Im Gespräch mit einem Computer

Tatort-Kritik: So schlugen sich Leitmayr und Batic im Kampf mit der künstlichen Intelligenz

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Die „beste Freundin“: Melanie (Katharina Stark) spricht mit „Maria“.

Die Tatort-Kommissare Leitmayr und Batic sind erfahrene Kriminaler - beim neuen Fall jedoch bekamen sie es mit dem neuen Phänomen KI zu tun. Und sie schlugen sich gut, meint Merkur-Redakteur Rudolf Ogiermann.

„Warum sollte eine Maschine lügen?“ – ein zentraler Satz in diesem Film, der nicht arm ist an philosophischen Gedanken über ethisch richtiges Handeln. Im neuen ARD-„Tatort“ aus München haben es die Akteure aus Fleisch und Blut mit einer Mitspielerin zu tun, die man auf- und zuklappt, die sich nicht aus eigener Kraft bewegen, aber doch sprechen kann wie ein Mensch.

Das Personal eines Fernsehkrimis im Dialog mit einem Computer – es sind schon bizarre Szenen, mit denen die Drehbuchautoren Stefan Holtz und Florian Iwersen ihr Publikum konfrontieren, insbesondere die Gespräche zwischen dem Kriminaler Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und dem „Ding“ namens Maria entwickeln einen ganz eigenen Reiz.

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KI, die vom fehlbaren Menschen ausgetrickst wird

In „KI“ entwickeln Holtz und Iwersen ohne allzu viel Hokuspokus eine durchaus stimmige Theorie über den Traum, Computern „menschliches Verhalten“ beizubringen, sie vom Homo sapiens letztlich ununterscheidbar zu machen. Dabei beschränkt sich dieser Krimi zum Glück nicht auf die technische Seite, einschließlich der immer gleichen Bilder von die Tastatur bearbeitenden Nerds, sondern vermittelt darüber hinaus, dass sich die ach so unfehlbare „künstliche Intelligenz“ vom fehlbaren Menschen austricksen lässt – mit schrecklichen Folgen.

„KI“ ist ein gut gebauter Film über ein klassisches Familiendrama, er problematisiert Vorurteile, ohne dabei den Zeigefinger zu recken. Regisseur Sebastian Marka findet dafür die passende (Bild-)Sprache, alle Figuren – von der 14-jährigen Melanie Degner (Katharina Stark) bis zum vermeintlichen Täter Simon Mehwald (Michael Stange) – sind glaubwürdig. Autoren und Regie zeigen darüber hinaus, dass sich Leitmayr und Batic (Miroslav Nemec), die beiden Oldies von der Isar, in der neuen Zeit noch ganz gut zurechtfinden. 

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