Zwei Schauspieler aus "Udo Honig" im Interview

Heute im TV: Ob Hoeneß über diesen Film lachen kann?

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Loyal bis in den Knast: ­Gisela Schneeberger spielt Marion Honig.

München - Heute Abend läuft die Uli-Hoeneß-Satire "Die Udo Honig Story" im TV. Im tz-Interview erzählen Gisela Schneeberger und Max von Thun über die Idee, einen Film zu machen, über den auch hoffentlich das prominente Vorbild bisweilen schmunzeln kann.

Update vom 8. September: Am Dienstagabend lief "Die Udo Honig Story" auf Sat.1. Wir haben den Film über Uli Hoeneß gesehen. Das waren die besten Szenen der Satire.

Im März 2014 wurde der ehemalige FC-Bayern-­Manager Uli Hoeneß wegen Steuerbetrugs zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Im „Strafmaß“ inbegriffen: eine Satire, die der allgemeinen Volksbelustigung dient und den Fußballpatriarchen mit einem Augenzwinkern durch den Kakao zieht. Heute zeigt Sat.1 Die Udo Honig Story. Eine TV-Komödie, die der Münchner Sender mit ­einer Spurtstärke realisiert hat, die dem jungen Rechts­außen Hoeneß zur Ehre gereicht hätte. Dabei kann sich die Leistung der Darsteller mehr als sehen lassen: Leichfüßig spielt Uwe Ochsenknecht als Steuersünder Udo Honig auf, der den Knastbetrieb mit seinem Know-how als Metzgersohn und den ­Managerqualitäten aus den roten Zahlen holt. Im Passspiel des Ensembles ebenfalls souverän: Gisela Schneeberger als Ehefrau Marion Honig und Max von Thun als ergebener Zellengenosse Stefan. Gegenüber der tz erzählen die Münchner Gisela Schneeberger und Max von Thun über ihr launiges Zusammenspiel und die Idee, einen Film zu machen, über den auch hoffentlich das prominente Vorbild bisweilen schmunzeln kann.

„Die Udo Honig Story“, Dienstag, 20.15 Uhr, Sat.1

Die Rolle hat zu mir gepasst

Frau Schneeberger, wie würden Sie die Rolle von Marion Honig in der Sat.1-Satire beschreiben?

Gisela Schneeberger: Ich glaube, dass Marion Honig eine absolut loyale ­Person ist, die ihren Mann nach außen verteidigt, wo es nur geht. Andererseits ist sie auch diejenige, die ihren Udo am besten kennt. Sie leidet unter seiner Spielsucht und sieht, dass er nur von ­Claqueuren umgeben ist. Sie feuert ihn an, keine Schwäche zu zeigen. Selbstgerechtigkeit ist beiden nicht fremd.

Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet?

Gisela Schneeberger mit Film-Ehemann Uwe Ochsenknecht.

Schneeberger: Ich kenne ja Frau Hoeneß nicht persönlich, aber ich habe mir im Vorfeld Fotos von ihr angeschaut. Das ist nicht so leicht, weil sie ja in der Öffentlichkeit nicht so oft zu sehen ist. Man weiß nicht, wie sie spricht, wie sie gestikuliert und sich verhält. Mir blieb nicht viel mehr als der Text, und dann versucht man, irgendetwas daraus zu basteln. Wenn ich weiß, wie eine Person aussieht, kann ich mich allerdings viel leichter in die Rolle hineinversetzen. Aber ich denke, da hat jeder seine eigenen ­Methoden. Für mich ist die optische Erscheinung einer Figur immer am wichtigsten. Das hilft mir, dem Charakter und letztendlich der Rolle näherzukommen.

Mussten Sie lange überlegen, ob Sie das Angebot annehmen?

Schneeberger: Lange nicht. Ich habe mir das Drehbuch durchgelesen, fand es witzig und gut geschrieben – auch meine Rolle. Zudem wollte ich gerne mal mit Uwe Janson (dem Regisseur, Anm. der Red.) arbeiten, von dem ich bisher nur seine Filme kannte.

