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Tatort-Kritik: Ein Stern am Drogenhimmel

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Eine Szene aus dem Tatort "Borowski und der Himmel über Kiel". © NDR/Christine Schröder

München - Gerade eben ist der Tatort "Borowski und der Himmel über Kiel" zu Ende gegangen. Hier lesen Sie die aktuelle Tatort-Kritik.

Man muss dieses Mädchen nicht mögen, um von ihm fasziniert zu sein. Ihr Absturz, ihre dunkle Vergangenheit – das ­alles machte die Drogensüchtige Rita höchst suspekt. Und dennoch war sie der funkelnde Stern im Kieler Tatort: ­"Borowski und der Himmel über Kiel". Schauspielerin Elisa Schlott lieh Ex-Junkie Rita ihr Gesicht, ihre Stimme, ihren Körper und ja, ihre Seele. ­Selten wurde im deutschen Fernsehen die Faszination der Horrordroge Crystal Meth so glaubwürdig dargestellt wie von der preisverdächtigen Schlott. Ein Blick in ihr ­Gesicht reichte, um die ganze Bandbreite zwischen Lust, Schmerz, Gier, Angst und Zerstörung aufzunehmen. Ihr undurchsichtiges Spiel sorgte dafür, dass man der ehemals süchtigen Rita über weite ­Strecken nicht traute und bei den Mordermittlungen um einen geköpften Junkie immer wieder an ihrer Unschuld zweifelte.

Keine Frage: ­Regisseur Christian Schwochow (Drehbuch: Rolf Basedow) strickte einen düsteren, bisweilen auch recht brutalen, aber authentischen Krimi um die zerstörerische Droge Crystal Meth. Die Kollegen Borow­ski (wunderbar zurückhaltend: Axel Milberg) und Brandt (Sibel Kekilli) waren dabei eher Rand­figuren in diesem Spiel um Leben und Tod.

Astrid Kistner

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