Damit dürfte wohl niemand gerechnet haben

Angelika Kallwass: TV-Psychologin überrascht mit Mega-Comeback - und traurigem Geständnis

Viele TV-Fans kennen Angelika Kallwass noch aus der Sat. 1-Sendung „Zwei bei Kallwass". Inzwischen hat die Psychologin das Rentenalter schon lange erreicht - doch von ihrer Rente leben kann sie nicht. Plant sie deshalb ein TV-Comeback?

  • Viele kennen sie noch aus der Sat. 1-Show „Zwei bei Kallwass“.
  • Seit vielen Jahren ist die TV-Psychologin und Lebensratgeberin Angelika Kallwass von der Bildschirmfläche beinahe verschwunden.
  • Bis jetzt: Plant sie etwa aus finanziellen Gründen ein TV-Comeback?

München - Viele TV-Fans werden die kleine, dunkelhaarige Psychologin mit ihrer beruhigenden Stimme sicherlich noch aus der beliebten Sat. 1-Doku-Show „Zwei bei Kallwass" kennen. Dort half Angelika Kallwass über zehn Jahre Streithähnen dabei, die Wogen wieder zu glätten und den Konflikt bestenfalls aus dem Weg zu räumen. Seit die Sendung 2013 abgesetzt wurde, war die TV-Streitschlichterin so gut wie von der Bildschirmfläche verschwunden. Bis jetzt: Denn Frau Kallwass kommt tatsächlich zurück.

Angelika Kallwass: TV-Psychologin kehrt ins Fernsehen zurück

Bei einem Interview auf dem Youtube-Kanal „Webtalkshow“ sprach die ehemalige TV-Mediatorin im Juni 2020 über ihre Zeit bei Sat. 1, ihre beruflichen Zukunftspläne und ihre derzeitige finanzielle Situation. Die 71-Jährige, die sich - wie auch Moderator Nico Gutjahr verblüfft bemerkte - äußerlich kaum seit ihrer Zeit bei Sat. 1 verändert hat, erinnerte sich dabei noch an viele der von ihr moderierten Fälle. Dabei plauderte sie auch etwas aus dem Nähkästchen und berichtete, wie die Produktionen damals verliefen. Ein für das Fernsehen typisch harscher Ton war auch im „Zwei bei Kallwass“-Studio üblich: „Ich hatte meinen Redaktionsleiter immer auf dem Ohr und der sagte dann ‚Du stehst wieder mal in deinem eigenen Licht, das ist der Kameraplatz‘, der hat mir aufs Ohr geredet, während ich da zuhören musste“, so Kallwass.

Dennoch hat ihr die Arbeit bei Sat. 1 viel Spaß gemacht, auch wenn sie zugibt, damals in manchen Phasen auch ihre Zweifel gehabt zu haben. Schließlich wurde sie auch mal von Stefan Raab als Gast in seine Show eingeladen, vor der sie ziemlich aufgeregt war. Zwar mochte sie seinen Humor, doch gleichzeitig wusste sie auch nicht, was sie in der Situation genau erwarten wird. „Ich dachte jetzt, was macht der mit mir? Schlachtet der mich jetzt? Aber er hat mich nicht geschlachtet“, erinnert sich Kallwass zurück. Wie sich nach der Sendung dann herausstellte, war Raab selbst die Begegnung mit der Psychologin nicht ganz geheuer, wie er ihr später offenbarte: „Denn er hatte Angst, dass ich ihn deuten würde", so Kallwass Erklärung. Der gegenseitigen Sympathie machte diese Begegnung jedenfalls keinen Abbruch, im Gegenteil.

Angelika Kallwass: TV-Psychologin kann nicht von ihrer Rente leben

Doch dann kommen Moderator Nico Gutjahr und Kallwass auf ein heikles Thema zu sprechen: Es geht um die Rente von Kallwass. Denn trotz ihres höheren Alters arbeitet sie weiterhin als Psychologin. Offenbar spielt der finanzielle Aspekt für diese Entscheidung ein Rolle. „Aber sag mal, in Deutschland, da gibt es ja die Rente. Aber die hat dich nie interessiert?“, fragt Interviewer Gutjahr die Psychologin. „Ja, leider“, gibt sie daraufhin zu. Als die 71-Jährige ihre TV-Karriere begann und sie in eigener Praxis als Therapeutin arbeitete, stand sie demnach nämlich in keinem Beschäftigungsverhältnis, sondern war von da ab selbständig tätig. Damals verpasste sie es, in die Rentenkasse, einzuzahlen. Ähnlich wie Thomas Gottschalk auf den Cent genau macht Kallwass dann ein Renten-Geständnis. Alles, was ihr an Rente aus früheren festen Anstellungen deshalb zusteht, sind 380 Euro - weniger als ein Hartz IV-Empfänger bekommt. „Davon kann ich nicht leben, nicht sterben. Ich bin auf die Arbeit angewiesen", gibt sie ehrlich zu. Glücklicherweise hat sie jetzt einen neuen TV-Job gefunden.

Angelika Kallwass: Psychologin hat neuen Job im Fernsehen

Seit kurzer Zeit wirkt Kallwass nun in der Freitagabend-Talkshow „Nachtcafé“ im SWR mit. Dort nimmt sie für Moderator Michael Steinbrecher eine beratende Funktion ein. Sie unterstützt ihn vor allem bei Gästen, die mit einer Problematik zu kämpfen haben, bei der er sich weniger gut auskennt und Kallwass aufgrund ihrer psychologischen Expertise weiterhelfen kann. Wie sie im Interview verrät, verständigen sich die beiden während der Sendung mit diskreten Handzeichen und Kopfnicken, wenn Kallwass eingreifen soll. „Das ist eine sehr, sehr gute Kooperation“, schwärmt die Psychologin von ihrem neuen TV-Job. „Ich arbeite, aber ich arbeite auch, weil ich gerne arbeite. Ich würde mich zu Tode langweilen.“

Auf die Frage hin, ob sie sich vorstellen könne, heute noch ein tägliches Format zu produzieren, meint Kallwass schließlich: „Ich könnte mir das vorstellen, weil ich - das merkt man ja wahrscheinlich - eine leichte ADHS-Problematik habe. Also ich bin schon sehr engergiegeladen, ich könnte es mir vorstellen - aber ob ich es in dieser Intensität könnte, weiß ich nicht.“ Der Wille dazu wäre jedoch da, so die Rentnerin. Ob es eine Sendung wie „Zwei bei Kallwass“ in Zukunft mit ihr wieder geben wird, steht noch in den Sternen. Sicher ist jedoch, dass man sie im australischen Dschungel nicht sehen wird. Eine Anfrage aus dieser Richtung hat sie wohl bereits abgelehnt. (jbr)

Fliegende Wechsel in der Besetzung gibt es indessen bei diesen beiden Shows: RTL holt sich für DSDS Maite Kelly ins Boot. Die ProSieben-Show „The Masked Singer“ wechselt ihre komplette Jury-Besetzung aus. In der neuen RTL-Musikshow „I can see your voice" kam es zu einem mega Corona-Fail. Die Zuschauer waren stinksauer.

Rubriklistenbild: © Youtube/Webtalkshow

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