"Stubbe braucht endlich eine Frau!"

+
Wolfgang Stumph wünscht seiner Filmfigur eine Frau

München - Im tz-Interview spricht Wolfgang Stumph über den Dreh der neuen Stubbe-Folgen und was er sich für seine Filmfigur zum Jubiläum wünscht.

Als liebenswertes Nordlicht ermittelt Wolfgang Stumph seit 15 Jahren im ZDF. Er sagt schon heute: Den Polizisten Wilfried Stubbe will er nur noch wenige Jahre spielen. Aber jetzt ist der 64-Jährige erstmal in Feierlaune.

Zum Geburtstag der Krimireihe zeigen die Mainzer drei neue Folgen. Mit der tz sprach Stumph über den Dreh und was er sich für seine Filmfigur zum Jubiläum wünscht.

Versuchen Sie bewusst, mit „Stubbe“ die realen Zustände abzubilden?

Stumph: Stubbe soll lebensecht und glaubwürdig sein. Das gilt hinsichtlich der Ost-West-Thematik, hinsichtlich seines Privatlebens und hinsichtlich der Themen. Die drei neuen Filme beispielsweise drehen sich um Zivilcourage und Abrechnungsbetrug von Ärzten.

Wäre das 15-Jährige nicht ein schöner Anlass, dass Stubbe und sein Kollege Zimmermann endlich zum Du übergehen?

Stumph: (lacht). Nein, noch nicht. Ich weiß, wann sie es tun werden: im allerletzten Fall.

Sie wissen jetzt schon, wann und wie die Reihe „Stubbe“ enden wird?

Stumph: Ich möchte gerne 50 Fälle vollenden, was wir in den nächsten drei Jahren schaffen sollten. Denn dann kommt Stubbe ins Pensionsalter, und auch in dieser Hinsicht soll die Reihe lebensecht bleiben. Es wird jedoch ein vorgezogenes Ende geben, sollten die Filme irgendwann meinen eigenen Ansprüchen oder denen der Zuschauern nicht mehr genügen.

In den vergangenen Jahren haben Sie Ihre Tochter Stephanie in doppelter Hinsicht großwerden sehen: als Ihr Kind und als Schauspielerin, denn sie spielt ja Stubbes Filmtochter Christiane. Was bedeutet Ihnen das?

Stumph: Das ist ein Geschenk, das nur wenigen Vätern zuteil wird. Die Figur der Christiane gestattet es uns, im Film auch Jugendthemen zu behandeln. Und für mich als Vater war es ein großes Glück, Stephanies künstlerische Entwicklung zu verfolgen. Wie sie trotz der Schauspielerei ihr Abitur erfolgreich durchzogen hat, wie sie sich – obwohl schon gut im Geschäft – für ein solides Schauspielstudium entschieden hat. Ich bin voller Hochachtung, wie sie ihren Weg geht und gemäß ihren hohen Ansprüchen lebt.

Gegen die zurzeit erfolgreichste Castingshow muss „Stubbe“ an diesem Samstag ansenden, nämlich gegen „Das Supertalent“. Haben Sie die Show mal gesehen?

Stumph: Prinzipiell schaue ich mir viele Dinge an, nur so kann man sich ein Urteil bilden. Das Supertalent hat mir jedoch kein großes Vergnügen bereitet. Bei mir hat das Gefühl überwogen, dass dieses Format nicht ehrlich ist. Da sagen die Juroren zu Kandidaten: „Dass du dich traust, damit aufzutreten!“ Dabei hätten sie selbst genug Einfluss, solche Auftritte zu verhindern!

Ein Blick voraus: Wie wird sich Stubbe weiterentwickeln?

Stumph: Stubbes Filmfrau Caroline ist schon lange tot. Ich hoffe, ich kann die Autoren endlich dazu bringen, dass Stubbe ein Mann ist, dem die Frauen gefallen, dass er mal eine Beziehung eingeht. Und ich hoffe, dass er sein authentisches Fernsehleben konsequent zu Ende führt, indem er irgendwann seinen Beruf glaubhaft an den Nagel hängt – und dass die Zuschauer dann „schade“ sagen und nicht „gottseidank“.

Interview: I. Wilhelm

„Stubbe – Von Fall zu Fall“, Sa. (11. Dez., 8. Jan., 29. Jan.), jeweils 20.15 Uhr, ZDF

Auch interessant

Kommentare