Treppensturz war nicht der Grund

Siegfried Rauch an Herzversagen gestorben

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Schauspieler Siegfried Rauch (85) ist bei einem Treppensturz in Untersöchering tödlich verunglückt.

Siegfried Rauch (85) ist im Sonntagabend in Untersöchering gestorben. Jetzt steht fest: Todesursache war Herzversagen.

Update vom 16. März 2018: Nicht nur die TV-Fans haben sich mittlerweile vom am Montag verstorbenen Siegfried Rauch verabschiedet - Auch seine engsten Angehörigen nahmen mit einer Todesanzeige im Münchner Merkur und tz Abschied vom Bergdoktor-Schauspieler.

Untersöchering - Trauer um einen der größten deutschen Schauspieler: Siegfried Rauch („Traumschiff“, „Der Bergdoktor“, „Die glückliche Familie“) ist am Sonntagabend im Feuerwehrhaus in Untersöchering gestorben. Rauch gehörte seit Jahrzehnten zur deutschen TV-Landschaft, spielte aber auch in Hollywood-Hits wie „Le Mans“ mit.

Bilder auf tz.de* zeigen, wie Siegfried Rauchs Leiche in der Nacht aus dem oberbayerischen Untersöchering (Landkreis Weilheim-Schongau) abtransportiert wurde. Zunächst schien es so, als sei Rauch an den Folgen eines Treppensturzes gestorben. 

Am Montagabend steht allerdings fest: Siegfried Rauch ist an Herzversagen gestorben. Wie sein Manager Michael Jodl mitteilt, habe dies die Obduktion ergeben. Der Sturz sei nicht die Todesursache gewesen.

Siegfried Rauch gestorben: Treppensturz im Feuerwehrhaus

Wie das Weilheimer Tagblatt berichtet, lebte Rauch in Untersöchering unmittelbar neben dem Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr. Als sich die Feuerwehrmänner zu einer Besprechung trafen, schaute Rauch am Sonntagabend kurz in der Feuerwache vorbei. "Er hatte auf ein Glaserl Wein vorbeigeschaut, um ein bisschen zu ratschen", berichtet Obersöcherings Bürgermeister Rainald Huber.

Auf dem Nachhauseweg wurde Rauch von einem Feuerwehrmann begleitet. Laut dem Bürgermeister sei Rauch "a bisserl wackelig auf den Beinen" gewesen. Trotz Begleitung stürzte Rauch die Treppe herunter. "Unser Feuerwehrchef hat umgehend selbst die Reanimierung eingeleitet, während der Rettungswagen alarmiert wurde", berichtet Huber. Doch jede Hilfe kam zu spät.

Wie die Polizei in Penzberg am Montag bestätigte, starb Siegfried Rauch gegen 20.38 Uhr im Feuerwehrhaus.

Siegfried Rauch gestorben: Facebook-Seite bestätigt Tod

Auch die offizielle Facebook-Seite von Siegfried Rauch hat den Tod des Schauspielers bereits bestätigt. Am Montagmorgen war in einem Posting zu lesen: “Wir trauern um ‚unseren Kapitän‘ Siegfried Rauch! Siegfried Rauch ist gestern Abend unerwartet gestorben. – Er war nicht nur Schauspieler, sondern auch ein liebenswerter Ehemann, Freund und führsorglicher Vater. Sigi wird eine nie füllbare Lücke hinterlassen! Unsere Gedanken sind bei seiner Familie!“

Zuvor hatte Radio Oberland den Tod Rauchs gemeldet. Mehreren Medienberichten zufolge, soll sich der Unfall bei einer Feier im dortigen Feuerwehrgerätehaus ereignet haben. Über die Ursache für den Sturz ist bislang nichts bekannt.

Zum Tod von Siegfried Rauch: Bergdoktor nimmt Abschied auf Facebook

Mittlerweile hat auch die offizielle Facebook-Seite der Hit-Serie „Der Bergdoktor“ auf den Tod von Siegfried Rauch reagiert. Im Posting zu einem Schwarz-Weiß-Foto des Schauspielers ist zu lesen: „Du wirst uns unendlich fehlen, lieber Siegfried! Es fehlen die Worte....“ 

Auch „Berdoktor“-Hauptdarsteller Hans Sigl änderte sein Facebook-Titelbild am Montagmorgen in ein komplett schwarzes Bild. Er schrieb zum Tod von Siegfried Rauch: „stille. Gute Reise lieber Freund.“

Siegfried Rauch bis zu seinem Tod gefragter Schauspieler

Bis zu seinem Tod war er in erfolgreichen TV-Serien zu sehen. Bis zu seinem Tod spielte er im „Begrdoktor“ den erfahrenene Arzt Dr. Roman Melchinger, der dem Titelhelden Dr. Martin Gruber immer mit einem warmherzigen Rat zur Seite stand. Wie er in einem Interview verriet, begeisterte ihn diese Filmfigur: „Ein alternder Bergdoktor, der einen Nachfolger sucht und seinen Ziehsohn, der aktuell als Mediziner in New York tätig ist, hierzu überredet. Dieses Zusammenspiel zwischen Alt und Jung gefällt mir. Dr. Melchinger kann Dr. Gruber gut unterstützen, denn nicht selten spielt die medizinische Vorgeschichte in der Familie eine Rolle, z.B. eine Erbkrankheit. Und da weiß dann Dr. Melchinger oft einen Rat.“

Bis zu seinem jähen Lebensende war Siegfried Rauch ein gefragter Darsteller. Neben dem „Bergdoktor“ war er seit dem vergangenen Jahr auch in der SAT.1-Comedy-Show „Knallerkerle“ zu sehen.

