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Til Schweiger: Warum eigentlich nicht das Thema Flüchtlinge?

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Von: Patricia Kämpf

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Til Schweiger
Til Schweiger beim "Donnerstalk" im ZDF. © Screenshot

Berlin - Til Schweiger setzt sich für Flüchtlinge ein - und muss sich dafür hauptsächlich rechtfertigen. Warum eigentlich? Auch der ZDF-"Donnerstalk", bei dem er zu diesem Thema zu Gast war, erinnert mehr an eine Abschlussprüfung als eine Unterhaltung.

Update vom 17. August 2015: Die eine Debatte ist noch nicht vollständig abgeklungen, da äußert sich Til Schweiger schon zur nächsten. Nun erklärt er dem ZDF, was "klare Worte" sind.

"Warum Flüchtlinge?", fragt Moderatorin Dunja Hayali provokativ. "Warum nicht?", antwortet Til Schweiger ebenso provokativ. Ja, warum eigentlich nicht? 

Til Schweiger nutzt seine Bekanntheit aus, um sich für die vielen Flüchtlinge einzusetzen, die derzeit nach Deutschland kommen. Doch was passiert? Ein 12-jähriges Mädchen bittet ihn, auf seiner Facebook-Seite eine Hilfsaktion für Flüchtlinge zu posten. Schweiger macht das und erntet Hasskommentare. Til Schweiger ruft Sigmar Gabriel an, damit das ungleiche Paar im Kampf gegen rechtsradikale Hetze zusammenarbeitet. Und es gibt schon wieder einen Shitstorm

"Donnerstalk"-Moderatorin Hayali kündigt den Schauspieler und Filmemacher am Donnerstagabend im ZDF deswegen auch mit den Worten an: "Die Reizfigur der vergangen Tage." Aber ist Til Schweiger die Reizfigur? Oder sind es vielmehr die Flüchtlinge? Und Schweiger gibt der ganzen Debatte um Einreise und Ausreise und Abschiebung nur ein bekanntes Gesicht - endlich ein bekanntes Gesicht - auf das sich die vielen Kritiker und Hasskommentatoren einschießen können?

Til Schweiger: Welche politischen Ambitionen kann er haben?

Dunja Hayali erweckt auch das Gefühl, als könne und würde sie Til Schweiger nicht so ganz ernst nehmen. Ihre Fragen spiegeln die der Neztgemeinde wider: Wie kann einer wie Til Schweiger ernstzunehmende politische Ambitionen haben, wurde etwa auf Twitter gefragt. Oder: Eine Zusammenarbeit mit Sigmar Gabriel - wird der vielleicht eher der neue Bösewicht in Schweigers neuestem Film?

Doch wie er dort auf dem Sofa sitzt, der Filmemacher Til Schweiger, und schlagfertig auf die Fragen der "Donnerstalk"-Moderatorin reagiert, zeigt genau seine Haltung - nämlich die, die er auch auf Facebook an den Tag legt: selbstbewusst. "Ihr seid zum Kotzen!", postete er, nachdem er sich den Anfeindungen wegen der Hilfsaktion für die Flüchtlinge aussetzen musste. "Wirklich! Verpisst Euch von meiner Seite, empathieloses Pack! Mir wird schlecht!!!" 

Was er sagt, klingt gut. Zum Beispiel zum Thema Sigmar Gabriel: An der Debatte stört ihn, dass die Häme und der Spott hauptsächlich von den Leuten kommen, die mehr Aktionismus von Politikern fordern. Oder er fragt, warum in Deutschland Geld da ist für den Berliner Flughafen oder dafür, Frösche sicher über die Straße zu geleiten - aber nicht für Flüchtlinge. Das Studiopublikum findet offenbar gut, was er sagt. Immer wieder wird er von Applaus unterbrochen. Til Schweiger ist von seiner Sache überzeugt. Als Hayali ihn fragt, ob es nicht wichtig sei, für sein Projekt die Öffentlichkeit zu mobilisieren, kontert er: "Was brauche ich denn für ne PR? Ich bin der erfolgreichste Filmemacher in Deutschland."

Til Schweiger wird seine Öffentlichkeit weiter ausnutzen

Diese selbstbewusste, fast arrogant wirkende Art muss man nicht mögen. Man muss nicht mal Til Schweiger mögen. Aber das, was er sagt und was er will, geht in die richtige Richtung. Er nutzt seine Öffentlichkeit aus, um etwas zu erreichen im Kampf gegen all die Deutschen, die "menschenfeindliche, dumpfe, ganz furchtbare Sachen" sagen. Er sagt auch, dass er sich nicht ändern wird. Er wird weitermachen, will sogar ein "Vorzeige-Flüchtlingsheim" aufmachen. Gut möglich, dass er damit Erfolg hat. Ob er bis dahin alles richtig machen und keinen Spott mehr abbekommen wird, sei mal dahingestellt. In der Debatte um Flüchtlinge könnte man sowieso das Gefühl bekommen, dass eigentlich niemand wirklich irgendwas so richtig richtig machen kann.

Hier können Sie sich die ZDF-Sendung "Donnerstalk" mit Til Schweiger anschauen.

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