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Tatort-Kommissar Axel Milberg wird zum Bösewicht

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Von: Stefanie Thyssen

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Er kann auch böse: Axel Milberg als Ex- Stasi-Major. © fkn

München - Es ist ein Projekt ganz nach seinem Geschmack: mutig, innovativ und von hoher Qualität. Axel Milberg musste also nicht lange überlegen, als die Produzentin Annette Reeker ihn fragte, ob er in ihrer neuen, internationalen Krimiserie eine Hauptrolle spielen möchte.

Norbert Wernicke, so der Name der Figur, ist ein richtig fieser Charakter. Ein Schurke, wie er im Buche steht. Der gute Tatort-Kommissar aus Kiel als zwielichtige Gestalt? „Aber ja“, schwärmt die Produzentin im Gespräch mit der tz. „Axel Milberg ist großartig als Bösewicht. Richtig gut!“ Und der Schauspieler selbst sagt auch, es sei eine „ganz wunderbare Arbeit“ gewesen.

Titel der neuen Serie ist "Cape Town". Kapstadt ist, wie der Name schon sagt, Schauplatz der Geschichten, hier wurde auch gedreht. In den sechs Folgen muss der Kapstädter Kommissar mit dem schönen Namen Mat Joubert (gespielt von dem Norweger Trond Espen Seim, Der Wolf) zwei Mordserien aufklären – eine an einer Reihe von weißen Männern, die andere betrifft junge europäische Models, die alle einst an Castingshows teilnahmen, dann schwerst misshandelt und schließlich auf brutalste Weise entsorgt wurden.

In welcher „Beziehung“ Axel Milberg alias Norbert Wernicke zu diesen Mordfällen steht, wollten die Macher der Serie, die in diesen Tagen in München in der Postproduktion fertiggestellt wird, nicht verraten. Dafür ein paar Details zur Figur: Wernicke ist ein ehemaliger Stasi-Major, der nach der Wende nach Südafrika kommt und dort „seine zwielichtige Existenz weiterlebt“, wie Milberg es formuliert. Ein Geschäftsmann, der im Immobilienbereich tätig ist – und mit allen (!) Mitteln seine Ziele erreichen will. Milberg: „Er ist ein Hasardeur, der glaubt, dass er sich für Geld alles kaufen kann: die schönsten Frauen, die größten Yachten und vor allem Macht und politischen Einfluss.“

Eine spannende Rolle, natürlich ganz anders als die des kauzigen Kieler Kommissars aus dem ARD-Tatort. Milberg hat aber noch etwas ganz anderes an dem Projekt gereizt: das Internationale. Als er im März zu den Dreharbeiten kam, sei es ihm vorgekommen wie auf der Arche Noah. „Von jeder Sorte ein Wesen“, lacht der 59-Jährige. „Ein Schauspieler aus Deutschland, einer aus Norwegen, einer aus Südafrika, einer aus Amerika und so weiter. Das war toll.“ Gedreht wurde auf Englisch. „Ich habe mich alleine vorbereitet, ohne Coach“, erzählt Milberg nicht ohne Stolz. „Ich war hochmotiviert, wollte bis zur letzten Einstellung einfach mein Bestes geben.“

Ende Juni war das Abenteuer Kapstadt vorbei, der Dreh abgeschlossen, Milberg musste zurück nach Kiel, wo die nächste Tatort-Folge wartete. Eine große Umstellung – vom internationalen Set zurück ans heimische? „Ganz ehrlich“, sagt Milberg, nachdem er eine Weile überlegen musste. „Das eine ist schön, aber das andere ist auch toll.“ Immerhin sei er von einer Hafenstadt zur anderen gereist. „Da bin ich happy.“

Produzentin ist eine Münchnerin

Sie ist die Erfinderin von "Switch", hat für das ZDF bereits

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Annette Reeker ist Geschäftsführerin der Produktionsfirma all-in-production. © fkn

sechs Taunuskrimis von Nele Neuhaus verfilmt und wagt nun, mit ihrer ersten internationalen Serie, ein echtes Abenteuer: die Münchner Produzentin Annette Reeker, die Frau hinter "Cape Town". Das Besondere an dem Projekt: Bislang gibt es keinen Sender. Reeker hat die bereits gedrehten sechs Folgen auf eigene Faust produziert, sie hat die Drehbücher geschrieben, Geld aufgetrieben, das Team vor Ort organisiert und vor allem die Schauspieler gesucht. Neben Axel Milberg und dem norwegischen Star Trond Espen Seim spielen der Deutsch-Amerikaner Boris Kodjoe ("Resident Evil") und Arnold Vosloo ("Die Mumie") mit. „Ich wollte die Serie unbedingt drehen“, sagt Reeker. Deswegen habe sie alles selbst gemacht.

Ihre Reise begann vor fünf Jahren. Da kaufte sie die Rechte an den Krimis von Deon Meyer, den viele als die südafrikanische Antwort auf Henning Mankell bezeichnen. Eine Figur, die in allen Romanen von Meyer auftaucht, ist der Ermittler Mat Joubert, den Reeker nun zur Hauptfigur ihrer Serie macht. Ein kurzer Trailer, den die tz zu sehen bekam, ist vielversprechend: Cape Town ist modern, hochwertig produziert und kann es – so der erste Eindruck – mit US-Produktionen à la CSI aufnehmen. Wann und wo die Serie gesendet wird, soll sich in den nächsten Wochen entscheiden. „Wir sind mit verschiedenen Abnehmern im Gespräch“, sagt Reeker. Auch der Internetdienst Netflix sei interessiert. Ziel ist eine internationale Vermarktung. Zweifel, dass ihr Produkt keinen Weg zur Ausstrahlung findet, hat Annette Reeker keine. Ganz im Gegenteil – eine zweite Staffel ist bereits in Vorbereitung.

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