trotz aller Bedenken einen Riesen-Spaß und bekamen eine Panne mit, die Andreas Gabalier verborgen blieb. (md)

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