Kommissare in Bestform

Tatort München: Blutiges Familiendrama im Doppelpack

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München - Nach dem letzten Fall auf dem Oktoberfest meldet sich der Münchner Tatort mit einem Familiendrama zurück. Dabei laufen die Kommissare zu alter Form auf.

Das Jubiläum steht vor der Tür. Seit bald 25 Jahren tragen die Münchner Kommissare Ivo Batic (Miro Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) ihre Dienstmarken. Und ja, es gab Zeiten, in denen man dem Tatort-Team eine gewisse Müdigkeit anzusehen glaubte. Kein Wunder, bei so vielen Fällen, so vielen Morden, so vielen Schicksalen. Am Sonntag laufen die Münchner Kollegen aber zu alter Form auf. Einmal wirklich sterben heißt der Krimi, der hinter seiner mörderischen Fassade ein beklemmendes Familiendrama verbirgt.

Im Grunde geht es um zwei Verbrechen: Das eine liegt gut 15 Jahre zurück. Ein Familienvater, verzweifelt nach dem Verlust der Firma und des Hauses, beschließt Frau, Kinder und sich selbst zu töten. Er erschießt seine Lieben – nur der kleinen Tochter Emma, „seinem Schneeflöckchen“, vermag er nicht das Leben zu nehmen. Sein eigener Suizid missglückt. Und so überleben zwei Menschen diese Schicksalstat.

Doch kann es eine Zukunft geben, wenn die Vergangenheit so schwer auf zwei Seelen lastet? In einem Einfamilienhaus in Ramersdorf wird eine Frau erschossen, ihr Mann lebensgefährlich verletzt. Es ist der Vater, der einst den erweiterten Familiensuizid unvollendet ließ. Die Tat führt Batic und Leitmayr zur letzten Überlebenden – Emma.

Das Wort Trauma ist griechischer Abstammung und bedeutet Wunde. Dass manche Verletzungen so tief gehen, dass sie niemals heilen, erzählt Markus Imbodens klug komponierter Krimi. Der Regisseur dreht derzeit an seinem nächsten Münchner Fall. Es handelt sich um den Weihnachts-Tatort für 2016 mit dem Arbeitstitel Klingelingeling. Natürlich ebenfalls mit Wachtveitl und Nemec.

Die Münchner Kommissare ermitteln am Sonntag wohltuend schnörkellos, getragen wird diese Folge von Hauptdarstellerin Anna Drexler. Der Münchner Theaterstar spielt das mittlerweile erwachsene „Schneeflöckchen“ zum Dahinschmelzen. An ihr kann sich Profilerin Christine Lerch (Lisa Wagner) abarbeiten: denn Emma ist verletzlich, verwirrt, erfüllt von kalter Wut und brandgefährlich. Ein Albtraum für jeden Ermittler und ein echter Glücksfall für alle Krimifans, die sich auf diesen sehenswerten Tatort freuen dürfen.

Astrid Kistner

„Tatort: Einmal wirklich sterben,“ Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

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