Werden sich Uli Hoeneß und seine Frau den Film anschauen?

Schneeberger: Gut möglich, ich kenne die beiden ja nicht persönlich. Natürlich ist das ein schwieriges Thema, trotzdem denke ich, dass der Film niemanden durch den Schmutz zieht, keiner muss sich persönlich angegriffen fühlen. Ich finde so wie Uwe Ochsenknecht den Udo Honig spielt, ist er manchmal fast bedauernswert.

Wie war die Zusammenarbeit mit dem gesamten Team?

Schneeberger: Nur erfreulich. In unserem Beruf trifft man sich ja immer wieder. Einige nette Menschen aus dem Team kenne ich schon seit vielen Jahren, hatte mit einigen Kollegen schon gedreht, wie mit Heiner Lauterbach und Max von Thun, die ich beide sehr schätze. In der Udo Honig Story hatte ich ja fast nur Szenen mit Uwe Ochsenknecht, meinem Filmmann. Das war jetzt schon unser dritter Film zusammen, und ich muss sagen, wie er den Udo Honig spielt ist einfach zum Niederknien.

Johannes Heininger

Als Bayern-Fan genau richtig

Herr von Thun, der Friseur hat bei Ihrem äußeren Erscheinungsbild im Film ganze Arbeit geleistet.

Max von Thun: Stimmt! Das habe ich in meiner Vorbereitung durchsetzen können. Diese Dauerwelle fand ich einfach super. Wir wollten ein altes Klischee aus den 80er-Jahren strapazieren. Mit dem Schnauzbart ist uns das auch gut gelungen.

Sie sind Münchner und Bayern-Fan: Hatte das Einfluss auf die Art und Weise, wie Sie Ihre Rolle gespielt haben?

Von Thun: Für mich war wichtig, dass ich in dem Film auf der richtigen Seite stehe. Ich bin, seit ich denken kann, Bayern-Fan. Deshalb wollte ich im Film auch unbedingt zum rot-weißen Lager gehören. Das blau-weiße wäre ­eine zu große schauspielerische Herausforderung gewesen (lacht).

Es scheint, als hätten Sie bei den Dreharbeiten jede Menge Spaß gehabt.

Zellengenosse Stefan (Max von Thun, li.) bewundert Udo Honig.

Von Thun: Total! Ich konnte mich gleich mit Honigs Zellengenossen Stefan identifzieren. Weil ich ja eine fiktive Figur darstelle, hatte ich einen gewissen Vorteil. Bei lebenden Personen zieht der Zuschauer schnell Vergleiche. Ich hatte die Freiheit, mir meinen Charakter ein Stück weit selbst auszudenken.

Ist der leidenschaftliche Fan, den Sie spielen, ein Symbol für Uli Hoeneß’ treue Anhängerschaft im realen Leben? 

Von Thun: Das kann man wahrscheinlich so sehen. Ich befinde mich ja auch selbst in dieser ambivalenten Situation. Natürlich hat der Mann einen Fehler gemacht, gleichzeitig hat mir Uli Hoeneß über so viele Jahre eine Menge schöner Momente beschert. Wie er den FC Bayern aufgebaut hat und wie er sich sozial engagiert, verdient den höchsten Respekt.

Welche ­Szene bleibt Ihnen besonders im Gedächtnis?

Von Thun: Die, in der ich mich bei Honig vorstelle und den Grund für meine Inhaftierung nenne.

Warum?

Von Thun: Als Stefan sitze ich wegen eines vergleichsweise harmlosen Diebstahls im Gefängnis, muss aber länger hinter Gitter als mein prominenter Mithäftling, der mal eben 28,5 Millionen Euro an Steuern hinterzogen hat. Das ist Stefan auch bewusst, doch seine Euphorie für die Fußballikone ist größer.

joh

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