„Das Business hat die Musik erstickt“

„Sing meinen Song“ - Michael Patrick Kelly mit knallhartem Statement über das Verhältnis zu seiner Familie

Michael Patrick Kelly macht Musik, seitdem er klein ist. Aus der Kelly-Family stieg er aus und bereut es nicht. Bei „Sing meinen Song“ erklärte er, warum.

  • Michael Patrick Kelly ist Gastgeber bei „Sing meinen Song“ (VOX).
  • Obwohl er schon sein Leben lang Teil des Musikgeschäfts ist, sieht er das Business auch kritisch (siehe Erstmeldung).
  • In seiner Sendung von „Sing meinen Song“ legte er nach und sprach über sein schwieriges Verhältnis zu seiner Familie.

Update vom 24. Juni: Erst kürzlich sprach Michael Patrick Kelly sehr kritisch über die Popmusikindustrie (siehe Erstmeldung). In der letzten „Sing meinen Song“-Folge von Dienstag (23. Juni), in der die anderen Künstler Songs von Kelly performten, erklärte der 42-Jährige über sein Verhältnis zu seinen Freunden - und zu seiner Familie.

Auf das Thema kamen die Musiker, da LEA den Song „Friends R Family“ ausgewählt hatte. Als sie Kelly fragte, was der Song für ihn bedeute, erklärte er: „Ich habe mich ja von einer Family-Band losgelöst, um als Solo-Künstler einen weiteren Weg einzuschlagen. Und man hat sich einfach auch als an diese Band-Family gewöhnt und sich loszulösen ist nicht immer einfach.“ Aber dann habe er festgestellt, wie viele gute Freunde er um mich herum hätte, mit denen man teilweise näher sein könne, als mit den eigenen Geschwistern.

Das drückt selbstverständlich Kellys Liebe zu seinen Freunden aus, lässt aber auch vermuten, dass sein Verhältnis zu seiner Familie nicht ganz perfekt ist. „Familie sucht man sich nicht aus. Es ist natürlich ein Segen, wenn man in eine Familie hineingeboren wird, da gibt es Gutes und nicht so Gutes, was einem passieren kann innerhalb einer Familie. Aber Freunde sucht man sich aus“, erklärte er.

Michael Patrick Kelly spricht bei „Sing meinen Song“ über seinen Ausstieg aus der Kelly-Family

Auf die Frage von MoTrip, ob Michael Patrick Kelly die Zeit in der Kelly-Family manchmal vermisse, holte er etwas weiter aus: „Ich bin in dieser Family-Band groß geworden und da war Familie sein, Band sein, Business sein alles zusammen, alles gemischt.“ In der Zeit als er 18 Jahre alt war, habe er eine große Verantwortung gehabt, was daran lag, dass sich die Familie in ein Millionen-Unternehmen verwandelt habe. Das veränderte Kellys Verhältnis zu seiner Kunst. „Die Freude an Musik oder die Leidenschaft ging ein bisschen abhanden. Denn es gibt Musik und Business und das Business hat die Musik erstickt“, erklärte er.

Er verbinde jedoch auch sehr viele schöne und unvergessliche Momente und Konzerte mit der Zeit, stellte Kelly klar: „Ich möchte es nicht missen - es ist wirklich ein Geschenk.“ Und erklärte weiter: „Aber 27 Jahre so intensiv, das war dann irgendwann auch so ein Moment, wo ich dachte: ‚Du kannst nicht immer deine persönlichen Bedürfnisse für das Gemeinwohl opfern. Du musst jetzt auch deinem Herz folgen‘“, so Kelly.

Direkt vermisse er die Zeit nicht. Er habe sich auch bewusst gegen das Kelly-Family-Revival entschieden, welches Michael Patricks Geschwister starteten, weil er lieber im Hier und Jetzt und nicht mit alten Songs in Nostalgie leben wollte. Auch Geld habe ihn nicht locken können: „Für mich ist Freiheit viel wichtiger, als irgendwelche Erwartungen erfüllen zu müssen.“

Michael Patrick Kelly erklärte bei „Sing meinen Song“: Bindung zu Freunden kann stärker sein als zu Geschwistern

Außerdem betonte Michael Patrick Kelly wie wichtig im Freundschaft sei und erzählte, dass er viele Freunde aus unterschiedlichen Kulturen und mit jeglicher Glaubensrichtung habe. Auch die Zeit bei „Sing meinen Song“ sei intensiv und immer bereichernd für seinen Freundeskreis. Der Musiker macht schon zum vierten Mal bei dem VOX-Tauschkonzert mit.

„Normalerweise braucht man, glaub ich, viele Jahre und intensive Erfahrung, um einem Menschen so nahezukommen und hier passiert das so schnell und so intensiv. Es fühlt sich an, als wären wir gemeinsam zur Schule gegangen“, sagte Michael Patrick Kelly zu den anderen Teilnehmern. Deshalb gehörten sie jetzt auch zu seiner Familie. Daraufhin freuten sich die anderen und applaudierten. Jan Plewka stand auf und umarmte Kelly. 

