„In den Dschungel gehe ich nicht“

„Tagesschau“: Jan Hofer liest zum letzten Mal die Nachrichten in der ARD - und überrascht mit letzter Aktion

Nach fast 36 Jahren las Jan Hofer am 14.12.20 zum letzten Mal die „Tagesschau“ im Ersten. Bei seiner letzten Aktion überraschte er allerdings alle.

Update vom 15.12.2020: In der letzten Sendung selbst gab es einen kleinen Rückblick auf Jan Hofers Tagesschau-Zeit, seine Outfits, Versprecher und Ansagen. Jan Hofers Abschiedsworte: „Meine Damen und Herren, das war nach fast 36 Jahren meine letzte Tagesschau. Ein großes Dankeschön dafür, dass Sie uns und mir viele Jahre die Treue gehalten haben. Danke auch für die unglaublich vielen guten Wünsche, die mich in den letzten Tagen erreicht haben. Ich habe mit allem gerechnet, aber nicht mit dieser überwältigenden Anzahl. Ich bitte um Verständnis, dass ich nicht alle beantworten kann, aber glauben Sie mir, ich habe jeden einzelnen dieser Wünsche gelesen und gesehen.“ Der Moderator nimmt überraschend seine pinke Krawatte ab und legt sie auf den Tisch, ein Symbol für einen neuen Abschnitt nach der „Tagesschau“. Dabei sagt er: „Nun heißt es zum letzten Mal: guten Abend, meine Damen und Herren“.

Zu seinem Abschied bekam Jan Hofer auch einige Geschenke aus der Redaktion. Eine tolle Torte darf da natürlich nicht fehlen. Die Torte hatte die Form eines Fernsehers mit seinem Bild darauf, wie sein Sprecher-Kollege André Schünke auf Instagram teilte. Für die Zeit nach der Tagesschau gab‘s aber noch ein Geschenk: Ein Ringlicht, um für seine Social Media Karriere auf Instagram und TikTok optimal ausgeleuchtet zu sein. Übrigens: Wer an der Abschiedsfeier nicht dabei sein konnte, konnte sich per Livestream zu den Abschieds-Feierlichkeiten einwählen.

Tagesschau (ARD): Jan Hofer liest am Montag, den 14. Dezember, zum letzten Mal die Nachrichten

Erstmeldung vom 14.12.2020: Hamburg - So lange wie er moderierte niemand die „Tagesschau“. Fast 36 Jahre stand Jan Hofer für die abendlichen Nachrichten vor der Kamera. Heute liest er sie zum letzten Mal, wie immer, pünktlich um 20 Uhr in der ARD. Ein Job, der nicht immer ganz einfach ist, wie der Chefsprecher von ARD Aktuell erzählt.

Am 14.12.2020 präsentiert der 68-Jährige zum letzten Mal die 20-Uhr-Ausgabe der „Tagesschau“ im Ersten.

Denn als Sprecher der wichtigsten Themen des Landes wird man logischerweise auch bundesweit bekannt, ob man will oder nicht. „Wenn man es nicht will, sollte man den Job nicht machen“, so Jan Hofer. Für ihn allerdings kein so großes Problem: „Es war für mich aber nicht schwierig, mich daran zu gewöhnen. Ich kannte es schon aus dem Saarland, wo ich bekannt wie ein bunter Hund war, und es potenzierte sich dann auf Bundesebene. Für diesen Job muss man ein bisschen ein Exhibitionist sein“, so Jan Hofer gegenüber tagesschau.de. Auch auf seinem Instagram-Channel postet er regelmäßig Updates und Stories, die über 29.700 Menschen verfolgen. Trotzdem hielt der Tagesschau-Sprecher seine Familie und sein Privatleben stets möglichst aus der Öffentlichkeit heraus, Bilder von seinen Kindern gibt es keine.

Jan Hofer: So hart ist der Job als Nachrichtensprecher bei der Tagesschau

Der Job stellt aber noch andere Herausforderungen: eine ständige Erreichbarkeit. Im Interview erinnert sich der ausgebildete Journalist zum Beispiel an einen Silvesterabend, an dem er mit der Familie gerade die Sektflasche öffnete, einen Anruf aus der Redaktion bekam und kurze Zeit später im Studio stand. Er wohne ja nicht weit, kommentiert Jan Hofer. „Um fünf nach zwölf war ich im Sender, und dann haben wir bis fünf Uhr morgens gesendet. Das ist mein Job, und das macht mir nichts aus.“

Jan Hofer: Die Tagesschau (ARD) begann für eigentlich mit einem Malheur

Seine Anfänge machte der heute 68-Jährige in seinen 30iger-Jahren. Der Job wurde ihn bei einem Umtrunk angeboten: „Ich arbeitete in den 1980er-Jahren beim Saarländischen Rundfunk, zunächst im Radio, und bekam dort die Chance, praktisch von heute auf morgen ohne Vorbereitung im regionalen Fernsehen zu moderieren. Eine meiner Sendungen sah dann der damalige Tagesschau-Chefsprecher Werner Veigel und sprach mich bei einem Umtrunk (...) an. Er habe eine Vakanz, ob ich mir nicht vorstellen könne, zur Tagesschau zu kommen.“ Jan Hofer war offenbar so überrascht, dass ihm nach diesem Angebot ein Malheur passierte: er drehte sich um und stieß dabei eine Flasche Rotwein um, die direkt auf die Hose von Werner Veigel fiel.

„Tagessschau“: Fauxpas in der ARD-Sendung - für Jan Hofer nicht wild

Machte aber nichts, Jan Hofer bekam den Job trotzdem und wurde fester Bestandteil der Nachrichten-Sendung. Und auch dort passierte ab und an mal ein kleiner Fehler. Eine falsche Einblendung bei einer Schalte, fehlender Ton oder ein Versprecher. „Wenn du einen Versprecher hattest, denke nicht darüber nach. Der nächste ist sonst programmiert. Einen Versprecher nimmt einem keiner übel, wenn es nicht zur Gewohnheit wird.“

Jan Hofer: Wie geht es jetzt weiter?

Nach seiner Zeit als Nachrichtensprecher wird sich Jan Hofer nun anderen Projekten widmen, die aber durchaus auch in der Öffentlichkeit stattfinden werden, wie er verrät: „Ich werde andere Dinge im TV machen, vielleicht auch einen Podcast - los werdet Ihr mich sicher nicht! Sicher ist nur: In den Dschungel gehe ich nicht!“ (jh)

Rubriklistenbild: © Hendrik Lüders (BFF)/dpa

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