Ausraster bei ARD-Talk "Maischberger"

Schweiger zu CSU-Generalsekretär: "Sie gehen mir auf den Sack"

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Til Schweiger nahm kein Blatt vor den Mund.

Berlin - Schauspieler Til Schweiger ist in der ARD-Sendung "Menschen bei Maischberger" am späten Dienstagabend heftig mit CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer aneinandergeraten.

Update vom 24. August 2015: Til Schweiger steht gerade im Mittelpunkt des Interesses, sein Einsatz für Flüchtlinge gefällt nicht jedem. Jetzt wurde möglicherweise ein Anschlag auf sein Haus in Hamburg abgewendet.

„Sie gehen mir auf den Sack, echt“, sagte Schweiger am Dienstagabend zu dem Politiker. Dieser hatte Schweigers Vorschlag, den Solidaritätszuschlag zur Finanzierung von Flüchtlingsunterkünften zu nutzen, als „albern“ bezeichnet.

In der Sendung (hier in der ARD-Mediathek) diskutierten die Gäste zum Thema Flüchtlinge. Schweiger hatte sich dazu in den vergangenen Wochen mehrfach zu Wort gemeldet und angekündigt, ein „Vorzeige-Flüchtlingsheim“ in Osterode am Harz errichten zu wollen.

Der Schauspieler forderte zugleich ein härteres Vorgehen des Staats gegen Fremdenhass. "Wo ist der Politiker, der sagt: Jetzt ist Schluss, bis hier hin und nicht weiter?", fragte Schweiger. "Zu Fremdenhass und zum Mord aufzurufen, ja zu Brandanschlägen, das ist verfassungsfeindlich. Wo ist das Mitglied in unserer Regierung, das sich hinstellt und sagt: Dafür werdet ihr bestraft?". An Scheuer gewandt sagte Schweiger: "Ich werde Sie beobachten, Herr Generalsekretär, ob Sie demnächst mal irgendwie sich mit Vehemenz gegen diesen Mob stellen."

Schweiger äußerte sich auch zu rechtsradikalen Parolen und Ausschreitungen von Demonstranten gegen Flüchtlinge im sächsischen Freital. "Da sollte man zwei Hundertschaften Polizei hin schicken, die einkassieren und sagen: Heute Nacht, da bleibt ihr mal im Knast, denkt mal ein bisschen drüber nach, was ihr hier macht. Und morgen kommt ihr nicht mehr hier her."

Er könne nicht verstehen, dass das nicht möglich sei, fügte der Schauspieler und Produzent hinzu. "Da kommt man immer mit Versammlungsrecht in Deutschland. Da muss man, finde ich, die Verfassung irgendwie ein bisschen ändern. Die Verfassung kann doch nicht die Leute schützen, die nichts anderes vorhaben, als die Verfassung abzuschaffen."

So steht es um Schweigers Flüchtlingsheim

„Sie gehen mir auf den Sack, echt“, sagte Schweiger zu Andreas Scheuer.

Auf Scheuers Nachfrage, wann die geplante Einrichtung an den Start gehe, reagierte Schweiger gereizt. „Ich find' das so geil, Ihren süffisanten Blick, weil Sie mich jetzt vorführen wollen“, sagte er. Da sich die Verhandlungen zwischen dem Besitzer der ehemaligen Kaserne in Niedersachsen und dem Land noch hinziehen werden, dauere es noch etwas, bis er seinen Plan in die Tat umsetzen könne, erklärte Schweiger. Mit einer Stiftung, die der Schauspieler gründen möchte, will der 51-Jährige in der Zwischenzeit ein anderes Flüchtlingsheim unterstützen. „Um nicht untätig rumzusitzen, gehe ich mit meiner Stiftung nach Osnabrück“, kündigte er an. Er kann sich vorstellen, einer dortigen Landesaufnahmestelle unter anderem mit einer Fahrradwerkstatt oder Lehrern, die Sprachunterricht geben, zu helfen.

Für seinen verbalen "Ausraster" entschuldigte sich der Schauspieler übrigens später bei dem Politiker. 

dpa/afp

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