Auf ProSieben

"Studio Amani": So ist die Nachfolge-Show von "TV Total"

München - "TV Total" mit Stefan Raab ist vorbei. "Studio Amani" ist da. Die Nachfolgesendung von Raabs Show hatte diese Woche ihre Premiere auf ProSieben. Empfehlenswert? Mehr oder weniger.

Frauen hatten es nie leicht gegen Stefan Raab. Nur eine einzige Kandidatin, Ärztin Maria aus Hannover, hat den Groß-Egomanen je bei „Schlag den Raab“ besiegt, das war im April 2015. Jetzt, ein knappes Jahr später, trat eine Frau die Raab-Nachfolge auf dem Montags-Sendeplatz von „TV total“ an: Enissa Amani, 32, Deutsch-Iranerin, selbsternannte „Vollblut-Tussi“ zwischen Komik und Kosmetik, ausgestattet mit dem deutschen Comedypreis – aber wer hat den nicht? Die schöne Enissa debütierte mehr lockig als flockig, und leider mit Sparhumor für die „Generation YouTube“. Andererseits: So unterhaltsam wie der späte, lustlose Raab war „Studio Amani“ allemal.

Amanis waffenscheinpflichtige High Heels sind das erste, was im Vorspann zu sehen ist. Die Produzenten setzen aufs Tussi-Image ihrer Moderatorin, die beim Einmarsch ins Studio überdreht kreischt: „Ihr Lieben, ich hab keinen Plan, was heute hier passiert. ProSieben hat mir echt ne eigene Show gegeben, so mit Kamera und so.“ Und leider hat auch ProSieben keinen Plan und so, wie das Konzept aussieht. Die Raab-Thronfolgerin beschreibt die Idee des Senders so: „Wir würden gerne, dass du über aktuelle Themen sprichst, Politik, Wirtschaft, Inland, Ausland, Lidstrich, Haarspray.“

Und so hechelt sie von atemberaubend schlichten Politwitzen über Trumps Haare (zwischen Maiskolben und Meerschweinchen) bis zum Bewerfen des Publikums mit Sahnetorte. Wer die Augen schließt, fürchtet bisweilen, hier treibe „Cindy aus Teheran“ ihr Unwesen. Doch dass „Studio Amani“ viel Stoff zum Fremdschämen und für bitterböse Twitter-Kommentare liefert, liegt weniger an Enissa Amani, und viel mehr am Sender.

Die besseren Momente zeigen nämlich: Die Frau kann was. Wenn ihr Migrationshintergrund ins Spiel kommt, wie beim Battle „Polen gegen Iran“, wenn sie lästert, „Deutsche sind so Busfahrplan“, wenn sie beim Standup eine bessere Figur macht als der hölzerne Raab – dann spürt man, was da wachsen könnte. Kurze Erinnerung: Selbst die große Anke Engelke ging mit Late Night baden. Und man möchte nicht wissen, welchen Twitter-Shitstorm Stefan Raab 1999 mit der ersten Ausgabe von „TV total“ geerntet hätte. Im Dezember 2015 trat Stefan Raab ein letztes Mal auf die Bühne von "Schlag den Raab".

"Studio Amani": Enissa Amani spricht Klartext

Rubriklistenbild: © dpa

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