TV-Streit: Haderthauer kanzelt Plasberg ab

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Zeigte ihre Krallen: Sozialministerin Haderthauer

München - Sozialministerin Christine Haderthauer hat sich am Montagabend in der ARD-Talkshow "Hart aber fair" einen aggressiven Schlagabtausch geliefert. Jetzt zeigt sie sich amüsiert und zufrieden.

Ihre Augen funkeln wütend, dann legt sie los: „Wissen Sie, man merkt, wie sehr abgeschichtet Sie denken“, faucht Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer. Ihr Gegenüber: TV-Moderator Frank Plasberg. Dem stockt kurz der Atem, doch dann grinst er: „Abgeschichtet?“ Hader­thauer aber ist in Rage, schimpft weiter wie ein Rohrspatz. Diese Szenen – sie spielten sich am Montagabend in der ARD-Talkshow Hart aber fair ab. Und es war nicht alles: Teils zeigte sich Haderthauer derart aggressiv, dass sie am Dienstag sogar als „Pöbel-Ministerin“ bezeichnet wurde …

Bei Frank Plasberg ging’s am Montag unter anderem um das Thema Betreuungsgeld, ein Herzensthema der Ministerin. Und gleich vorweg: Haderthauer pöbelte nicht, zeigte sich aber als höchst unangenehme Gegnerin mit scharfen Krallen. Ausgangspunkt des Streits vor Millionen von Zuschauern war, dass Frank Plasberg die Ingolstädterin mit einem Statement von vor zwei Jahren provozieren wollte. Damals sagte Haderthauer, dass die Bindung von Eltern zu ihrem Kind das Wichtigste sei. Und nun sei sie für das Betreuungsgeld — dafür, dass Eltern ihr Kind „abgeben“? Hader­thauer wurde laut: „Sie meinen, Elternverantwortung ist, wenn die Mutter das Kind 24 Stunden hypnotisiert?!“ Plasberg: „Ich habe Sie so verstanden.“ Haderthauer: „Sie haben mich so verstanden, weil Sie das Betreuungsgeld immer als Herdprämie gesehen haben.“ Plasberg will antworten, doch die Politikerin lässt ihn nicht mehr zu Wort kommen. Als dann noch der Grüne Cem Özdemir ihr zuruft, für das Betreuungsgeld seien die Kassen zu leer, wirft sie ihm entgegen: „Dann machen wir eben weniger Krötenbrücken.“ Das saß.

Am Dienstag zeigte sich die Ministerin über ihren Auftritt amüsiert und zufrieden: „Ich will endlich eine moderne Familienpolitik ohne Scheuklappen, die Eltern mehr Wahlmöglichkeiten als nur die Krippe ermöglicht. Dass ich meine Positionen leidenschaftlich und mit dem mir gegebenen Temperament vertrete, ist bekannt“, so Haderthauer zur tz. Nach der Sendung habe aber ein freundliches Klima im Studio geherrscht.

Moderator Frank Plasberg ist der Ministerin für deren Aggressivität fast dankbar: „Das war eine sportliche Situation. Es ist auch gut, wenn jemand mit einer solchen Leidenschaft zu seiner Sache steht“, so Plasberg zur tz. „Wer hart fragt, muss eben mit harten Antworten rechnen. Es war ein magischer Talkshow-Moment.“ Übrigens: Was aber genau das Wort abgeschichtet bedeutet, wusste er bis Dienstag auch nicht. Eine Nachfrage bei der Ministerin ergab, dass sie Plasberg vorwerfen wollte, alles nur Schwarz und Weiß zu sehen.

age/mc

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