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"Um Himmels Willen": So werden die neuen Folgen

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Einfach mal die Sau rauslassen: Die Schwestern kümmern sich um Hausschwein Heinz, der das Kloster auf den Kopf stellt. © ARD/Barabara Bauriedl

München - Hosianna! Endlich gibt es wieder neue Geschichten aus dem Kloster Kaltenthal. Am Dienstag startet das Erste um 20.15 Uhr die neue, mittlerweile 14. Staffel der Erfolgsserie "Um Himmels Willen".

Und es gibt wieder ­jede Menge neuer Irrungen und Wirrungen: Dem Kloster droht die Pleite, Bürgermeister Wöller (Fritz Wepper) will es mit dem Bau eines Wellness-Tempels sanieren. Gaby Dohm als Oberin Louise von Beilheim trifft überraschend ihre alte Jugendliebe wieder und verlässt die Serie. Dafür bringt Nina Hoger als Schwester Theodora kühleren Wind ins Kloster. Und Mareike Lindenmeyer (bekannt aus der ARD-Telenovela Sturm der Liebe) wird als Frau ­ohne Gedächtnis im Kloster aufgenommen …

Das Interesse der Zuschauer an den Geschichten rund um die Kaltenthaler Nonnen ist seit zwölf Jahren ungebrochen: Rund sechs Millionen Zuschauer sahen im Schnitt die letzte Staffel. Kein Wunder, ist doch die Atmosphäre im niederbayerischen Niederaichbach, wo die Serie gedreht wird, eine ganz besondere – was die tz auch bei ihrem Besuch während der Dreharbeiten zur neuen Staffel vor Ort spürte. Denise M’Baye (Novizin Lela) glaubt, dass das bestimmt am „guten Team“ liege: „Wenn es wieder losgeht mit dem Drehen, ist es immer ein bisschen wie nach Hause kommen.“ Auch ihre Kollegin ­Emanuela von Frankenberg (Schwester Agnes) lobt den Zusammenhalt: „Wenn einer mal nicht so fit ist, helfen alle zusammen, damit wir wieder etwas sehr ­Gutes zustande bringen.“

Hauptdarstellerin Janina Hartwig (53) ist die Rolle als Schwester Hanna in all den Jahren sehr ans Herz gewachsen, sagte sie der tz: „Der Autor schreibt immer wieder ganz besondere Geschichten für mich, die mich vor schauspielerische Herausforderungen stellen. Wie zum Beispiel in der letzten Staffel, als Hanna glaubt, sie müsse sterben. Es gibt auch immer wieder Szenen, in denen ich ganz besondere Dinge tun kann wie zum Beispiel Fallschirmspringen, Singen, ­Tanzen, American Truck fahren. Da kann es gar nicht langweilig werden.“

Janina Hartwig nimmt sich sogar privat oft ein Beispiel an ihrer Rolle: „Jeder Mensch kommt im Leben in Situationen, wo er mal nicht weiter weiß, und die gibt es natürlich auch bei mir. Und Hanna ist eben so ein absolut positiv denkender Mensch. Da gab es wirklich Momente, wo ich dachte: So, jetzt mache ich es mal wie sie.“

Die 53-jährige Münchnerin hat es auch überhaupt nicht satt, ständig diesen Nonnen-Habit zu tragen, betont sie leidenschaftlich: „Nein! Ich arbeite einfach gerne!“

Das gilt auch für Andi Niessner, der seit 2012 Regie bei Um Himmels Willen führt. Für ihn liegt das Erfolgsgeheimnis der Serie in der Geschichte, die „ungewöhnlich und einzigartig ist – Nonne kämpft gegen Bürgermeister!“. Die Serie sei „einfach gut besetzt“ und gewaltfrei. „Vor allem ist es nicht schon wieder irgendeine Kopie irgendeiner amerikanischen Serie!“

Apropos etwas ganz Besonderes: Gleich in der ersten Folge der ­neuen Staffel bekommen die Nonnen einen ganz speziellen Besuch. Ein Hausschwein namens Heinz stellt das Kloster ordentlich auf den Kopf. Was sich die Schwestern nun wohl wieder einfallen lassen?

Andrea Stinglwagner

„Um Himmels Willen“ Dienstag, 20.15 Uhr, ARD

Ein Komödiant aus Leidenschaft

Herr Wepper, macht Ihnen „Um Himmels ­Willen“ ­nach zwölf Jahren ­immer noch Spaß?

Fritz Wepper: Es macht mir unheimlich Freude, mit dem Team, vorneweg Janina Hartwig, zu arbe

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Fritz Wepper. © ARD/Barabara Bauriedl

iten. Die Kollegen und ­Kolleginnen sind alle sehr authentisch, wir verstehen uns gut. Da ist so eine Energie, die selbst über das kalte Medium Fernsehen rüberkommt. Vielleicht macht es mir aber auch so viel Spaß, weil mir die Rolle des Bürgermeisters auf den Leib geschrieben ist – das behaupten zumindest einige Journalisten. Der Wöller ist ja ein Schlitzohr, er hat aber auch Tiefe, und er hat ein Herz. Der Wöller ist eine ­Figur, die eine gewisse Alibifunktion hat, weil sie kein Blatt vor den Mund nimmt. Wir würden doch alle manchmal ganz gerne zum Chef oder zu ­irgendwem die unverblümte Wahrheit sagen. Der Wöller macht das. 

Wie hat sich in all den Jahren Ihre Rolle und die Serie verändert?

Wepper: Also der erste Entwurf, den unser Drehbuchautor Michael Baier erschaffen hat, war schon sehr geglückt. Das trifft eigentlich auf alle wichtigen Charaktere der Serie zu. Die grundgute Schwester Hanna, der Wöller, der mit seinem Spezl Huber die ein oder andere Geschichte macht, die manchmal nicht ganz legal ist … Mir ist eine Szene in Erinnerung: Da geht der Wöller in eine Kapelle und betet. „Lieber Gott, ich weiß jetzt nicht, ob Du Dich noch an mich erinnerst, mein Name ist Wöller. Wolfgang Wöller.“ (lacht). Also, das ist einfach gut geschrieben. Emotional stimmig.

Es liegt aber auch an Ihnen: Sie schaffen es, dass der Funke überspringt…

Wepper: Wissen Sie, ich sehe mich in meiner Rolle nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Komödiant. Vorsicht: Komödiant, nicht Komiker. Das darf man nicht verwechseln. Denn ­Situationen, die komisch sind, die muss man ganz ernsthaft angehen. Nicht nach dem Motto: Hoppla, jetzt komm ich, und ich bin komisch. Sondern es geht darum, die Situation, die komisch ist, glaubwürdig zu bedienen. Dann erst springt der Funke über und die Leute verstehen es. Sie schauen gerne zu, wenn sich jemand danebenbenimmt und sind froh, dass sie selbst nicht betroffen sind.

Haben Sie auch etwas von Ihrer Rolle gelernt?

Wepper: Wir Schauspieler sind ja alle auf eine gewisse Art Psychologen, weil wir in jeder Rolle in eine andere Hülle, in eine andere Gedankenwelt einsteigen. Man muss es spielen, aber der Zuschauer muss dir glauben, dass es nicht gespielt ist. Nur dann wirkt es. Und gerade darum kann man bei jeder Rolle immer wieder dazulernen. Man kann auch lernen, wie man es nicht macht. Das ist vielleicht entscheidender.

ast

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