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Tatort-Kritik: Vom Häuslebauer zum Wutbürgerle

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Von: Astrid Kistner

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Kommissar Lannert (Richy Müller) im Stuttgart-Chaos. © SWR

München - Der "Tatort" am Sonntag kam dieses Mal aus Stuttgart und handelte von der Riesenbaustelle S21. Die Kommissare Bootz (Felix Klare) und Lannert Richy Müller) ermitteln in einem Mix aus Filz und Frust.

Eigentlich liebt der Schwabe das Bauen ja. Nur nicht, wenn das Häusle so groß werden soll, dass es die Ersparnisse von Stadt und Land verschlingt. Dann wird er zum Wutbürger, der ungeahnte Energien freisetzt, wie Stuttgart 21 gezeigt hat. Um das umstrittene Bahn- und Bauprojekt drehte sich der Schwaben-Tatort: Der Inder, den Regisseur Niki Stein mit reichlich Realitätsnähe ausstattete. Selten war eine Stadt so präsent im ARD-Krimi wie die Landeshauptstadt in diesem Fall. Als „Drecksloch und städtebaulicher Irrtum“ wurde sie verunglimpft, da ging es um Vetternwirtschaft und enttäuschte Visionen, um Frust und Filz. Reichlich ambitioniert war dieser Fall, der trotz Faktenflut zu fesseln vermochte.

Nicht zuletzt, weil da einer im Gefängnis saß, dem man ein 60-minütiges Verhör gewünscht hätte. Glaubwürdig und hingebungsvoll spielte Thomas Thieme den immer noch ehrgeizigen Architekten Busso von Mayer, der all die unbequemen Wahrheiten im Fall von Stuttgart 21 aussprechen durfte und der mit seiner puren Präsenz dem Sonntagabendkrimi seine Strahlkraft verlieh.

aki

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