ARD-Krimi

"Tatort" Fegefeuer mit Til Schweiger: Die Jagd geht weiter

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Nick Tschiller (Til Schweiger, li.) kämpft mit allen Mitteln gegen Gangsterboss Firat­Astan (Erdal Yildiz).

München - Der Action-"Tatort" verlor an Neujahr zwei Millionen Zuschauer. Die Erwartungen an "Fegefeuer" mit Til Schweiger, der am Sonntagabend im Ersten lief, waren entsprechend hoch.

Beim Neujahrs-Tatort "Der große Schmerz" war der NDR noch großzügig: Ein halbes dutzend Mails und schwupps, gab’s für Fernsehkritiker vorab den Zugang zu Til Schweigers neuestem Actionabenteuer. Leider – oder glücklicherweise? – lief die Version nicht ganz reibungslos auf meinem Computer. Dank ­diverser Hänger doppelten sich die Dialoge – was dem besseren Verständnis durchaus zuträglich war. Doch das gesprochene Worte spielt ohnehin nicht die größte ­Rolle in den blutgetränkten ARD-Krimis mit Alster-Rambo Til Schweiger. Die Action, die er abliefert, dafür um so mehr. Und die war vom Feinsten. Fragt sich nur, warum lediglich 8,24 Millionen Zuschauer bereit waren, die Fortsetzung des Katz-und-Mausspiels zwischen Kommissar Tschiller und Gangsterboss Firat Astan (Erdal Yildiz) zu verfolgen.

Die Schweiger-Premiere im März 2013 lockte immerhin rund zwölfeinhalb Millionen Zuschauer an, die zweite Episode lag bei etwas über zehn Millionen. Trotz prominenter Unterstützung von Schlagerstar Helene Fischer schwächelte der dritte Schweigerfilm an Neujahr und verlor weitere zwei Millionen Zuschauer. Die Erwartungen an den Abschlussfall Fegefeuer, der am Sonntagabend im Ersten lief, waren entsprechend hoch. Eine Kritik, liebe Leser, können wir Ihnen an dieser Stelle nicht liefern. Fegefeuer wurde, anders als alle anderen Tatort-Folgen, der Presse nicht zugänglich gemacht. So ist er halt, der Schweiger. So kennt man ihn, möchte man fast schon seufzen. Schließlich gehört es zu seinen Prinzipien, von ihm produzierte und gedrehte Filme nicht zur Voransicht zu verschicken. Doch in diesem Fall stellt sich der NDR schützend vor sein Adrenalingetränktes Kraftpaket und behauptet, dass diese Entscheidung ausschließlich die Redaktion getroffen habe. Mit welcher Begründung? Weil die Folge so reich an spannenden Wendungen sei und man fürchte, dass dem Tatort-Fan zu viel verraten werde. Als würde das nicht prinzipiell für jeden Tatort gelten. Aber das muss der NDR wohl eher seinen anderen Ermittlern Wotan Wilke Möhring, Axel Milberg und Maria Furtwängler erklären.

All jenen, die nach dem Action-Vierteiler noch nicht genug von Nick Tschiller und Firat Astan haben, sei der finale Kinofilm "Off Duty" ans Herz gelegt. Acht Millionen Euro wurden in das Tatort-Spektakel gepumpt, das ab dem 4. Februar auf Großleinwand zu sehen ist. Der Kinokrimi funktioniert übrigens auch, wenn man die Vorgängerfilme im Fernsehen verpasst hat.

Astrid Kistner

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