Siegfried Rauch spielte in Hollywood-Hits mit

Dabei war die Schauspielerei zunächst gar nicht Rauchs Berufsziel. Eigentlich liebäugelte er als junger Mann mit dem Beruf des Architekten. Der hochkreative Oberbayer studierte aber Theaterwissenschaften und hängte auch noch eine Ausbildung als Schauspieler dran. Sein Weg war der vieler großer Filmstars der damaligen Zeit: Von der Theaterbühne führte es ihn auf die große Leinwand. Seinen kommerziellen Durchbruch hatte er 1970 mit dem Kriegsfilm „Patton – Rebell in Uniform“, in dem er den Wehrmachts-Soldaten Hauptmann Oskar Steiger verkörperte. Allein in den Vereinigten Staaten spielte der Film fast 62 Millionen Dollar ein und räumte – neben dem Erfolg an der Kinokasse – sieben Oscars ab.

In Hollywood schien Siegfried Rauch auf die Rolle des finsteren Deutschen festgelegt zu sein. 1971 war er an der Seite von Film-Legende Steve McQueen im Rennfahrer-Epos „Le Mans“ zu sehen, in dem er knallharten Rennfahrer Erich Stahler mimte. Rauch und McQueen verband seit den Dreharbeiten eine lebenslange Freundschaft. So wurde Siegfried Rauch auch Taufpate von McQueens erstem Sohn.

Seit den 1970er Jahren war Rauch in Deutschland vor allem mit TV-Serien erfolgreich. 1977 war er Hauptdarsteller in der Verfilmung des Bestseller-Romans „Es muss nicht immer Kaviar sein“ Zudem gab er den Old Shatterhand in der legendären deutschen Karl-May-Serie „Mein Freund Winnetou“. An der Seite von Maria Schell spielte er in „Die glückliche Familie“ den Familienvater Florian Behringer. Die Sendung war einer der erfolgreichsten deutschen Familienserien überhaupt.

Mit Maria Schell gab Siegfried Rauch das Traumpaar Florian und Maria Behringer, die in Gräfelfing bei München lebten und sich mit allerlei Familiensproblemen herumschlagen mussten: Pubertätsprobleme, Schwangerschaft und Ehekrach. Kurzzeitig verschlug es Familie Behringer auch in die USA. Untypisch für viele Familienserien endete „Die glückliche Familie“ ziemlich traurig mit dem Tod von Serien-Mutter Maria Schell.  

Rolle im „Traumschiff“ prägte Siegfried Rauchs Leben

Die Rolle des „Traumschiff“-Kapitäns Jakob Paulsen hat das Leben des Bayern besonders geprägt und wohl auch am besten zu ihm gepasst. Kapitän Paulsen hatte eigentlich nie schlechte Laune, unfreundlich war er auch nie, hilfsbereit und herzlich dagegen immer. Die Uniform adrett und blendend weiß, dazu dieses vertrauenswürdige Lächeln - diesen Blick hat Rauch nie verlernt. „Ein Kapitän muss etwas Väterliches haben“, hat Rauch einmal gesagt - und mit seiner Ruhe und Gelassenheit das auch ausgestrahlt.

Eine dauerhafte Hollywood-Karriere wäre Siegfried Rauch sicher möglich gewesen, doch die bayerische Heimat war ihm wichtiger als das große Geld in Amerika.

Siegfried Rauch: Glücklich in Bayern

In der ländlichen Idylle in Untersöchering mit Blick auf die Alpen fühlte er sich wohl, seit 1973 lebte er in einem Bauernhaus in der Nähe von Murnau. „Wenn ich arbeite, muss ich glücklich sein, und das kann ich nur in meinem Bauernhaus in Bayern und mit meiner Familie“, sagte er einmal in einem Interview.

Seine Frau Karin lernte Siegfried Rauch 1956 bei einer Tanzveranstaltung in Murnau kennen. Seit 1964 waren sie skandalfrei verheiratet und hatten die Söhne Benedict und Jacob. 

Siegfried Rauch bekannte sich zu seinem katholischen Glauben und war unter anderem Gast der Kirchenmesse Gloria. Bei einem Gespräch mit Moderator Michael Ragg sagte er über seine Frau: „Die für‘s Leben, da muss man einen Instinkt dafür haben. Und ich habe immer gedacht: Das ist sie!“

Siegfried Rauch: Bekannt auch aus dem „Bergdoktor“

Bis ins hohe Alter stand er noch als Dr. Roman Melchinger in „Der Bergdoktor“ vor der Kamera, in der er auch in der aktuellen Staffel noch zu sehen ist. 2015 veröffentlichte er ein Album mit Liebesliedern und gab noch einige kleine Konzerte.

Von seinen Zuschauern wurde er für seine sanfte und bodenständige Art mit großer Beliebtheit belohnt. Ihm selbst war das eher suspekt. „Meine zwei Söhne sagen dazu immer: „Weil du so bist, wie du bist“, sagte Rauch vor seinem 85. Geburtstag - und blieb wie so oft pragmatisch: „Wieso soll ich denn auch anders sein?“

Im vergangenen Sommer war Rauch noch unter anderem im oberbayerischen Weilheim bei einer Lese-Reihe Anekdoten aus seinem Leben vorgetragen, wie merkur.de* berichtete. „Das ist schon ein komischer Beruf. Da bin ich kein Kapitän, muss aber so lügen, dass man es glaubt“, sagte er damals über seine Parade-Rolle.

Ein Blick in sein Privatleben gab Rauch im Jahr 2012 in einem ganz persönlichen Gespräch. Damals erzählte Siegfried Rauch von seinem Leben bei der Familie, auf seinem Bauernhof in Untersöchering, wie auf merkur.de zu lesen ist.

dpa/fn/va

* merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

* tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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