Frust ablassen im Internet

Beschwerdeportal zieht Bilanz: Davon fühlen sich Zuschauer im TV gestört

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Auch die Brutalität in mancher „Tatort“-Folge wurde von den Zuschauern bemängelt.

Was wird hierzulande nicht geschimpft über das Fernsehprogramm. Frust ablassen können genervte Zuschauer seit einigen Jahren auf einem speziellen Beschwerdeportal.

München - Grund zum Ärgern gibt es genug. Fast täglich läuft im Fernsehen etwas, worüber man sich trefflich aufregen kann. Seit einigen Jahren können Zuschauer ihren Frust nicht nur in der Familie oder im Freundeskreis loswerden, sondern auf einer offiziellen Seite der Landesmedienanstalt Saarland (LMS). Die ­Adresse lautet programmbeschwerde.de – und die Betreiber haben ordentlich zu tun. Im vergangenen Jahr nahmen sie nicht nur 1150 Rückmeldungen zum TV-Programm auf (das sind über hundert mehr als im Vorjahr!), sondern leiteten diese Beschwerden auch an die entsprechenden Sender weiter. Anfang der Woche wurde Bilanz gezogen.

Dominierende Themen seien demnach die politische Berichterstattung, die Werbepraxis der privaten Sender und Fragen zum Jugendschutz gewesen, teilte die Behörde mit. Vor allem habe es im vergangenen Jahr zahlreiche Meldungen zur medialen Präsenz der AfD gegeben – vor allem mit Blick auf Nachrichtensendungen und Talkshows des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Die Kritik ist dabei durchaus widersprüchlich. Während die einen beanstandeten, dass ARD und ZDF zu negativ über die Partei berichteten, waren andere der Meinung, dass ihr viel zu viel Raum (gerade in den Talkshows!) gegeben worden sei.

Zuschauer bemängeln aufdringliche Werbeblocks

Bei den privaten Fernsehprogrammen kritisierten Zuschauer häufig, dass vor allem in der Primetime, also der Sendezeit ab 20 Uhr, die Dauer von Werbeblocks überzogen und die Art der Platzierung zu aufdringlich gewesen sei. Viele Eltern empfanden darüber hinaus den Jugendschutz als nicht ausreichend. Angemahnt wurde etwa, dass Filme ab 16 oder 18 Jahren bereits um 20 oder 22 Uhr ausgestrahlt und dass Trailer zu solchen Filmen schon im Tagesprogramm gezeigt würden. Zur Brutalität im Tatort gab’s auch Kritik.

Die Landesmedienanstalten kümmern sich hauptsächlich um die Zulassung von und die Aufsicht über private Fernsehsender. Die Seite programmbeschwerde.de wurde 2004 eingerichtet, als es heftige Diskussionen um erste „Ekelshows“ wie Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! gab.

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