Umstrittene Entscheidung

Trotz Ärger um Framing-Manual für Mitarbeiter: ARD-Generalsekretärin darf bleiben

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Ulrich Wilhelm, BR-Intendant und ARD-Vorsitzender.

Susanne Pfab, Generalsekretärin der ARD, geriet jüngst in die Kritik, weil sie sich für das so genannte Framing-Manual für ARD-Mitarbeiter einsetzte. Aktuell scheint das vergessen, eine Vertragsverlängerung für Pfab gilt als sicher.

München –Es liegt nur wenige Wochen zurück, dass die ARD für einen ordentlichen Aufreger im medienpolitischen Betrieb sorgte. Das so genannte Framing-Manual machte die Runde – ein Handbuch, das Mitarbeitern des öffentlich-rechtlichen Senders nahelegte, bestimmte Formulierungen zu gebrauchen, andere wiederum nicht. Die Verantwortliche dafür soll nun mit viel Lob eine Vertragsverlängerung erhalten – ein Vorgang, der zu Debatten führen dürfte.

Definierte Vorgaben, was die Kollegen sagen sollen

Zur Erinnerung: Statt vom „öffentlich-rechtlichen Rundfunk“ zu sprechen, sollten die Kollegen lieber die Aussage „unser gemeinsamer Rundfunk“ wählen. Statt über „Privatsender“ zu reden, lieber über „profitorientierte / maximierende Sender“ oder „medienkapitalistische Heuschrecken“. „Framing kann uns dabei helfen, den richtigen Rahmen für unsere inhaltlichen Fakten zu finden“, erklärte Susanne Pfab dazu, die in ihrer Funktion als Generalsekretärin der ARD das Framing-Manual verantwortet.

Der Aufschrei ließ nicht lange auf sich warten, zumal die Kosten für das umstrittene Papier und die damit verbundenen Workshops bei geschmackigen 120 000 Euro lagen. Der mächtige WDR-Intendant Tom Buhrow distanzierte sich als einer der ersten. „Wenn nur noch bestimmte Worte benutzt werden sollen, mache ich nicht mehr mit“, so Buhrow damals. Der amtierende ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm (BR) hingegen hielt die Aufregung für „völlig übertrieben“. Es handele sich um eine Workshop-Unterlage von 2017 und nicht um eine verbindliche Kommunikationsstrategie oder um eine Handlungsanweisung an die Mitarbeitenden, so Wilhelm.

Susanne Pfab war – trotz heftiger interner Kritik – damit so gut wie aus der Schusslinie. Und sie wird es wohl bleiben. Ulrich Wilhelm wird auf der internen Intendantensitzung, die heute und morgen in Hamburg stattfindet, vorschlagen, Pfabs Ende 2019 auslaufenden Vertrag um fünf (!) weitere Jahre zu verlängern.

„Frau Pfab hat in den vergangenen Jahren hervorragende Arbeit bei der Unterstützung des jeweiligen Vorsitzes und im medienpolitischen Bereich geleistet“, heißt es in einem vertraulichen Schreiben an die Intendanten-Kollegen, das unserer Zeitung vorliegt.

Das stößt ARD-intern durchaus auf Kritik. Dass ausgerechnet die Frau, die das höchst umstrittene Framing Manual – und das damit verbundene eher katastrophale Krisenmanagement – zu verantworten hat, gleich fünf weitere Jahre im Amt bleiben soll, ist für viele schwer zu verstehen. In seinem Schreiben bietet Wilhelm an, die Kollegen „über weitere Einzelheiten“ gerne zu informieren. Gut möglich, dass einige auf dieses Angebot zurückkommen.

mm

Lesen Sie auch: Die Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk wird immer größer. ARD-Chef Ulrich Wilhelm nimmt dazu Stellung und spricht im Interview über den Rundfunkbeitrag, das Programm und das „Framing Manual“.

Auch interessant: Die Politik steuert auf eine umstrittene Entscheidung zum Rundfunk zu. Der Beitrag soll zunächst moderat steigen, künftig dann in einem automatischen Verfahren. Bayern stimmt zu.

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