Auf Instagram bestätigten die „Sing meinen Song“-Künstler erneut, wie lieb sie sich alle haben. Nach der Ausstrahlung der Sendung postete Kelly ein Foto des Abends. „Ich liebe diese Menschen! So viel Liebe, so viel Spaß, so tief. Ihr seid der Wahnsinn. Keine Worte. Danke“, schrieb der Musiker dazu und setzte den Hashtag #FriendsRFamily unter den Post. Sängerin LEA stimmte Kelly zu und kommentierte: „Danke für alles! Es war eine so unglaublich emotionale Zeit!“ Und auch Rapper MoTrip schwelgte in schönen Erinnerungen. Er postet das Foto auch auf seinem Kanal und schrieb an Michael Patrick Kelly: „Danke, dass ich dein Gast sein durfte. Es war eine der schönsten Erfahrungen überhaupt! Ein Geschenk, das mit euch erlebt zu haben. Eine wirklich unvergessliche Zeit an diesem wundervollen Ort

„Sing meinen Song“-Star Michael Patrick Kelly mit schweren Vorwürfen an die Musikszene: „Es ist sehr viel fake“

Erstmeldung vom 24. Juni:

München - Michael Patrick Kelly hat klar Worte gefunden, um die Popmusikbranche zu beschreiben. Die Kunstszene, in der er selbst zu Hause ist, hält er für abgehoben und künstlich. Als Mitglied der Kelly Family wurde der Musiker in das Showbusiness hineingeboren. Für einige Jahre nahm er eine Auszeit vom Rampenlicht. 2011 startete er ein Comeback. Trotzdem blickt er weiterhin kritisch auf die Branche.

Michael Patrick Kelly ist Gastgeber bei „Sing meinen Song“. 

„Es wird einfach übertrieben, vier Stunden in der Maske, Beleuchtung macht jeden Schatten, jede Falte weg. Alles wird retuschiert. Es ist sehr viel Fake, eben nicht das echte Leben, die heile Welt, der Maßstab zum Glück. Wenn man das kennt und weiß, wie trügerisch diese Showbranche ist, dann kann man entscheiden, was Kunst und was echt ist“, sagte Michael Patrick Kelly gegenüber t-online.de.

„Sing meinen Song“-Star Michael Patrick Kelly über die Popmusikszene: „Es ist sehr viel fake“

Als Sohn der Kellys, über seine Familie fällte Michael Patrick Kelly ein hartes Urteil, wählte er den Weg auf die Bühne nicht selbst. Vielleicht war das der Grund, weshalb er sich 2004 aus der Öffentlichkeit zurückzog. Der heute 42-Jährige zog als Mönch in ein französisches Kloster, später wechselte er in eines in Belgien. „Diese sechs Jahre haben mir sehr gut getan. Ich habe viel gebetet, hatte Zeit zum Nachdenken, Meditieren und Töpfern. Das hat mir sehr geholfen. Dadurch habe ich einen Reset fürs Leben bekommen“, so der Musiker im Interview. Er studierte dort Theologie und Philosophie.

Michael Patrick Kelly („Sing meinen Song“) spricht über seine Schwächen

Nach diesem Reset führte das Leben Kelly dennoch zurück ins Showbusiness. Er veröffentlichte als Solo-Künstler mehrere Alben und Singles. Zuletzt brachte Kelly den Titel  Beautiful Madness“ heraus. Außerdem ist der Musiker seit einigen Jahren regelmäßig in TV-Formaten von VOX zu sehen. Er war schon bei „The Voice of Germany“ und „Sing meinen Song“ dabei. In der aktuellen Staffel von „Sing meinen Song“, die bei TVNow.de gestreamt werden kann, übernimmt Kelly die Rolle des Gastgebers. Dabei kam es zu einer Rangelei zwischen Kelly und Jan Plewka - obwohl die beiden sich eigentlich einig sind.

Weiter erklärte Kelly im Interview, dass Künstler auf der Bühne ständig gefeiert würden, Lob und Anerkennung bekämen. Trotzdem weiß er: „Ich habe viele Schwächen und habe in meinem Leben immer wieder Fehler gemacht. Deshalb weiß ich, dass ich kein unfehlbarer 'Superstar' bin und dass ich mich nicht für zu gut halten sollte. Das ist der erste Reminder, der mich auf dem Boden hält, wenn ich manchmal die Tendenz habe, abzuheben.“ 

Diese drei Punkte unterstützen den Künstler dabei, nicht die Bodenhaftung zu verlieren: zu wissen, dass das Showbusiness, nicht das echte Leben sei, eine Zeit lang im Kloster gelebt zu haben und zu wissen, dass er Schwächen habe. (lb)

Rubriklistenbild: © TVNOW / Markus Hertrich

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