Großartige Doku im Ersten

Köstliche Doku: Olli Dittrich als Franz Beckenbauer

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Ebenso absurd wie genial: Olli Dittrich als Kaiser Franz.

München - Köstliche Fake-Doku im Ersten: Olli Dittrich enthüllt, dass er fünf Jahrzehnte lang als Beckenbauer-Double im Einsatz war. Sehen Sie das Großartige Fernsehstück in der Mediathek.

Viele haben es längst geahnt: Ein Franz Beckenbauer ist nicht genug! Der Überall-Kaiser tanzt auf so vielen Hochzeiten, er muss einen Doppelgänger haben. Und dieser Verdacht bestätigt sich am Donnerstag: Meisterparodist Olli Dittrich (Dittsche) enthüllte am 4. Juni abends im Ersten, dass er fünf Jahrzehnte lang als Beckenbauer-Double im Einsatz war, als Zweit-Lichtgestalt.‚Schorsch‘ Aigner – der Mann, der Franz Beckenbauer war heißt die großartige (und selbstverständlich getürkte) Dokumentation, die die Geschichte des deutschen Fußballs in einem ganz neuen Licht erscheinen lässt.

Der falsche Kaiser auf der Bank.

Die große Beckenbauer-Fälschung beginnt im Jahr 1965, als die Karriere des 20-Jährigen so richtig durchstartet. Robert Schwan, Manager des FC Bayern und des künftigen Kaisers, stellt erfreut fest, dass sein Nachbar Georg „Schorsch“ Aigner (Dittrich) genauso spricht wie der junge Franz, und auch so ausschaut. Als Beckenbauer keine Zeit für Werbeaufnahmen hat, muss der Schorsch im Studio ran und die Reklame einsprechen: „Kraft auf den Teller, Knorr auf den Tisch.“

In seiner „Enthüllungsreportage“ erklärt Olli Dittrich, dass er fünf Jahrzehnte lang als Beckenbauer-Double im Einsatz war.

Von da annehmen die Dinge ihren Lauf, wie die ebenso absurde wie geniale Doku zeigt. Schorsch Aigner singt den Beckenbauer-Hit Gute Freunde, Schorsch Aigner marschiert nach dem WM-Titel von Rom 1990 allein durch den dunklen Anstoßkreis – weil der wahre Franz nach dem Schlusspfiff für kleine Kaiser musste. (Echte) Zeitzeugen wie Ralph Siegel oder Dieter Kürten bestätigen die unglaublichen Geschichten. „Für manch große Tat, aber auch für gelegentliche Pannen Beckenbauers war in Wahrheit der Aigner-Schorsch verantwortlich“, erklärt Dittrich, der schon mehrfach als perfekter Ersatz-Kaiser zu sehen war, zuletzt 2006 in einer einstündigen Talkshow mit Harald Schmidt.

Kurz vor seinem 70. Geburtstag erscheint der Kaiser-Mythos plötzlich in einem neuen Licht.

In den Siebzigern spielt Schorsch Aigner sogar mehrfach Fußball für den Franz – doch das geht gründlich schief, mit einer wahren Eigentorflut. Gandhi, Goleo und Ben Hur, sie alle geistern durch herausragende 28 Minuten, auf die ein Loriot stolz gewesen wäre. ­Aigners kaiserliche Karriere endet mit der peinlichen Beckenbauer-Bemerkung zu den Sklaven in Katar – die natürlich auch der Schorsch auf dem Gewissen hat. Heute lebt er glücklich und zufrieden mit Ehefrau Elfriede, und arbeitet als Ghostpainter für eine ehemals recht erfolgreiche Schauspielerin mit überschaubarem malerischen Talent.

Jörg Heinrich

„‚Schorsch‘ Aigner – der Mann, der Franz  Beckenbauer war“: Sie können die Fake-Doku unter www.ardmediathek.de sehen. Geben Sie im Suchfeld einfach "Schorsch Aigner" ein.

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