Neuer "Tatort" hat realen Hintergrund

Borowski und der Fall Barschel

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Borowski ( Axel Milberg) und Sarah Brandt ( Sibel Kekilli) sind nach Genf gereist, um im Hotel Beau-Rivage zu ermitteln

Kiel - Der neue Kieler Tatort mit Axel Milberg als Kommissar Klaus Borowski greift den Fall Barschel nun auf und erzählt eine Krimigeschichte, deren Kulisse gewissermaßen die Ereignisse in Genf sind.

Das Foto vom toten Uwe Barschel in der Badewanne im Zimmer 317 des Genfer Hotels Beau-Rivage – es ging um die Welt und hat sich eingebrannt ist das Gedächtnis all jener, die damals alt genug waren, die dramatischen Geschehnisse zu verfolgen. Vor genau 25 Jahren, am 11. Oktober 1987, starb der zurückgetretene schleswig-holsteinische Ministerpräsident dort an einem Medikamentencocktail. Die Frage, ob es Mord war – es gibt die Behauptung, dass Barschel in Waffengeschäfte verwickelt gewesen sein soll – oder ob sich der damals 43-Jährige selbst das Leben nahm, ist bis heute nicht geklärt. Zahlreiche Verschwörungstheorien kreisen um den Tod des Politikers und machen ihn, so tragisch er ist, bis heute spannend.

Der neue Kieler Tatort mit Axel Milberg als Kommissar Klaus Borowski greift den Fall Barschel nun auf und erzählt eine Krimigeschichte, deren Kulisse gewissermaßen die Ereignisse in Genf sind. Um es vorwegzunehmen: Die Art und Weise, wie Eoin Moore, der das Drehbuch schrieb und auch Regie führte, Fiktion und Realität zusammenführt, ist furios und mehr als gelungen. Der Fall Barschel wird am Ende natürlich nicht gelöst – wie sollte das ein Fernsehfilm auch leisten?! Ebensowenig muss nach diesem Film die Geschichte neu geschrieben werden. Aber Borowski und der freie Fall liefert 90 packende Minuten beste Krimiunterhaltung.

Der Inhalt: Kommissar Borowski (Axel Milberg) und seine Assistentin Sarah Brandt (Sibel Kekilli) werden nachts an den Kieler Hafen gerufen. Der Unternehmer Dirk Sauerland wurde auf seiner Yacht ermordet. Schnell fällt der Verdacht auf den aalglatten Politiker Karl Martin von Treunau (klasse gespielt von Thomas Heinze). Denn der führte ein brisantes Doppelleben: Er ist Familienvater mit Frau und zwei Kindern und war gleichzeitig Liebhaber des Mordopfers.

Der Fall Barschel kommt allmählich ins Spiel, als klar wird, dass der tote Sauerland vor 25 Jahren in Genf recherchiert hat. Er war – so sieht es das Drehbuch vor – im Hotel Beau-Rivage, wo der tote Politiker in der Badewanne lag.

Borowski will zunächst keine Verbindung zwischen „seinem“ aktuellen Mordfall und der Geschichte um Uwe Barschel sehen, reist aber schließlich doch nach Genf, als sich ein mysteriöser Informant meldet …

Gedreht wurde übrigens nicht im Hotel Beau-Rivage selbst, wie Christian Granderath vom NDR auf tz-Nachfrage erklärt. Die Szenen, die in dem Genfer Luxushotel spielen, seien im Hamburger Hotel Atlantic gedreht worden.

thy/dpa

„Tatort: Borowski und der freie Fall“, Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

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