TV-Kritik zum Tatort am Sonntag

Schlechter Kommentar zur Einheit

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Überragt seine Mitspielerinnen: Martin Brambach im neuesten Tatort.

München - Zum Tag der Deutschen Einheit geht es im Tatort um die Geächtete der Gesellschaft. Doch so ganz stimmig ist diese Folge nicht. Unsere Kritik.

Vermutlich haben die Autoren nicht die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit vor Augen gehabt, als sie diesen Tatort (ARD) schrieben - im Rückblick wirkt der Krimi aus Dresden jedoch wie ein schlechter Kommentar zu den Ereignissen vom Montag in der sächsischen Landeshauptstadt. Die Armen, die Geächteten, die Rechtlosen stehen im Fokus von "Der König der Gosse". Und damit man die gleich als solche erkennt, haben die Macher drei Obdachlose in pittoreske Lumpen gehüllt. Ein Trio (Arved Birnbaum, David Bredin und Alexander Hörbe), das, wie lustig, seine Sätze stets im Teamwork formuliert.

Es geht um Wohltäter, die - auf Staatskosten - vor allem sich selbst etwas Gutes tun, um Mieter, die bösen Spekulanten ausgeliefert sind, und auch noch um einen Bruderzwist, wie er im Buche steht. Das alles ist, nicht nur in den Rückblenden, in allerschönstem Schwarzweiß gehalten, ohne jegliche Grautöne, vorhersehbar vom Anfang bis zum peinlichen Ende auf der Theaterbühne.

Man darf annehmen, dass Mika Kallwass für die grobe Geschichte zuständig war und Stromberg-Autor Ralf Husmann für die Dialoge – die sind nämlich zwischendurch gar nicht übel. Vor allem, wenn Martin Brambach beteiligt ist. Ein Schauspieler, der als schräger Kommissariatschef Peter Michael Schnabel seine mittelmäßigen Mitspieler(innen) wie ein Gigant überragt. Ein echter Lichtblick in der sonst eher abgeschmackten Geschichte (Regie: Dror Zahavi).

Rudolf Ogiermann

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