Gastauftritt sorgt für Ärger

Söder bei "Dahoam is Dahoam": Zu viel Polit-PR im BR?

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Hat er das Herz der Zuschauer gewonnen? Markus Söder bei seinem Gastauftritt in der BR-Serie "Dahoam is Dahoam" - neben ihm Serienfigur "Vroni Brunner".

München - Ein Gastauftritt von CSU-Finanzminister Markus Söder in der BR-Kult-Sendung "Dahoam is Dahoam" sorgt für Ärger. Grünen-Politiker Ludwig Hartmann hält den Auftritt für "dreistestes Politiker-Placement".

+++ Update: Der BR hat die Sendung aus der Mediathek mittlerweile entfernt. Lesen Sie hier mehr. +++

Es sind ziemlich deutliche Worte, die Ludwig Hartmann, Fraktions-Chef der Landtags-Grünen, für den Gastauftritt von Markus Söder bei "Dahoam ist Dahoam" hat: "billige Werbung für Seehofer-Administration", "dreistestes Politiker-Placement", "da bleibt einem die Luft weg". In einer Pressemitteilung lässt er seinem Ärger freien Lauf.

Ludwig Hartmann ist der Auffassung, dass Markus Söder bei seinem

Ludwig Hartmann war Söders Auftritt im BR zu viel Parteiwerbung.

Auftritt am Dienstagabend bei "Dahoam is Dahoam" (Folge: Politische Wurst-Phobie) breit für die Programme der CSU-Staatsregierung werben durfte. Serienfigur "Vroni Brunner" (die Bürgermeisterin), die Söder, der sich selbst spielt, nach einer Panne "abschleppt", habe in den Szenen als seine Stichwortgeberin zu verschiedenen Themen fungiert. Ein Auszug aus einem Dialog (Minute 19):

Vroni: "Was machen Sie jetzt zum Beispiel gegen die Abwanderung vom Land...die jungen Leute wollen doch alle in die Stadt?"

Söder: "Stimmt, da machen wir eine ganze Menge, wir machen da ganz viel, mehr als jedes andere Bundesland. Bayern ist ... Vorbild in ganz Deutschland." "Wir", damit ist die CSU gemeint.

Hartmann: Der BR ist kein Regierungsfunk

Gerade an dem genannten Zitat stört sich Hartmann offenbar besonders: "Das ist dreistestes Politiker-Placement! Die Aufzählung der vermeintlichen Glanzleistungen der CSU-Staatsregierung hat in dieser Serie nichts verloren - und steht auch in keinerlei Zusammenhang mit Inhalt und Handlung. Ich kann nicht verstehen, wie sich der Bayerische Rundfunk hierzu herablassen konnte!" Der BR sei kein Regierungs-Funk, betont das ehemalige Rundfunkratsmitglied Hartmann.

BR: Söder hat nur nach Drehbuch gespielt

Die Landtags-Grünen forderten eine Stellungnahme des BR zu der kritisierten Folge von "Dahoam is Dahoam", die am Donnerstag prompt folgte. Die Pressestelle streitet jegliche Beeinflussung durch die Politik ab. Der Auftritt von Markus Söder sei eine Gemeinschaftsidee der Autoren, der Produktionsfirma und der Redaktion von „Dahoam is Dahoam“ gewesen. Die Serie würde als Spiegelbild des täglichen Lebens immer wieder aktuelle Themen, auch aus der Politik, aufgreifen. Minister Söder habe sich in seinem Dialog inhaltlich an das Drehbuch gehalten, in dem Bürgermeisterin Brunner im Übrigen seine Aussagen wiederholt kritisch hinterfrage.

Markus Söder selbst nennt die Kritik laut Medienberichten "kleinkariert". Er habe nur die Wahrheit gesagt. Söder kennt das Business übrigens gut: Er wurde in den 90er Jahren beim BR als Redakteur ausgebildet. Den Rundfunkstaatsvertrag dürfte ihm auch gut bekannt sein. In diesem steht ganz eindeutig: "Werbung politischer, weltanschaulicher oder religiöser Art ist unzulässig."

Die komplette Sendung vom Dienstag (Söders Auftritt ist etwa ab Minute 14.30 und in weiteren Sequenzen zu sehen) können Sie in der Mediathek sehen. Wenn Sie Ihre Meinung äußern wollen:

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